MARSCHKOMPASSE

ALPHABETISCHES VERZEICHNIS DER IDENTIFIZIERTEN HERSTELLER

Die nachstehende Übersicht enthält nur die Namen der bekannten Hersteller von hier ausgestellten Produkten. Einige Kompasse konnten keinem Hersteller zugeordnet werden. Es wurden auch einige Fachbegriffe hinzugefügt.
A
Abercrombie & Fitch
Anglo-Swiss Ass.
Argentinas Armee
ASKANIA
AURICOSTE
AZIMUT (A3ИMYT auf Russisch)
B
BAILLE-LEMAIRE
BARIGO
BARKER
BÉZARD
B-L
BODAN (s. Askania)
BREITHAUPT
BROWNE (siehe H. B. & S.)
BRUNSON
BÜCHI
BURNAT
BUSCH (cxn)

C
CAMMENGA
CHINA
clk (s. Breithaupt)
CRC
CREAGH OSBORNE
cro (s. FUESS)
CRUCHONS & EMONS
cxn (s. BUSCH)
D
DELCROIX
DEMARIA-LAPIERRE
DLM
DOIGNON
DOLLOND
DOMATIC
DUROPLAST
E
ESCAPE COMPASS
    (Fluchthilfe-Kompass)
ESCHENBACH
F
FALKE
F-L (French Ltd)
FPM - Freiberger
    Präzisionsmechanik
FUESS (cro)
fxn (s. SCHIECK)

G
G150
GAMMA
GERLACH
GKS
GLAUSER
GURLEY
H
hap (s. KOHL)
H. B. & S.
HUGHES
I
I.O.R.
ISRAEL (Mk III)
J
JEZNACKI
K
KERN
K.M.32
KOEHN
KOHL Max (MK, hap)
Kommit (C. Stockert)
K&R (Kasper & Richter)
KRÖPLIN
KÜHRT
KULVIEC

L
LEGH (Major)
LEMAIRE
LENSATIC (Linsenkompass)
LEUPOLD
LIONEL Corp.
LUFFT
LYTH
M
M-1938
M-1950 (s. Lensatic)
M-49, M-53 (YU)
M-73, M-88 (GB)
MAGNAPOLE
MAG. TRNG
MEOPTA
MERIDIAN
MK (s. KOHL)
M (Forts.)
Mk 1
Mk III
Mk 4 / IV (s. Glauser und SISTECO)
M.K.32
Modèle 1922
MOM
MORDAN
MORIN
N
NEUFA (s. GKS)
NIEDERMANN
NIFE
NEWTON

O
OMI
OPTOS
ORION (s. Kröplin)
P - Q
PO-52 (Teleoptik, YU)
PASTO
PLAN Ltd
PÖFERLEIN
Prismenkompass
R
Radio Militaire
RECORD
RECTA
REFLECTOR
S
"S" (s. STOCKERT)
SCHIECK
SCHLACHT
SECRETAN
SHORT & MASON
SILVA
SINCLAIR
SIRS
SISTECO
ŠP
SPERRY

S (Forts.)
STANLEY
STEIN (von)
STEWARD
STOCKER & YALE
STOCKERT ("S")
SUPERIOR MAGNETO
SÜSS NÁNDOR
T - U
TELEOPTIK
T.G. Co Ltd London
Training
TRIUMPH
TYCOS

V
VAUCHER
VEB Plastverarbeitung
VERNER
W
WARDALE
WEHRSPORT
WILKIE
WINTERER
X
Nicht identifiziert
(Deutschland oder Österreich)

Y
YEATES & SON
Z
Z.I.E.L.
ZIKO

- A -

ABERCROMBIE & FITCH

Steckbrief:  Der Name geht zurück auf David Abercrombie, der 1892 Abercrombie & Co. gründete und einen Campingladen am Hafen von Manhattan aufmachte. Ezra Fitch, damals Rechtsanwalt, fühlte sich sehr gelangweilt von seinem damaligen Beruf und genoss es lieber draußen zu campen und stieg in das Geschäft mit David Abercrombie ein. 1904 wird der Name Abercrombie & Co. offiziell zu Abercrombie & Fitch (Quelle: WIKIPEDIA).

A. & F. vertrieb vermutlich nach dem 1. Weltkrieg einen ähnlichen Spiegelkompass wie PLAN Ltdund Cruchon & Emons (sowie Taschenuhrförmige Kompasse). Es handelte sich um eine stark vereinfachte zivile Version für Jäger und Wanderer. Der sichtbarste Unterschied lag in der runden Aussparung (Visier) im Deckel: sie ist in den anderen Versionen pfeilspitzenförmig ausgestanzt. Im Gegensatz zu den militärischen Instrumenten waren die Markierungen nicht mit Radiumfarbe ausgeführt. Es gab keine zusätzliche seitliche Bremse der Kompassscheibe. Der Tragring war nicht mit Schrauben befestigt, sondern nur in die Halterung reingesteckt. Die Arretierung bestand aus einem Drückhebel, der sich auf der Tragringhalterung befand.
Prägung an der Rückseite: Abercrombie & Fitch Co. New York - Made in Switzerland.
Zum Vergrößern, Bild oben anklicken.

