MARINEKOMPASSE

VORBEMERKUNGEN - Die allgemeine Entwicklung des Kompasses wird im Kapitel Verschiedenes / Geschichte kurz erläutert. Für ausführlichere Erläuterungen über die spezielle Entwicklung des Schiffskompasses verweisen wir auf das hervorragende Buch Der KOMPASS (A. Gurney, 2010). Allgemeine informationen über Schiffskompasse findet man HIER (ABC-Segelkurs, ab Kap. 9). Wir besitzen eines der seltenen Exemplare der absoluten Referenz in Sachen Kompasse, nämlich das zweibändige Werk Der KOMPASS von A. Schück (1911/1915). Die im Handel erhältliche Faksimile-Ausgabe ist in Wirklichkeit viel kleiner gedruckt und kaum lesbar, weil mit sehr niedriger Auflösung eingescannt. Die Entwicklung des Kompasses für Schiffe mit Metallrumpf in England im 19. Jh. wird in Steady as she goes (A. E. Fanning, 1986) ausführlich beschrieben (Geschichte der Kompassabteilung der britischen Admiralität).  Siehe auch Verschiedenes / Literatur.
A
Ablenkungstabelle
ADMIRALTY
AIRGUIDE
ANSCHÜTZ
ASKANIA
B
BAMBERG
BARKER
BAUDUF
B.E.N.
BIANCHETTI
bxx (s. Askania)
C
CARAC
CASELLA
CHETWYND
CHINA
CLARKE, Clement
CREAK
CROW

D
D.C.
DENT
Deutsche Seewarte
DUCHEMIN

E - F
Flindersstange
FLINT
G
GRW (VEB Geräte & Reglerwerke Teltow)

H
HECHELMANN
HOULLIOT

I
IMRAY

J
K
KADLEC
Kaiserl. Marine (s. Kriegsmarine)
Kardanische Aufhängung
KELVIN HUGHES (Kelvite-Kompass)
Kompasssäule, -stand
Kriegsmarine
Kreiselkompass

L
LARSEN
LE ROY
LUDOLPH
LYTH
M
MAGNAGHI
McGREGOR
MORIN

N
NEGRETTI & ZAMBRA

O
OBSERVATOR

P - Q
Peilaufsätze
Peilscheibe
Pinnkompass
PETERSEN
PLASTIMO
PLATH


R
RITCHIE
ROUX
S
SAURA
SESTREL
SIMMS
SISTECO
STEWARD
SUUNTO

T
Telltale Compass (Überkopfkompass)
THOMSON William
Training Compass Rose (US Navy)
TREPAT
U
Überkopfkompass (s. Telltale)
THOMSON
V
VION
W
WILKIE
X - Y - Z
Hersteller unbekannt

- A -

Ablenkungstabelle

Seitdem es Schiffe mit Metallrumpf gibt, d.h. seit etwa der Mitte des 19. Jh., wird eine spezielle Tabelle zur Korrektur der durch die Metallmassen verursachten Ablenkung erforderlich.
Historisches Beispiel: Gemäß der ergänzten Kompassrose (Abb. r.) sollte der Steuermann nach SW am Kompass steuern um einen magnetischen Kurs nach WSW einzuhalten (Quelle: Der Kompass, A. Gurney, 2004/2010).
Abbildungen moderner Tabellen HIER.
Für mehr Informationen empfehlen wir die Website ABC-Fernkurs, Kap. 1.11 - Die Deviation.
Zum Vergrößern, Bild anklicken

ADMIRALTY / Admiralität der Royal Navy (GB)

Steckbrief: Frühere Abteilung der britischen Kriegsmarine (Royal Navy). Die Admiralty hatte eine eigene Kompassabteilung. Ihre Geschichte ist im Werk Steady as she goes(A. E. Fanning, 1986) in allen Details zusammengefasst. Sie war im März 1842 gegründet worden. Der leiter dieser Abteilung ist der Superintendent of Compasses. Berühmte Leiter waren u.a. Creak, Chetwynd, Creagh-Osborne usw. Diese Abtlg. war außerdem zuständig für die Flugzeugkompasse z.Z. des 1. Weltkrieges. Das Direktorium (Board of Admiralty) wurde 1964 aufgelöst und seine Aufgaben dem Ministry of Defence übertragen.

