MARSCHKOMPASSE

ALPHABETISCHES VERZEICHNIS DER IDENTIFIZIERTEN HERSTELLER

Die nachstehende Übersicht enthält nur die Namen der bekannten Hersteller von hier ausgestellten Produkten. Einige Kompasse konnten keinem Hersteller zugeordnet werden. Wir haben jetzt einige Fachbegriffe hinzugefügt.
A
Anglo-Swiss Ass.
ASKANIA
AURICOSTE
B
BAILLE-LEMAIRE
BARIGO
BARKER
BÉZARD
B-L
BREITHAUPT
BRUNSON
BÜCHI
BURNAT
BUSCH (cxn)
C
CAMMENGA
CHINA
clk (s. Breithaupt)
CRC
CREAGH OSBORNE
cro (s. FUESS)
CRUCHONS & EMONS
cxn (s. BUSCH)
D
DELCROIX
DEMARIA-LAPIERRE
DLM
DOIGNON
DOLLOND
DOMATIC
DUROPLAST
E
ESCAPE COMPASS
  (Fluchthilfe-Kompass)

ESCHENBACH
F
FALKE
F-L (French Ltd)
FPM - Freiberger
  Präzisionsmechanik

FUESS (cro)
fxn (s. SCHIECK)
G
GAMMA
GERLACH
GKS
GLAUSER
GURLEY
H
hap (s. KOHL)
I
I.O.R.
J
JEZNACKI
K
KERN
K.M.32
KOEHN
KOHL Max (MK, hap)
K&R (Kasper & Richter)
KRÖPLIN
KÜHRT
KULVIEC
L
LEMAIRE
LENSATIC (Linsenkompass)
LEUPOLD
LIONEL Corp.
LUFFT
M
M-1938
M-1950 (s. Lensatic)
M-49, M-53 (YU)
M-73, M-88 (GB)
MAGNAPOLE
MAG. TRNG
MERIDIAN
MK (s. KOHL)
M (Forts.)
Mk 1
Mk III
M.K.32
Modèle 1922
MOM
MORDAN
MORIN
N
NEUFA (s. GKS)
NIEDERMANN
NIFE
NEWTON

O
ORION (s. Kröplin)
P - Q
PASTO
PLAN Ltd
Prismenkompass
R
Radio Militaire
RECORD
RECTA
S
"S" (s. STOCKERT)
SCHIECK
SCHLACHT
SECRETAN
SHORT & MASON
SILVA
S (Forts.)
STANLEY
STEIN (von)
STEWARD
STOCKER & YALE
STOCKERT ("S")
SUPERIOR MAGNETO
SUUNTO
T - U
TELEOPTIK
T.G. Co Ltd London
Training
V
VAUCHER
VERNER
W
WARDALE
WILKIE
WINTERER
X
Nicht identifiziert
(Deutschland oder Österreich)

Y
YEATES & SON
Z
Z.I.E.L.
ZIKO

- A -

Anglo-Swiss Association

Steckbrief: Die Anglo-Swiss Association war ein Unternehmen, in dem folgende Hersteller zusammengeschlossen waren (?). Es war im Jahre  (?) gegründet worden und wurde ...(?) aufgelöst. Das einzige bekannte Produkt war ein Kompass nach Verners Muster, der während des 1. Weltkriegs für die British Army hergestellt wurde.
(Foto Jaypee - Privatsammlg.)
SEITENANFANG

ASKANIA

Steckbrief: ASKANIA ist ein deutsches Unternehmen (für mehr Informationen HIER) klicken.
Dieser Kompass trägt eine sogenannte NATO Stock Number (NSN), in der die Zahl 6605 für Marschkompass und die 12 für Deutschland stehen. Die anderen Zahlen sind das Kennzeichen des Herstellers, bzw. der Spezifikation. Er wurde in der Bundeswehr (gegründet 1956) aber vermutlich auch beim deutschen Bundesgrenzschutz (gegründet 1951) eingesetzt (siehe auch weiter unten das Modell CONAT der Fa. Breithaupt).
Ein anderes, sehr ähnliches Modell wurde bereits in den späten 1940er unf frühen 50er Jahren von den niederländischen und den belgischen Streitkräften verwendet. Der Teilkreis dieser Kompassen war doppelt belegt (360° und 6400 Strich).