Anglo-Swiss Association

Steckbrief: Die Anglo-Swiss Association war ein Unternehmen, in dem folgende Hersteller zusammengeschlossen waren (?). Es war im Jahre (?) gegründet worden und wurde ...(?) aufgelöst. Das einzige bekannte Produkt war ein Kompass nach Verners Muster, der während des 1. Weltkriegs für die British Army hergestellt wurde.
(Foto Jaypee - Privatsammlg.)
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ASKANIA (BODAN)

Steckbrief: ASKANIA ist ein deutsches Unternehmen (für mehr Informationen HIER) klicken.
Dieser Kompass trägt eine sogenannte NATO Stock Number (NSN), in der die Zahl 6605 für Marschkompass und die 12 für Deutschland stehen. Die anderen Zahlen sind das Kennzeichen des Herstellers, bzw. der Spezifikation. Er wurde in der Bundeswehr (gegründet 1956) aber vermutlich auch beim deutschen Bundesgrenzschutz (gegründet 1951) eingesetzt (siehe auch weiter unten das Modell CONAT der Fa. Breithaupt).

(Zum Vergrößern, Bild anklicken)



Diesen Kompass ziert das sogenannte Perkin-Emblem, ein aus drei Dreiecken gebildetes Logo, die die drei (groß geschriebenen) "A" im Wort "AskAniA" darstellen (siehe rechts). Ferner ist im Deckel der Name des Herstellerwerkes geprägt: BODENSEEWERK.


Das Logo mit dem Namen AskAniA, in dem jeder Buchstabe A groß geschrieben wird. Zusammen mit dem darunterliegenden Oval bildet es graphisch eine Krone. Die Form eines jeden A erinnert an Freimaurersymbole:



Zum Vergrößern, Bild anklicken
Foto Ted Brink (LINKS, Militärische Kompasse)


Datenblatt
- Abmessungen (geschl.): 70 x 70 x 18 mm
- Gewicht: 140 g
- Anlegekante: 100 mm
- Teilung (Bundeswehr): 6400 Strich
- West-Ost-Querband (wie auf dem  Bézard-Kompass). Diese Linie verläuft auf den Kompassen des Warschauer Paktes immer entlang der Nord-Süd-Achse.
Belgiens Kompassversion

 
Ein anderes, sehr ähnliches Modell wurde bereits in den späten 1940er und frühen 50er Jahren von den niederländischen und den belgischen Streitkräften verwendet. Der Teilkreis dieser Kompassen war doppelt belegt (360° und 6400 Strich).

Die belgische Armee (ABL = Armée Belge / Belgisch Leger) verwendete Kompasse der BODAN-Serie. Ein Logo zeigt die Buchstaben W und V übereinander in einem Kreis über dem Namen der Stadt BIELEFELD.
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AURICOSTE

Steckbrief: J. AURICOSTE ist ein französisches Unternehmen (für mehr Informationen HIER klicken).

Es hatte am Anfang des 20. Jh. einen Kompass gemäß dem System gebaut, das Johann von Bézard 1902 hatte patentieren lassen.
Im 1. Weltkrieg (siehe Werbung aus dem Jahr 1915) wurden die Schachteln mit den Flaggen der damals gegen Deutschland kämpfenden Länder dekoriert.

Die Form des Pfeils (auf dem Magnet und im Deckel) ist mit dem des Original-Bézard-Kompasses (bis auf die Einkerbung am Pfeilende) quasi identisch (siehe auch den Artikel Der Bézard-Kompass).


Papierzeiger, Rahmen unter dem Glas und Pfeil im Deckel waren mit Leuchtfarbe gestrichen.

Übersetzung der französischen bezeichnung:
Leuchtender Feld-Marschkompass


Der damalige Wert der Missweisung (ca. 9 Grad West) war dadurch berücksichtigt, dass der Papierzeiger um diesen Winkel verdreht auf dem Magnet geklebt war.
Datenblatt
- Durchmesser: 46 mm
- Gewicht: 35 g
Material:
- Gehäuse: Holz
- Deckel: Aluminium
- Lünette: Nickel (?)
Werbung aus dem Jahr 1915 (wurde in der VONIN -Akte gefunden)



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Schachtel mit den Flaggen der gegen Deutschland damals kämpfenden Nationen: Frankreich, Großbritannien, Holland, Luxemburg, Russland und Belgien (die USA kamen erst später dazu).

Die Bedienungsanleitung

(Kopien erhältlich)



 (Teil 1 - Bild anklicken für Teil 2)
(...)
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AZIMUT (A3ИMYT bzw. a3uMym auf Russisch)

Steckbrief: Ehem. russischer Hersteller. Instrument vermutlich in den 50er/60er J. hergestellt? (es liegen uns leider keine Daten vor).



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Dieses Instrument mit Himmelsrichtungen in deutscher Sprache war höchstwahrscheinlich für den Export in die DDR bestimmt.