AIRGUIDE

Steckbrief: Ehemaliges US-Unternehmen (mehr Informationen HIER).
S.a. Taschen- und Armband & Ansteckkompass



(Zum Vergrößern,
Bild oben anklicken)

Fotos J. Houcke

Modell Nr. 92

Course Monitor (1958) - Datenblatt
- Abmessungen (Höhe x Durchmesser Sockel): 13 x 11 cm
- Gewicht: ca. 500 g
- Serien-Nr. der beiden Teile: P-4549 bzw. P-4551
- Teilung: keine Teilstriche und Himmelsrichtungen, sondern nur sechs Buchstaben im Abstand von je 60°: ABCXYZ. Der Buchstabe Y zeigt nach dem magnetischen Norden.
Der Zeiger kann um +/-30° verstellt werden. Am Sockel sind die Nord-Süd- und die Ost-West-Achse durch Abkürzungen (NS bzw. EW) angegeben.
Der normale Kompass hieß NAUTILUS (Nr. 90).
Gebrauchsanweiung und Werbung auf Wunsch lieferbar.

Anmerkung: Dieser Kompass sollte ergänzend zum normalen Schiffskompass verwendet werden. Sobald das Schiff auf Kurs war, konnte der Zeiger auf den nächsten Buchstaben gestellt werden. Das war die sich einfach zu merkende Kursvorgabe. War wohl kein Supererfolg...
SEITENANFANG

ANSCHÜTZ

Steckbrief: Hermann (Hubert Josef) Anschütz-Kaempfe (* 3. Oktober 1872 in Zweibrücken; † 6. Mai 1931 in München) war ein deutscher Wissenschaftler und Erfinder des Kreiselkompass (s. "Kreiselapparat", DRP 182.855 v. 27.3.1904).
Er entwickelte einen  vom Erdmagnetismus unabhängigen Richtungsweiser. Ausgangspunkt seiner Überlegungen waren die Arbeiten des französischen Physikers Foucault, der 1852 ein Kreiselinstrument - Gyroskop genannt- beschrieben hatte. Da dieses Instrument kein Magnetkompass ist, wird es in diesem Museum nicht näher behandelt.
Auszug aus der ausführlichen Lebens- und Firmengeschichte (der komplette Text ist HIER zu lesen - Offizielle Website der Stadt Kiel):
Das Unternehmen Anschütz & Co. wurde am 28. Oktober 1905 in Kiel gegründet. Am 1. Januar 1995 ging das Unternehmen in die Raytheon Company, USA, über.

Tabelle: Anschütz & Co. Steuersäule mit Anschütz-Elektrokompass und integriertem Anschütz & Co. Steckkasten



Schilder von Steuersäule und Steckkasten
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Fotos A. König

Kompass und Steuersäule

 
Datenblatt
Abmessungen
- Höhe Steuersäule: 1080 mm
- Durchm. Kompass: 245 mm
- Durchm. oben der Wiege für den Kompass: 280 mm
- Durchm. Bodenplatte: 380 mm
- Markierungen: Wappen der Kriegsmarine (Adler mit Hakenkreuz) im III. Reich, darunter " M " sowie r. daneben die Seriennummer:

SEITENANFANG

ASKANIA

Steckbrief: Deutsches Unternehmen (mehr darüber HIER - Siehe auch Armband- sowie Marschkompasse.). Sein Drei-Buchstaben-Code während des 2. WK war bxx (Link anklicken: Foto).
Foto J. Hessels



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)




 Fotos Holger "beutelbuch*de"

PEILDIOPTER, PEILAUFSATZ

Datenblatt

- Abmessungen (L x H): ca. 20 x 20
- Durchmesser Peilscheibe: 15 cm
- Gewicht: ?
- Hersteller: Askania VEB TELTOW (DDR) zw. 1948-1954
Wird meistens auf der Nock aufgebaut.
SEITENANFANG