Die belgische Armee (ABL = Armée Belge / Belgisch Leger) verwendete Kompasse der BODAN-Serie. Ein Logo zeigt die Buchstaben W und V übereinander in einem Kreis über dem Namen der Stadt BIELEFELD.

(Zum Vergrößern, Bild anklicken)





Diesen Kompass ziert das sogenannte Perkin-Emblem, ein aus drei Dreiecken gebildetes Logo, die die drei (groß geschriebenen) "A" im Wort "AskAniA" darstellen (siehe rechts). Ferner ist im Deckel der Name des Herstellerwerkes geprägt: BODENSEEWERK.

Belgiens Kompass:


(Detailansicht: Bild anklicken)
Das Logo mit dem Namen AskAniA, in dem jeder Buchstabe A groß geschrieben wird. Zusammen mit dem darunterliegenden Oval bildet es graphisch eine Krone. Die Form eines jeden A erinnert an Freimaurersymbole:



Zum Vergrößern, Bild anklicken
Foto Ted Brink (LINKS, Militärische Kompasse)


Datenblatt
- Abmessungen (gefaltet): 70 x 70 x 18 mm
- Gewicht: 140 g
- Lineal: 100 mm
- Teilung (Bundeswehr): 6400 Strich
- West-Ost-Querband (wie auf dem  Bézard-Kompass) während diese Linie auf den Kompassen des Warschauer Paktes immer entlang der Nord-Süd-Achse verläuft.
SEITENANFANG

AURICOSTE

Steckbrief: J. AURICOSTE ist ein französisches Unternehmen (für mehr Informationen HIER klicken).

Es hatte am Anfang des 20. Jh. einen Kompass gemäß dem System gebaut, das Johann von Bézard 1902 hatte patentieren lassen.
Im 1. Weltkrieg (siehe Werbung aus dem Jahr 1915) wurden die Schachteln mit den Flaggen der damals gegen Deutschland kämpfenden Länder dekoriert.

Die Form des Pfeils (auf dem Magnet und im Deckel) ist mit dem des Original-Bézard-Kompasses (bis auf die Einkerbung am Pfeilende) quasi identisch (siehe auch den Artikel Der Bézard-Kompass).


Papierzeiger, Rahmen unter dem Glas und Pfeil im Deckel waren mit Leuchtfarbe gestrichen.

Übersetzung der französischen bezeichnung:
Leuchtender Feld-Marschkompass


Der damalige Wert der Missweisung (ca. 9 Grad West) war dadurch berücksichtigt, dass der Papierzeiger um diesen Winkel verdreht auf dem Magnet geklebt war.
Datenblatt
- Durchmesser: 46 mm
- Gewicht: 35 g
Material:
- Gehäuse: Holz
- Deckel: Aluminium
- Lünette: Nickel (?)
Werbung aus dem Jahr 1915 (wurde in der VONIN -Akte gefunden)



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Schachtel mit den Flaggen der gegen Deutschland damals kämpfenden Nationen: Frankreich, Großbritannien, Holland, Luxemburg, Russland und Belgien (die USA kamen erst später dazu).

Die Bedienungsanleitung

(Kopien erhältlich)



 (Teil 1 - Bild anklicken für Teil 2)
(...)
SEITENANFANG

- B -

BAILLE LEMAIRE

Steckbrief: Die Fa. LEMAIRE war Bestandteil der Gruppe BAILLE LEMAIRE Fils & Cie, die Automobile um die Jahrhundertwende (1898-1905) gefertigt hatte.  Das Unternehmen meldete unter diesem Namen ein Patent an (Nr. 1.041.917, erteilt am 3. Juni 1953), in dem eine (vermutlich nie gebaute) moderne Version des bekannten Kompasstyps Modèle 1922 beschrieben wurde. Außerdem wurde unter diesem Namen eine Version des 1922er Modells mit Prismenoptik und Flüssigkeitsdämpfung angeboten (s. Lemaire).