Die Magnetnadel is quasi unsichtbar. Ein orangefarbener Pfeil


Das Logo (drei Balken in einem Kreis) befindet sich über dem Lineal (Null der Anlegekante)


Der Hersteller- Name in Klein- buchstaben auf der Papp- schachtel: "a3uMym" (m = t!)
Datenblatt
- Abmessungen: 85 x 60 x 19 mm
- Teilung: 360 deg.
- Leuchtmarken: 2 Punkte bei Norden, je 1 Pkt. bei O, S, W, ein Dreieck auf der Nadelspitze
- Lineal: 60 mm (weiße Farbe)

Der Herstellername in Großbuchstaben an der Unterseite des Gehäuses:

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- B -

BAILLE LEMAIRE

Steckbrief: Die Fa. LEMAIRE war Bestandteil der Gruppe BAILLE LEMAIRE Fils & Cie, die Automobile um die Jahrhundertwende (1898-1905) gefertigt hatte.  Das Unternehmen meldete unter diesem Namen ein Patent an (Nr. 1.041.917, erteilt am 3. Juni 1953), in dem eine Modèle 49 genannte, modernisierte Version des bekannten Kompasstyps Modèle 1922 beschrieben wurde. Außerdem wurde unter diesem Namen eine Version des 1922er Modells mit Prismenoptik und Flüssigkeitsdämpfung angeboten (s. Lemaire-Kompasse).

Dreiseitenansicht
gemäß dem Hauptpatent



Höhenwinkelmesser-Funktion
gemäß der Patentergänzung




(Zum Vergrößern, Zeichnungen anklicken)
Diesem Patent lag das Konzept des Modèle 1922 mit durchsichtiger Kapsel zugrunde, aber es verfügte zusätzlich über einen nach unten ausklappbaren Spiegel ähnlich den Konzepten der chweizer Hersteller RECTA und BÜCHI. Das System wurde noch um eine Höhewinkelmesserfunktion ergänzt (Nr. 62.195 vom 29. Dezember 1954). Die Idee wurde von der französischen Armee im 1. Vietnam-Krieg getestet. Etwa um diese Zeit wurde auch der deutschen Kompasstyp Bézard eingeführt, dessen UBK-Modells  (Universal-Bézard-Kompass) diese Funktionalitäten bereits seit der Mitte der 1930er Jahre bot. Mit dieser Entscheidung hat die französische Regierung möglicherweise den Rückgang der Kompassindustrie in Frankreich beschleunigt. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Entscheidung durch besonders günstige Preise der deutschen Produkte (quasi als Reparaturzahlung) motiviert wurde.
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BARIGO

Steckbrief: Deutsches Unternehmen mit Sitz in Schwenningen. Die 1929 gegründete Barometerfabrik Richard GOES (BA-RI-GO) fertigt hauptsächlich Barometer.



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
- Abmessungen (ohne Tasche):
74 x 50 x 18 mm
- Gewicht (Kompass): 65 g
- Material:
. Gehäuse: Acryl
. Tasche und Schlaufe: Leder
- Peilung: durch einen quadratischen Ausschnitt und über den Metallspiegel im Deckel.
- Im Gehäuse liegt unter dem Kompass eine stark nachleuchtende Folie.

Anmerkung: Die Ledertasche dient nicht nur dem Schutz und der Unterstützung der Peilung. Das Acrylgehäuse sollte nur bei Bedarf angefasst werden, da es sich während der Handhabung (beispielsweise mit Wollkleidern) sehr leicht statisch auflädt. Die Nordspitze der Magnetnadel bleibt dann am Boden haften, wodurch der Kompass längere Zeit unbrauchbar wird.
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BARKER (Francis BARKER & Son)

Steckbrief: ehemaliges britisches Unternehmen (mehr Informationen HIER und in unseren LINKS).
S. a. Taschen-, Geologen-, Marine-, Flucht- und Armbandkompasse

Chronologie der Barker-Marschkompassmodelle:
(Die Links führen zu Einträgen mit allgemeinen Erläuterungen zu den Kompasstypen)
1868-75 (?) - Prismenkompass mit Singer-Rose und in einem neuartigen Gehäuse, das später für das Verner-System verwendung fand.
1903 - R.G.S. (Royal Geographical Society) Muster: s. Armbandkompass und Steward
1910 - Service Pattern Liquid Prismatic Compass
1916 - Linsenkompass (Bild und Beschreibung: siehe DOLLOND)
1930 - Mk II Liquid Prismatic Compass
1932 - Mk III Liquid Prismatic Compass
1939 - Mk IX Dry Card Prismatic compass (ein normaler Verner-Typ)
1942 - 42 Pattern Liquid Prismatic Compass
1966 - Mk 1 Liquid Prismatic Compass (wie Mk III aber mit 6400 Strich-Teilung)
1971 - M-71 - Übergang von Radium zu Tritium-Leuchtmarken
1972 - M-72 - Andere Befestigung des Deckels (verschraubt anstatt gelötet)
1973 - M-73 (wird noch gebaut - s. PYSERs Website)
1988 - M-88 (wird noch gebaut - s. PYSER's website)
Foto oben: Modell M-88
Anm.: Die britische Armee verwendet gegenwärtig das Modell M-88. Das Vorgängermodell war der M-73-Kompass
(vgl. mit den ähnlichen Kompassen der Fa. STANLEY G150 und SILVA Mark IV).

Zur Chronologie der verschiedenen Mark-Bezeichnungen siehe MARK unter VERSCHIEDENES/Terminologie. 

Bildertafel
- 1. Reihe: Dieser Kompass stellt eine Zwischenstufe zwischen den großen Geologen-Prismenkompassen vom Typ Schmalcalder und den späteren Modellen nach Verners Muster dar. 
Dieses Instrument wird in den vorliegenden Barker-Katalogen nicht aufgeführt.
- 2. Reihe: Modell Mark V
- 3. Reihe: Linsen-Kompassmodelle
- 4. Reihe:
MK 1, DICI, Pattern 42 und Mk III
- 5. und 6. Reihe : M72 und M73

Wenn nicht anders angegeben sind alle Fotos dem Buch TRADEMARKLONDON mit der Genehmigung des Autors entnommen
(Z
um Vergrößern, Bilder anklicken).

1 -  Modell-Bezeichnung (?)


Zylindrisches Gehäuse in
Taschenuhrform. Vorläufer des späteren Verner-Systems. Möglicherweise die erste Ausführung eines Kompasses in dieser Form.

Datenblatt
- Durchmesser: 50 mm
- Visierfenster-Durchm.: mm
Die Visiereinrichtung besteht aus einem feinen Strich im Fenster des angelenkten Deckels.
Der Verkäufername auf der Kompassscheibe gemäß Singers Muster:
E. Lennie - 46 Princes St., Edinburgh



Unten: Version mit schlichtem Singer- Muster



(Foto Jaypee)

Der kleine Druckknopf zur Abbremsung der Pendelbewegungen der Kompassrose befindet sich hier unter der Anlenkung.



Das Logo von F. Barker & Son mit dem Buchstaben S richtig herum. Dies bedeutet, dass das Instrument noch vor Barkers Tod im J. 1875 gefertigt worden ist.

2 -  Verner's Pattern Mark V


Fotos Mark Thompson




F. Barker & Sons Markierung, 1907.
Dieses besondere Kompassrosen-Muster hieß Service Pattern


Datenblatt
- Durchmesser: 50 mm
- Großes Visierfenster-Durchm.: mm



3 -   Linsen-Kompass
Barker entwickelte und patentierte 1916 (Nr. 103.019) das Prinzip des Linsenkompasses. Diese technische Lösung wurde später in zahlreiche Instrumente implementiert (USA), aber Barker zog das viel präzisere prismatische system vor.

Der Rand der Windrose ist nach oben angewinkelt in der Patent- Beschreibung (Fig. 1, letter "g" - Beispiel: HIER klicken)


Foto Nick Godridge 
Bild anklicken: Ansicht der Windrose

Das Fenster im Deckel war größer und zentriert bei diesem Modell aber kleiner und dezentriert in Richtung Anlenkung in der endgültigen Version (Bild rechts).



(Foto Jaypee - Beschreibung HIER)

4.1 -  Modell Mk 1 (ohne Bild)
Es handelte sich um eine modernisierte Version des Mk III- Kompasses mit Strichteilung und ohne Himmelsrichtungen an der Außenseite.
ACHTUNG: Das in der französischen Armee von ca. 1972 bis Ende der 80er J. MK1 genannte und verwendete Instrument war in Wirklichkeit ein M-72!


Foto Jaypee - MK 1 franz. Armee - Auszug aus dem Wartungshandbuch



Modell DICI (6000 MILS)

Das Logo besteht aus dem arabischen Buchstaben "djayisch" in einem Dreieck, dem Symbol der irakischen Streitkräfte in den 1970er Jahren.



Die Modelle 42 Pattern (l.) und Mark III (r.) mit Teilungen und Himmelsrichtungen in weißer Farbe um das Gehäuse herum (Mk III: s. T.G. Co-Ltd)

4.2 - Modell Mk III (OMI) mit arabischer Beschriftung

(S.a. ISRAELs Version)
 

Fotos Ion Argyriadis
Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Die Beschriftung der Kompassrose, des  Teilungsrings und der umlaufenden Außengravur war komplett in arabischer Sprache (s. Verschiedenes / Himmelsrichtungen).

 

Hersteller (rücks.): NISTRI OMI* ROMA.
*Ottica Meccanica Italiana
Dieses Unternehmen agierte vermutlich nur als Zwischenhändler. Es wurde in den 1980er J. geschlossen.
Datenblatt
Teilung: 360 Grad, rechtsdrehend, Nordmarke  auf der Kompassscheibe aus radiumhaltiger Farbe, Tritiumröhrchen am Teilungskreis
Rückseite: Der Text unter den gekreuzten Schwertern bedeutet: Saudi Army
Serien-Nr. 1472
 
5 -   M-71 (links) / M-72  (r.)


Foto r.: Mischversion -MILS-Teilung auf einer M-71-Kompassrose (die  Nordmarke ist ein Dreieck)


Schutzgitter
S. u. das verbesserte System des M-73

Detailansicht der Zifferblätter von M-72 und M-73: Bilder links anklicken


M-71/M-72 - Datenblatt

Material: Messing-Gehäuse und -Deckel
Gewicht: 315 g

Die Nordmarke des M-71 war ein Dreieck mit  Tritium-Röhrchen auf der Scheibe sowie auf der Außenskala. Dieses System folgte auf die Raute und die großen Radiummarken des Mk III's (s. T.G. Co. Ltd).
6 -   M-73 (360°)




(Fotos Jaypee)

Vergleich der Anlenkungsmechanik
Links: Mk III (verschweißt)
Rechts: M-73 (verschraubt)
M-73 - Datenblatt
(s.a. PYSERs Website)
Material: Aluminum-Gehäuse und -deckel
Gewicht: 215 g

Bedienungsanweisung (in engl. Sprache):
Download von der Website www.trademarklondon.com

Es gab ihn in 3 verschiedenen Versionen: mit einer Skala à 360 Grad, à 6400 Strich (NATO) sowie mit 6000 Strich (Bezeichnung: DICI) wie bei den Armeen der Ostblockstaaten und einiger arabischer Länder (s. o.). Es war eine Sonderanfertigung für arabische Länder, u.a. für Saddam Husseins irakische Truppen.