Dreiseitenansicht



Höhenwinkelmesser-Funktion 




(Zum Vergrößern, Zeichnungen anklicken)
Diesem Patent lag das Konzept des Modèle 1922 mit durchsichtiger Kapsel zugrunde, aber es verfügte zusätzlich über einen nach unten um 45° ausklappbaren Spiegel ähnlich wie beim schweizerischen RECTA-Kompass. Das System wurde noch um eine Höhewinkelmesserfunktion ergänzt (Nr. 62.195 vom 29. Dezember 1954). Die Idee wurde jedoch  höchstwahrscheinlich nicht mehr umgesetzt, da die französische Armee etwa um diese Zeit den deutschen Kompasstyp Bézard einführte, dessen BUK-Modells  (Bézard-Universalkompass) diese Funktionalitäten seit bereits der Mitte der 1930er Jahre bot. Mit dieser Entscheidung hat die französische Regierung möglicherweise den Rückgang der Kompassindustrie in Frankreich beschleunigt. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Entscheidung durch besonders günstige Preise der deutschen Produkte (quasi als Reparaturzahlung) motiviert wurde.
SEITENANFANG

BARIGO

Steckbrief: Deutsches Unternehmen mit Sitz in Schwenningen. Die 1929 gegründete Barometerfabrik Richard GOES (BA-RI-GO) fertigt hauptsächlich Barometer.



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
- Abmessungen (ohne Tasche):
74 x 50 x 18 mm
- Gewicht (Kompass): 65 g
- Material:
. Gehäuse: Acryl
. Tasche und Schlaufe: Leder
- Peilung: durch einen quadratischen Ausschnitt und über den Metallspiegel im Deckel.
- Im Gehäuse liegt unter dem Kompass eine stark nachleuchtende Folie.

Anmerkung: Die Ledertasche dient nicht nur dem Schutz und der Unterstützung der Peilung. Das Acrylgehäuse sollte nur bei Bedarf angefasst werden, da sich Während der Handhabung (beispielsweise mit Wollkleidern) sehr leicht statisch auflädt. Die Nordspitze der Magnetnadel bleibt dann am Boden haften, wodurch der Kompass längere Zeit unbrauchbar wird.
SEITENANFANG

BARKER (Francis BARKER & Son)

Steckbrief: ehemaliges britisches Unternehmen (mehr Informationen HIER).

Die britische Armee verwendet gegenwärtig das Modell M-88. Das Vorgängermodell war der M-73-Kompass (vgl. mit dem ähnlichen Kompass der Fa. STANLEY ).
Chronologie der Barker-Marschkompassmodelle:
1910 - Service Pattern Liquid Prismatic Compass
1915 - Linsenkompass (Bild und Beschreibung: siehe DOLLOND), Vorläufer des M-1938 LENSATIC
1930 - Mk II Liquid Prismatic Compass
1932 - Mk III Liquid Prismatic Compass
1939 - Mk IX Dry Card Prismatic compass (ein normaler Typ Verner)
1942 - 42 Pattern Liquid Prismatic Compass
1966 - Mk 1 Liquid Prismatic Compass (wie Mk III aber mit 6400 Strich-Teilung)
1971 - M-71
1972 - M-72
1973 - M-73 (wird noch gebaut)
1988 - M-88 (wird noch gebaut)
Royal Geographical Society Muster: s. Steward

Zur Chronologie der verschiedenen Mark-Bezeichnungen siehe MARKunter VERSCHIEDENES/Terminologie. BARKER war der größte Hersteller von Kompassen und lieferte sie an zahlreiche Wiederverkäufer (Beispiele: Negretti & Zambra in der Kategorie Taschenkompasse sowie Brown bzw. Lawes Rabjohns in der Kategorie Geologenkompasse).

S. a. Taschen-, Geologen-, Marine- und Armbandkompasse
Alle Fotos sind dem Buch TRADEMARKLONDON* mit der Genehmigung des Autors entnommen (zum Vergrößern, Bilder anklicken)
* Siehe unter LINKS.



Modell Mk 1
Wurde auch für kurze Zeit in der französischen Armee verwendet.



Modell DICI

Das Logo besteht aus dem arabischen Buchstaben "djayisch" in einem Dreieck, dem Symbol der irakischen Streitkräfte in den 1970er Jahren.





Modelle  42 Pattern und Mark III



Modell M-73



Modell M-88

Datenblatt
...

Bedienungsanweisung (in engl. Sprache) :
Download auf der Website www.trademarklondon.com

Es gab ihn in 3 Versionen: mit einer Skala à 360 Grad, à 6400 Strich (NATO) sowie mit 6000 Strich (Bezeichnung: DICI) wie bei den Armeen der Ostblockstaaten und einiger arabischer Länder. Es war eine Sonderanfertigung für arabische Länder, u.a. für Saddam Husseins irakische Truppen.