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BÉZARD

Der (originale) Bézard-Kompass wurde von der Firma LUFFT hergestellt. Dem BÉZARD-Kompass wird hier aufgrund des sehr umfangreichen Stoffes ein eigenes Kapitel (siehe DER BÉZARD-KOMPASS) gewidmet.
Darin werden auch die zahlreichen nachgemachten Modelle behandelt.


Bild rechts: ein typischer Bézard-Kompass mit seiner Ledertasche
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BREITHAUPT (clk)

Steckbrief: Deutsches Unternehmen (mehr Informationen HIER).
Alle Breithaupt-Modelle neueren Datums tragen eine mit den Buchstaben "CO" beginnende Abkürzung (für COmpass). Der Sinn ist nicht bei allen eindeutig. Während des 2. Weltkriegs lautete sein industrieller Code clk (s.Bild rechts an einem Bakelit-Gehäuse).
Siehe auch Kategorie GEOLOGEN-Kompasse.

Marschkompass (M.Ko)
Kompass-Grundmodell der Reichswehr und der späteren Wehrmacht.


Deckelbeschriftung:
F. W. BREITHAUPT & SOHN
43570
KASSEL

Heeres-Dienstvorschrift (H.Dv.362) vom 18 Dezember 1928 (unverändert wieder gedruckt 1940)


Es existierten mehrere Ausführungen: aller Wahrscheinlichkeit nach wurden sie zunächst komplett aus Messing hergestellt. Die umklappbare Anlegekante war anfänglich nur 50 mm lang. Mit zunehmender Werkstoffknappheit während des 2. Welktkriegs wurde die Fertigung umgestellt. Die Deckelform änderte sich und das Lineal wurde auf 60 mm verlängert. Allen gemeinsam war die Teilung: 6400 Strich, linksdrehend. Weitere Unterschiede: siehe Datenblätter.
Deckelformen-Vergleich


Datenblatt
- Durchmesser: 54 mm
- Höhe: 17 mm
- Gewicht: 130 g
- Gehäuse: Messing
- Deckel: Messing mit "schmaler Nase" und 3 Nieten am Scharnier
- Ring: Nickel
- Lineal: 50 mm, klappbar

Datenblatt
- Durchmesser: 54 mm
- Höhe: 17 mm
- Gewicht: 60 g
- Gehäuse: Nickel
- Deckel: Aluminium mit "breiter Nase" und vier Nieten am Scharnier
- Ring: Messing
- Lineal: 60 mm, umklappbar

Dieses Modell übernimmt die Gehäuseform des von der Firma BUSCH für den Jungendienst entwickelten Kompasses. Es wurde zur Grundform fast aller späteren deutschen Wanderkompasse (s. WILKIE, PASTO, FPM).

Prägung an der Unterseite: Stempel vom Materialprüfungsamt (stilisierte Buchstaben: MP). Das liegende S steht für den Bakelit-Typ und OW ist der Code für den Bakelithersteller (Für mehr Information, bitte HIER klicken - englische Website).
Datenblatt
- Teilung: 6400 Strich linksdrehend
- Abmessungen: 75 x 55 x 20 mm
- Gewicht: 110 g
- Bakelitgehäuse
- Messingdeckel, schwarz lackiert, rau
- Kordel
- Anlegekante: 50 mm
- Firmenname BREITHAUPT neben der Anlenkung des Deckels

Repaturanweisung erhältlich
 

Glatter schwarz lackierter Deckel mit einem großen A in weißer Farbe (ab 1944)
Aus den Heeresmitteilungen von 1944 ist Folgendes zu entnehmen (Mitteilung vom 25.5.44):
"Gleichzeitiger Gebrauch von "Marschkompass vereinfacht" und "Marschkompass A".
Bei gleichzeitigem Gebrauch des linksläufigen Marschkompass vereinfacht und des neu eingeführten rechtssläufigen Marschkompass A ist zu beachten:
- Marschzahl MKo vereinfacht gleich 64 weniger Marschzahl Kompass A
Bedienungsanleitung (Heeresdienstvorschrift
vom 10.01.1945 - Kopie erhältlich)


- Marschzahl "Kompass A" gleich 64 weniger "Marschzahl MK vereinf."
Der Marschkompass A war nur deshalb mit einem großen A gekennzeichnet, damit man ihn von den bisher linksläufigen Kompassen sofort unterscheiden konnte, da die Marschzahlen bei ihm im Uhrzeigersinn und nicht wie bisher gegen den Uhrzeigersinn liefen.
(Zitiert nach Militaria-Fundforum)
Datenblatt
- Teilung 6400 Strich rechtsdrehend
- Abmessungen: 75 x 55 x 20 mm
- Gewicht: 110 g
- Bakelitgehäuse,
- Messingdeckel, schwarz lackiert
- Kordel
- Anlegekante: 50 mm

Bei diesem sogenannten Marschkompass "A" ist die Drehachse der Magnetnadel durch eine schwarze Scheibe mit einem weißen, die OST-WEST-Achse darstellenden Balken verdeckt. Dieses Design findet sich bei den späteren Nachkriegsmodellen der Fa. FPM wieder.

Repaturanweisung erhältlich.
COKIL




Dieser Kompasstyp heißt COKIL (KILometerzähler), wenn mit Kurvenmesser, bzw. COMAR (MARching) ohne. Er wurde bereits in den 1930er J. und wird noch in China nachgebaut (siehe weiter unten "CHINA", Typ 5-1 und 6-2).
 
Datenblatt
Serien-Nr. (vom Teilkreis verdeckt): 65142
- Durchmesser: 60 mm
- Höhe: 20 mm
- Gewicht: 170 g
- Aluminiumgehäuse und -ring,
- Lineal: 100 mm (aufgeklappt)
- Neigungsmesser in Grad (0-60°)
(Modell mit 0-45°: HIER klicken)
- Wehrmacht-Feldgrau lackiert

Auf dem Zifferblatt ist die Abkürzung DRGM (Gebrauchsmuster für das III. Reich), aber auf dem Teilkreis wird die Himmelsrichtung OST mit zwei Buchstaben (OE) angegeben:
O für OST und E für EAST, was vor 1945 undenkbar gewesen wäre.
Auf der Außenseite ist zusätzlich zum Kurvenmesser eine Tabelle, die derjenigen des PEIGNÉ-Systems nachempfunden ist (siehe Geologen- und Artilleriekompasse).



(Fotos Peter Spielberg).
Marschkompasse CODOP (mit doppelter Teilkreis) und COLIM (mit durchsichtigem Boden)
40er Jahre. Seriennummer: 103201.

Datenblatt
Zusätzlich zum Pendelklinometer besaß dieses Modell eine Libelle und einen durchsichtigen Glasboden. Am Anfang und am Ende des 10 cm Lineals befinden sich je eine rote und eine schwarze Marke als Visierhilfe zum Bestimmen eines Höhenwinkels. Die Arretierung der Magnetnadel erfolgt mit einem manuell betätigten Hebel (neben dem Teilkreis).

GEBRAUCHSANWEISUNG (s. Boutique)
Modell CONAT (COmpass NATO)
Marschkompass der deutschen Bundeswehr seit den frühen 70er Jahren.
Im Patent (Nr. 1730856 - 1956) wurde ein Spiegel mit automatischer Arretierung bei 45° beschrieben.
Patent, Abb. 1-4

Beschriftung der Deckel-Innenseite:
Firmenlogo, NATO-Versorgungsnummer und BUNDESWEHR



Datenblatt
(siehe BREITHAUPTs eigene Website)

GEBRAUCHSANWEISUNG erhältlich
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BRUNSON

Steckbrief: US-Hersteller, von A. N. Brunson in 1927 in Kansas City, Missouri, gegründet. Lesen sie die komplette Geschichte der Fa. (Englisch) auf ihrer eigenen Website: www.brunsonkc.com.


(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Standard Linsenkompass der US-ARMY.
Quasi identisch mit dem Produkten von Cammenga, Stocker & Yale (SandY) usw.
Diese Kompasse enthalten Tritium (H3) und sind schwach radioaktiv. Mehr Bilder bei CAMMENGA.
Datenblatt
- Abmessungen: ... x ... x ... mm
- Gewicht: ... g
- Datum: 12/62

BÜCHI

Steckbrief: Schweizerisches Unternehmen mit Sitz in Bern.

Auf diesem Kompass steht: "Pat. NIEDERMANN". Gemeint ist Albert Niedermann, der sich dieses System am 20. Januar 1929 in der Schweiz patentieren ließ. Das Museum besitzt eine Ausfertigung der französischen Version davon (Nr. 728.940 vom 20 Dezember 1931). A. Niedermannn ließ mehrere weitere Systeme Patentieren, jedoch bleibt unklar, ob diese auch gebaut wurden.

Dieses Patent ist insofern interessant, weil es einen nach unten um 45 Grad geneigten Spiegel zeigt. Dieses System wurde zehn Jahre später von RECTA und nach dem 2. Weltkrieg von WILKIE wiederverwendet.
(siehe auch Geologen- und Artillerie-Kompasse).



Abb. 1 auf Bl. 3 des NIEDERMANN Patents

Datenblatt
- Abmessungen: 92 x 65 x 18
- Gewicht: 130 g
- Zwei Maßstäbe: 1:50.000 und 1:100.000

Anm.: In einer Bergsteiger-Zeitschrift (Die Alpen, 1943) empfiehlt ein Benützer, den Teilkreissteg ähnlich wie beim Bézard-Querband (ORIGINAL-BÉZARD) als West-Ost-Linie auf die Karte zu legen und die Gehäusekante als Lineal zu verwenden.
(Kopien der Bedienungsanweisung und des genannten Artikels erhältlich).
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BUNDESWEHR

Marschkompasstypen, die in der Bundeswehr seit Ihrer Gründung (1956) bis heute Verwendung fanden:
- ASKANIA
- BÉZARD
- BREITHAUPT
- BUSCH
- ...

BURNAT, Henri

Steckbrief: früherer französischer Hersteller von Instrumenten für Wanderer. Der Firmen-Name war am Anfang Baudet-Burnat, mehr darüber HIER). Henri BURNAT ließ sich mehrere Erfindungen patentieren, darunter ein System zur Befestigung der Kompasskapseln in den Gehäusen. Er produzierte Kompasse, Höhenmesser und Schrittzähler. Das Firmenlogo (auf der Kompassrose über dem Himmelspunkt SÜD angebracht) stellte einen Kartenleser dar zusammen mit den Anfangsbuchstaben H(enri), B(urnat) und PARIS.