SEITENANFANG

BÉZARD

Der (originale) Bézard-Kompass wurde von der Firma LUFFT hergestellt. Dem BÉZARD-Kompass wird hier aufgrund des sehr umfangreichen Stoffes ein eigenes Kapitel (siehe DER BÉZARD-KOMPASS) gewidmet.
Darin werden auch die zahlreichen nachgemachten Modelle behandelt.

Bild rechts: ein typischer Bézard-Kompass mit seiner Ledertasche
SEITENANFANG

BREITHAUPT (clk)

Steckbrief: Deutsches Unternehmen (mehr Informationen HIER).

Während des 2. Weltkriegs lautete sein industrieller Code clk
(siehe auch Kategorie GEOLOGEN-Kompasse)

Marschkompass (M.Ko)
Kompass-Grundmodell der Reichswehr und der späteren Wehrmacht.


Deckelbeschriftung:
F. W. BREITHAUPT & SOHN
43570
KASSEL

Heeres-Dienstvorschrift (H.Dv.362) vom 18 Dezember 1928 (unverändert wieder gedruckt 1940)


Es existierten mehrere Ausführungen: aller Wahrscheinlichkeit nach wurden sie zunächst komplett aus Messing hergestellt. Die umklappbare Anlegekante war anfänglich nur 50 mm lang. Mit zunehmender Werkstoffknappheit während des 2. Welktkriegs wurde die Fertigung umgestellt. Die Deckelform änderte sich und das Lineal wurde auf 60 mm verlängert. Allen gemeinsam war die Teilung: 6400 Strich, linksdrehend. Weitere Unterschiede: siehe Datenblätter.
DECKELFORMEN (Vergleich)

Datenblatt
- Durchmesser: 54 mm
- Höhe: 17 mm
- Gewicht: 130 g
- Gehäuse: Messing
- Deckel: Messing mit "schmaler Nase" und 3 Nieten am Scharnier
- Ring: Nickel
- Lineal: 50 mm, klappbar

Datenblatt
- Durchmesser: 54 mm
- Höhe: 17 mm
- Gewicht: 60 g
- Gehäuse: Nickel
- Deckel: Aluminium mit "breiter Nase" und vier Nieten am Scharnier
- Ring: Messing
- Lineal: 60 mm, umklappbar

Dieses Modell übernimmt die Gehäuseform des von der Firma BUSCH für den Jungendienst entwickelten Kompasses. Es wurde zur Grundform fast aller späteren deutschen Wanderkompasse (s. WILKIE, PASTO, FPM).

Prägung an der Unterseite: Stempel vom Materialprüfungsamt (stilisierte Buschstaben: MP). Das liegende S steht für den Bakelit-Typ und OW ist der Code für den Bakelithersteller (Für mehr Information, bitte HIER klicken - englische Website).
Datenblatt
- Teilung: 6400 Strich linksdrehend
- Abmessungen: 75 x 55 x 20 mm
- Gewicht: 110 g
- Bakelitgehäuse
- Messingdeckel, schwarz lackiert, rau
- Kordel
- Anlegekante: 50 mm
- Firmenname BREITHAUPT neben der Anlenkung des Deckels
 

Glatter schwarz lackierter Deckel mit einem großen A in weißer Farbe (ab 1944)
Aus den Heeresmitteilungen von 1944 ist Folgendes zu entnehmen (Mitteilung vom 25.5.44):
"Gleichzeitiger Gebrauch von "Marschkompass vereinfacht" und "Marschkompass A".
Bei gleichzeitigem Gebrauch des linksläufigen Marschkompass vereinfacht und des neu eingeführten rechtssläufigen Marschkompass A ist zu beachten:
- Marschzahl MKo vereinfacht gleich 64 weniger Marschzahl Kompass A
Bedienungsanleitung (Heeresdienstvorschrift
vom 10.01.1945)


- Marschzahl "Kompass A" gleich 64 weniger "Marschzahl MK vereinf."
Der Marschkompass A war nur deshalb mit einem großen A gekennzeichnet, damit man ihn von den bisher linksläufigen Kompassen sofort unterscheiden konnte, da die Marschzahlen bei ihm im Uhrzeigersinn und nicht wie bisher gegen den Uhrzeigersinn liefen.
(Zitiert nach Militaria-Fundforum)
Datenblatt
- Teilung 6400 Strich rechtsdrehend
- Abmessungen: 75 x 55 x 20 mm
- Gewicht: 110 g
- Bakelitgehäuse,
- Messingdeckel, schwarz lackiert
- Kordel
- Anlegekante: 50 mm

Bei diesem sogenannten Marschkompass "A" ist die Drehachse der Magnetnadel durch eine schwarze Scheibe mit einem weißen, die OST-WEST-Achse darstellenden Balken verdeckt. Dieses Design findet sich bei den späteren Nachkriegsmodellen der Fa. FPM wieder.




KOMMENTAR: Dieser Kompasstyp (COKIL) wurde viel (und wird noch) in der V.R. China nachgebaut (siehe Exponate "CHINA", Typ 5-1 und 6-2).
 
Datenblatt
Serien-Nr. (vom Teilkreis verdeckt): 65142
- Durchmesser: 60 mm
- Höhe: 20 mm
- Gewicht: 170 g
- Aluminiumgehäuse und -ring,
- Lineal: 100 mm (aufgeklappt)
- Neigungsmesser in Grad
- Wehrmacht-Feldgrau lackiert


Auf dem Zifferblatt ist die Abkürzung DRGM (Gebrauchsmuster für das III. Reich), aber auf dem Teilkreis wird die Himmelsrichtung OST mit zwei Buchstaben (OE) angegeben:
O für OST und E für EAST, was vor 1945 undenkbar gewesen wäre.
Auf der Außenseite ist zusätzlich zum Kurvenmesser eine Tabelle, die derjenigen des PEIGNÉ-Systems nachempfunden ist (siehe Geologen- und Artilleriekompasse).




(Fotos copyright Peter Spielberg).
Marschkompass
40er Jahre. Seriennummer: 103201.

Datenblatt
Zusätzlich zum Pendelklinometer besaß dieses Modell eine Libelle und einen durchsichtigen Glasboden. Am Anfang und am Ende des 10 cm Lineals befinden sich je eine rote und eine schwarze Marke als Visierhilfe zum Bestimmen eines Höhenwinkels. Die Arretierung der Magnetnadel erfolgt mit einem manuell betätigten Hebel (neben dem Teilkreis).

Modell CONAT
Marschkompass der deutschen Bundeswehr seit den frühen 70er Jahren.
Im Patent (Nr. 1730856 - 1956) wurde ein Spiegel mit automatischer Arretierung bei 45° beschrieben.
Patent, Abb. 1-4

Beschriftung der Deckel-Innenseite:
Firmenlogo, NATO-Versorgungsnummer und BUNDESWEHR



Datenblatt
(siehe BREITHAUPTs eigene Website)
SEITENANFANG

BRUNSON

Steckbrief: US-Hersteller, von A. N. Brunson in 1927 in Kansas City, Missouri, gegründet. Lesen sie die komplette Geschichte der Fa. (Englisch) auf ihrer eigenen Website: www.brunsonkc.com.


(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Standard Linsenkompass der US-ARMY.
Quasi identisch mit dem Produkten von Cammenga, Stocker & Yale (SandY) usw.
Diese Kompasse enthalten Tritium (H3) und sind schwach radioaktiv. Mehr Bilder bei CAMMENGA.
Datenblatt
- Abmessungen: ... x ... x ... mm
- Gewicht: ... g
- Datum: 12/62

BÜCHI

Steckbrief: Schweizerisches Unternehmen mit Sitz in Bern.

Auf diesem Kompass steht: "Pat. NIEDERMANN". Gemeint ist Albert Niedermann, der sich dieses System am 20. Januar 1929 in der Schweiz patentieren ließ. Das Museum besitzt eine Ausfertigung der französischen Version davon (Nr. 728.940 vom 20 Dezember 1931). A. Niedermannn ließ mehrere weitere Systeme Patentieren, jedoch bleibt unklar, ob diese auch gebaut wurden.

Dieses Patent ist insofern interessant, weil es einen nach unten um 45 Grad geneigten Spiegel zeigt. Dieses System wurde zehn Jahre später von RECTA und nach dem 2. Weltkrieg von WILKIE wiederverwendet.
(siehe auch Geologen- und Artillerie-Kompasse).