Der vorliegende Marschkompass ähnelte dem berühmten Modèle 1922, aber er bot zahlreiche weitere Funktionalitäten.
Siehe auch Taschenkompasse (Burnat und Baudet).
(Es liegen keine weiteren Daten vor - Ihre Hilfe ist gefragt!).



(Zum Vergrößern, Bild oben anklicken)

Die Kompassrose und die Leuchtpunkte an der Kapsel



Oben: Detailansicht des Neigungsmessers: Neigungen werden in Grad und in Prozent gemessen.
Unten: Zur Messung eines Neigungswinkels wird ein Punkt über Kimme (weißer Strich) und Korn (kurzer Stift) angepeilt (die rote Linie ist nur zur Sichtbarmachung digital hinzugefügt). Der Winkel wird im Spiegel abgelesen.



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
- Abmessungen: 85 x 68 x 20 mm
- Gewicht: 90 g
- Spiegel beidseitig poliert für Kompass- und Neigungsmesser-Beobachtung
- Anlegekante: 50 mm
- Neigungsmesserskalen in Grad und Prozent. Jede Skala ist doppelt gedruckt: normal und spiegelverkehrt.
- Flüssigkeitsgedämpfte Rose mit zwei Leuchtpunkten bei NORD. Das Auffüllen der Kapsel erfolgt mittels einer Einfüllöffnung mit Schraubverschluss (links).
- Drei Leuchtpunkte an der Kapsel: einer in der Peilachse, je einer beidseitg in 60 Grad Abstand



(Fotos B. Gairaut - Privatsammlg.)
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BUSCH (cxn)

Steckbrief: ehemaliges deutsches Unternehmen (mehr Informationen HIER).
Siehe auch die Kategorien Taschen- sowie Geologen- und Artilleriekompasse.

Die BUSCH-Kompasse wurden nur während eines kurzen Zeitraums (hauptsächlich 30er und 40er Jahre, sowie einige J. nach dem 2. WK) produziert. Das offizielle Logo (Bild rechts) war auf den Kompassen leicht stilisiert: es stellte einen perspektivisch verformten Kompass-Abschnitt dar, der aus einem abgeflachten Dreieck d.h. einer stilisierten Kompassnadelpitze, in dem der Anfangsbuchstabe (B) eingeschrieben war, und einem Sektor einer Kompassrose bestand.

Von BUSCH sind vor allem drei Grundformen von Kompassen bekannt. Sie werden in einem Katalog für das Jahr 1935 beschrieben (s. Tabelle nachstehend). Eine frühere Version ist weniger geläufig.
Alle späteren Modelle (2. WK)weisen eine linksläufige 6400er-Strichteilung auf.
Datierung von Dokumenten mit Hilfe der Preisangabe: Im Buch Kartenlesen (1934) werden die Preise für die Modelle I und II jeweils mit 30 und 14,5 Reichsmark angegeben.



Beschreibung gemäß BUSCH-Katalog
ca. 1920.

Anm.: Wurde möglicherweise von BUSCH nicht gefertigt, sondern nur vertrieben.
Norwegische Version
(V = Vest für Westen)

Zwei Ösen am Gehäuse ermöglichen das Tragen am Handgelenk.



Foto Totto EIDE
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
- Durchmesser Basis: 54 mm
- Durchmesser  Kompass: 50 mm
- Höhe (Gehäuse): 14,4 mm; Visierdiopter aufgerichtet: 33,5 mm
- Gewicht: 83 g
- Himmelsrichtungen und Marschrichtungslinie: radiumfarbe.
- Kompassrose: 360°
- Teilung des ob. Teilkreises: 0-60, numeriert alle 5, wobei,jeder Abschnitt jeweils in 15 Einheiten (3x5) unterteilt ist, d.h. insges. 180 Einheiten für den Umfang, die je 2 Grad entsprechen.

Bild von Messingdeckel und Originalschachtel 


Jungendienst-Kompass Modell X (ohne Spiegel)
(s. Katalog nächste Zeile)


Originalkatalog mit Bedienungsanweisung
(ca. 1935)
(Zum Begriff 'JUNGENDIENST': siehe Erläuterung im Glossar unter VERSCHIEDENES/Terminologie)

Jungendienst-Kompass Modell XI (mit Spiegel)

Diese Gehäuseform war lange nach dem 2. WK das grundsätzliche Design vieler deutscher Wanderkompasse (siehe PASTO, WILKIE und FPM).

Die Tragetasche war lediglich ein Stoffsäckchen.