Abb. 1 auf Bl. 3 des NIEDERMANN Patents

Datenblatt
- Abmessungen: 92 x 65 x 18
- Gewicht: 130 g
- Zwei Maßstäbe: 1:50.000 und 1:100.000

Anm.: In einer Bergsteiger-Zeitschrift (Die Alpen, 1943) empfiehlt ein Benützer, den Teilkreissteg ähnlich wie beim Bézard-Querband (ORIGINAL-BÉZARD) als West-Ost-Linie auf die Karte zu legen und die Gehäusekante als Lineal zu verwenden. (Kopien der Bedienungsanweisung und des genannten Artikels erhältlich - siehe Boutique).
SEITENANFANG

BURNAT, Henri

Steckbrief: früherer französischer Hersteller von Instrumenten für Wanderer (der Firmen-Name war Baudet-Burnat, mehr darüber HIER). Henri BURNAT ließ sich mehrere Erfindungen patentieren, darunter ein System zur Befestigung der Kompasskapseln in den Gehäusen. Er produzierte Kompasse, Höhenmesser und Schrittzähler. Das Firmenlogo (auf der Kompassrose über dem Himmelspunkt SÜD angebracht) stellte einen Kartenleser dar zusammen mit den Anfangsbuchstaben H(enri), B(urnat) und PARIS.

Der vorliegende Marschkompass ähnelte dem berühmten Modèle 1922, aber er bot zahlreiche weitere Funktionalitäten.
Siehe auch Taschenkompasse (Burnat und Baudet).
(Es liegen keine weiteren Daten vor - Ihre Hilfe ist gefragt!).



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)




Messung eines Neigungswinkels über Kimme und Korn (die rote Linie ist nur zur Sichtbarmachung dazu gemalt). Der Winkel wird im Spiegel abgelesen.

(Bild anklicken für Detailansicht des Neigungsmessers)
Datenblatt
- Abmessungen: 85 x 68 x 20 mm
- Gewicht: 90 g
- Spiegel beidseitig poliert für Kompass und Neigungsmesser
- Anlegekante: 50 mm
- Neigungsmesserskalen in Grad und Prozent. Anpeilens erfolgt über Kimme (weiße Farbe) und Korn (2 mm Stift auf dem Deckel)
- Flüssigkeitsgedämpfte Rose mit zwei Leuchtpunkten bei NORD. Das Auffüllen der Kapsel erfolgt mittels einer Einfüllöffnung mit Schraubverschluss (links).
- Drei Leuchtpunkte an der Kapsel: einer in der Peilachse, je einer beidseitg in 60 Grad Abstand



(Fotos Privatsammlg.)
SEITENANFANG

BUSCH (cxn)

Steckbrief: ehemaliges deutsches Unternehmen (mehr Informationen HIER).

Die BUSCH-Kompasse wurden nur während eines kurzen Zeitraums (hauptsächlich 30er und 40er Jahre, sowie einige J. nach dem 2. WK) produziert. Das offizielle Logo (Bild rechts) war auf den Kompassen leicht stilisiert: es stellte einen perspektivisch verformten Kompass-Abschnitt dar, der aus einem abgeflachten Dreieck d.h. einer stilisierten Kompassnadelpitze, in dem der Anfangsbuchstabe (B) eingeschrieben war, und einem Sektor einer Kompassrose bestand.

Von BUSCH sind mindestens drei Grundformen von Kompassen bekannt. Sie werden in einem Katalog für das Jahr 1935 beschrieben (s. Tabelle nachstehend).
Alle Kompasse weisen eine linksläufige 6400er-Strichteilung auf.



Jungendienst-Kompass Modell X (ohne Spiegel)
(s. Katalog nächste Zeile)


Originalkatalog mit Bedienungsanweisung
(ca. 1935)
(Zum Begriff 'JUNGENDIENST': siehe Erläuterung im Glossar unter VERSCHIEDENES/Terminologie)

Jungendienst-Kompass Modell XI (mit Spiegel)

Diese Gehäuseform war lange nach dem 2. WK das grundsätzliche Design vieler deutscher Wanderkompasse (siehe PASTO, WILKIE und FPM).

Die Tragetasche war lediglich ein Stoffsäckchen.


Datenblatt
- Abmessungen: 70 x 55 x 18 mm
- Gewicht: 67 g
- Gehäuse: Bakelit
- Tasche: Stoff

Das Unternehmen hatte sich für die zwar von der Hitler-Jugend politisch getrennten aber paramilitärischen Zielen verfolgenden Jugendorganisationen "JUNGENDIENST" (s. Glossar unter VERSCHIEDENES) stark engagiert. Es heißt u.a. im Handbuch "DEUTSCHER JUNGENDIENST" (1933), dass der gleichnamige Kompass speziell für diese Organisation entwickelt worden sei.
Die Bedienungsanweisung im Handbuch
DEUTSCHER JUNGENDIENST
ist in gotischer Schrift gedruckt.
Katalog 1933 - Die beiden Grundmodelle vom Marsch- und Jungendienstkompass (mit und ohne Spiegel, Bakelitgehäuse)


Die mitgelieferte Gebrauchsanweisung



(Bild anklicken : Seite 2)

Marschkompass II
Diese Gehäuseform findet sich auch beim BREITHAUPT mit Neigungsmesser und Kartenleser sowie den entsprechenden chinesichen nachgebauten Versionen wieder. FPM fertigte auch einen ähnlich geformten Kompass für die KVP.

(Bild anklicken: Logo und Ledertasche)
Der gleiche Gehäusetyp aber mit Fluid-Kapsel und schwarzer Kompassrose
Rechts: Pappschachtel:
 

Datenblatt
- Abmessungen: 65 x 57 x 16 mm
- Gewicht: 70 g
- Gehäuse: Bakelit
- Leuchtlinie auf Glas: Ost-West
- Tasche: Leder

Marschkompass I
Von diesem Kompass sind zwei Varianten bekannt: die weitverbreitete Standardlösung und die spätere Version mit Fluidkapsel.

Siehe auch das Messmittel PLANZEIGER

Datenblatt
- Abmessungen: 68 x 55 x 18 mm
- Gewicht: 130 g
- Gehäuse: Messing
- Ring: Nickel
- Klapplineal: 5 cm

(Bild anklicken: Ansicht vom Kompass offen)

(Bild anklicken: Ansicht vom Kompass offen und zerlegt)
Datenblatt
- Abmessungen: 68 x 55 x 18 mm
- Gewicht: 75 g
- Gehäuse: Aluminium
- Fluidkapsel
- Leuchtlinie auf Glas: Nord-Süd
- Klapplineal: 6 cm

Dieser Kompass gehörte einem US-Soldaten der im 2. WK in Italien kämpfte. Er gehörte der sogenannten  First Special Service Force, die auch unter dem Namen “The Devil's Brigade” bekannt wurde. Diese Einheit setzte sich zusammen aus amerikanishen und kanadischen Commandos und erlebte sehr heftige Kämpfe insbesondere bei Anzio.
Spezialversion des weiterentickelten Jungendienst-Kompasses für die italienischen Truppen Mussolinis.


Fotos T. Schifani
(Bild rechts anklicken zw. Detailansicht)
Datenblatt
- Abmessungen: 75 x 55 x 20 mm
- Gewicht: 110 g
- Gehäuse: Bakelit
- Teilung: 360 Grad rechtsdrehend, Himmelsrichtungen gemäß den Abkürzungen für lateinische Sprachen (NESO - siehe Verschiedenes/Himmelsrichtungen - Frankreich)
- Radiummarken: 2 Punkte bei Nord, je einer bei den anderen Himmelsrichtungen.
- Strich für Magnetisch Nord bei ca. 6 Grad West

 

(Detailansicht: Bild rechts anklicken)
  Busch-Göttingen entwickelte für die Bundeswehr (Bw) einen Kompass aus Plexiglas. Er hatte eine durchsichtige Dose und war mit Höhensymbolen zur Entfernungsmessung an der rechten Seite (Gebäude, Lkw, stehende Person) versehen. Außerdem war die Deklinationsmarke einstellbar und sein Spiegel hatte einen Schlitz. Schließlich war er mittels Gummifüsschen gegen Verrutschen auf der Karte gesichert. Er wurde vermutlich jedoch nur in geringer Stückzahl zum Zeitpunkt der Bw-Gründung (1956) gefertigt. Seine NATO-Versorgungs-Nr. war 6605-12-120-1507.

(Fotos copyright Dr. Spielberg und
Militaria-Fundforum/Knochensack44)

KOMMENTAR: es ist anzunehmen, dass sich das Gehäuse leicht statisch auflud (siehe BARIGO weiter oben), was die Verwendung unmöglich machte.
SEITENANFANG
FORTSETZUNG