Datenblatt
- Abmessungen: 70 x 55 x 18 mm
- Gewicht: 67 g
- Gehäuse: Bakelit
- Tasche: Stoff

Das Unternehmen hatte sich für die zwar von der Hitler-Jugend politisch getrennten aber paramilitärischen Zielen verfolgenden Jugendorganisationen "JUNGENDIENST" (s. Glossar unter VERSCHIEDENES) stark engagiert. Es heißt u.a. im Handbuch "DEUTSCHER JUNGENDIENST" (1933), dass der gleichnamige Kompass speziell für diese Organisation entwickelt worden sei.
Die Bedienungsanweisung im Handbuch
DEUTSCHER JUNGENDIENST
ist in gotischer Schrift gedruckt.
Katalog 1933 - Die beiden Grundmodelle vom Marsch- und Jungendienstkompass (mit und ohne Spiegel, Bakelitgehäuse)


Die mitgelieferte Gebrauchsanweisung



(Bild anklicken : Seite 2)

Marschkompass II
Diese Gehäuseform findet sich auch beim BREITHAUPT mit Neigungsmesser und Kartenleser sowie den entsprechenden chinesichen nachgebauten Versionen wieder. FPM fertigte auch einen ähnlich geformten Kompass für die KVP.

Bild oben anklicken: Logo und Ledertasche


Bild re.: Ein Oberscharführer trägt einen Buschkompass
mit Ledertasche am Hals 
Der gleiche Gehäusetyp aber mit Fluid-Kapsel und schwarzer Kompassrose
Rechts: Pappschachtel:
 

Datenblatt
- Abmessungen: 65 x 57 x 16 mm
- Gewicht: 70 g
- Gehäuse: Bakelit
- Leuchtlinie auf Glas: Ost-West
- Tasche: Leder

Marschkompaß I
Von diesem Kompass sind zwei Varianten bekannt: die weitverbreitete Standardlösung und die spätere Version mit Fluidkapsel.

Siehe auch das Messmittel PLANZEIGER

Datenblatt
- Abmessungen: 68 x 55 x 18 mm
- Gewicht: 130 g
- Gehäuse: Messing
- Ring: Nickel
- Klapplineal: 5 cm

(Bild anklicken: Ansicht vom Kompass offen)

(Bild anklicken: Ansicht vom Kompass offen und zerlegt)
Datenblatt
- Abmessungen: 68 x 55 x 18 mm
- Gewicht: 75 g
- Gehäuse: Aluminium
- Fluidkapsel
- Leuchtlinie auf Glas: Nord-Süd
- Klapplineal: 6 cm
Bedienungsanweisung erhältlich

Dieser Kompass gehörte einem US-Soldaten der im 2. WK in Italien kämpfte. Er gehörte der sogenannten  First Special Service Force, die auch unter dem Namen “The Devil's Brigade” bekannt wurde. Diese Einheit setzte sich zusammen aus amerikanischen und kanadischen Commandos und erlebte sehr heftige Kämpfe insbesondere bei Anzio.
Spezialversion des weiterentickelten Jungendienst-Kompasses für die italienischen Truppen Mussolinis.


Fotos T. Schifani
(Bild rechts anklicken zw. Detailansicht)
Datenblatt
- Abmessungen: 75 x 55 x 20 mm
- Gewicht: 110 g
- Gehäuse: Bakelit
- Teilung: 360 Grad rechtsdrehend, Himmelsrichtungen gemäß den Abkürzungen für lateinische Sprachen (NESO - siehe Verschiedenes/Himmelsrichtungen - Frankreich)
- Radiummarken: 2 Punkte bei Nord, je einer bei den anderen Himmelsrichtungen.
- Strich für Magnetisch Nord bei ca. 6 Grad West

 
Ost-West-Balken beschriftet wie beim Bézard-K.
(Detailansicht: Bild rechts anklicken)
Bundeswehr-Modell
 
Die Tragetasche war rechteckig wie beim Bézard-Kompass
Busch-Göttingen (in der Ecke oben links geprägt) entwickelte für die Bundeswehr (Bund, Bw) einen Kompass aus Plexiglas. Er hatte eine durchsichtige Dose und war mit Höhensymbolen zur Entfernungsmessung an der rechten Seite (Gebäude, Lkw, stehende Person) versehen. Außerdem war die Deklinationsmarke einstellbar und sein Spiegel hatte einen Schlitz. Schließlich war er mittels Gummifüsschen gegen Verrutschen auf der Karte gesichert. Er wurde vermutlich jedoch nur in geringer Stückzahl zum Zeitpunkt der Bw-Gründung (1956) gefertigt. Seine NATO-Versorgungs-Nr. war 6605-12-120-1507.

(Fotos Dr. Spielberg und Militaria-Fundforum/Knochensack44)

KOMMENTAR: es ist anzunehmen, dass sich das Gehäuse leicht statisch auflud (siehe BARIGO weiter oben), was die Verwendung unmöglich machte.





Fotos D. Engstfeld
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Die Polizei Nordrhein-Westfalens war bis Ende der 1980er J. auch mit der Nachkriegsversion in schwarzer Ausführung ausgestattet. Bis auf dieses eine Exemplar wurden in der Herkunftsbehörde alle weiteren „entsorgt“!
Die Tragetasche war unten spitz zulaufend. Auf der schwarzen Mittelscheibe war ein aus zwei Strichen bestehender O-W-Balken angebracht.

Die Kompasse dienten früher als Orientierungshilfen bei Durchsuchungen von unübersichtlichen Geländen oder Gebäuden durch die Reiterstaffel oder Diensthundführer als es noch keine technischen Führungs- und Einsatzmittel wie Funk für jeden oder Hubschrauber gab. Sichergestellt ist, dass der Kompass im sog. „Einzeldienst“ in der Behörde Verwendung fand und nicht nur innerhalb von Hundertschaftsverbänden von Polizeieinrichtungen.
(Quelle: Polizei-Präsidium NRW)
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