- B -

BAMBERG

Steckbrief: Carl Bamberg war ein deutsches Familienunternehmen mit Sitz in Friedenau bei Berlin (für mehr Informationen HIER) klicken.
Siehe auch Taschen- sowie Luftfahrtkompasse.
Zum Modell M 414 wurde folgende Erläuterung auf der Website warrelics.eu vom Mitglied drmessimer geliefert:
"They were introduced into the Kaiserliche-Marine in 1908 and were installed in four early Körting engine U-boats, U-1 to 4. Starting in 1910, only one and three axis gyro-compasses were installed in the U-boats under construction (U-5 to 15) and all subsequent boats until the end of the war. No magnetic compasses were installed in U-boats that were launched after 1909. (Arno Spindler, Der Handelskrieg mit U-Booten, Chapter 10 "Das U-Bootsmaterial. Die militärisch-technischen Vorbereitung und Vorbedingungen für den U-Bootskrieg," pp. 78-94, E. S. Mittler & Sohn, 1932)."
They were installed in surface craft throughout the war, but not used as the primary navigating compass.

Modell 1903, TYP M 414



Seitenansicht mit der eingravierten Krone der Kaisermarine

Fotos Jan Hessels - Zum Vergrößern, Bilder anklicken



Dieser Kompass wurde von der Fa. STEGER Jr. Kiel, überprüft bzw. instandgesetzt (Vermerk auf der Scheibe unter der Nord-Marke)
Datenblatt
- Höhe: 135 mm
- Durchmesser: 210 mm
- Gewicht: ?
- S/Nr.: 13507
- Weitere Skalen (s. Foto unten):
    -A 15 10 5 0 5 10 15 +A
    +E 60 50 ... 0 ... 50 60 -E 


Modell 1903 Schnittzeichnung

(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)



Beschreibung

 Quelle: Library of the University of Michigan (via Googlebooks)

Den kompletten Vortrag kann man HIER lesen.


Dieser Kompass weist eine einfache M-Nummer gedruckt auf der Rose auf. Der gleiche Kompass existiert mit der kaiserl. Krone eingraviert auf der Achse der kardanischen Aufhängung (s. Kriegsmarine unten). Er wurde daher nach dem 1. Weltkrieg in der Handelsmarine wieder verwendet.


Fotos Ian Bell

Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Datenblatt
- Höhe:
- Durchmesser:
- Gewicht:
- Teilung: 360° für direktes Ablesen sowie in Spiegelschrift zwecks Ablesung mittels Prisma (s. PLATHs Peilaufsatz).

Der Name der Werkes "Berlin-Friedenau". Der Name des Herstellers und sein Logo sind auf der Rose gedruckt (s. Bild links)

   


Fotos Jan Hessels - Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Man merke das alte Logo bei der Nord-Marke Steuerkompass M1690 mit 'Haus'

Die Fa. STEGER.Jr hat folgende Information mitgeteilt:
Brief (Aussschnitt)

Weitere Bilder:
- Nachfüllöffung
- Einstellskala an der Kesselbasis
SEITENANFANG

BARKER (Francis BARKER & Son)

Steckbrief: ehem. Britisches Unternehmen (für mehr Informationen HIER klicken. s. a. unsere LINKS).
Siehe auch Marsch-, Taschen-,  Geologen- und Armbandkompasse.



Katalog für das Jahr 1930

Fotos TRADEMARKLONDON (TML).


Kommentar zum obigen Foto: Dieser Kompass ist möglicherweise ein Unikum. Er wurde von Francis Barker mit 15 Jahren während seiner Lehrzeit hergestellt. Man kann noch seine Unterschrift und sogar seine Fingerabdrücke im Auswuchtwachs an der Rückseite der Kompassrose sehen.


Schiffskompass
1. Hälfte des 19. Jh.
Datenblatt
- Schale und kardanische Aufhängung: Messing
- Drehzapfen: Stahl oder Iridium
- Drehlager: Saphir oder Achat
- Durchmesser (Rose): ca. 75 bis 200 mm
SEITENANFANG

BAUDUF, J. Pierre

Steckbrief: ehem. französischer Kompassmacher aus Marseille.



Foto Jaypee - Musée de la Marine, Marseille


Detailansicht der Kompassrose

(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
Fertigungszeitraum: Mitte 18. Jh.
- Teilung der Windrose: s. HIMMELSRICHTUNGEN
SEITENANFANG

B.E.N.

Steckbrief: .Französisches Unternehmen, jetzt Teil von AMESYS. s. Bianchetti

BIANCHETTI

Steckbrief: Früheres französisches Unternehmen, gegründet 1826 in Marseille.
Laut der in einer Zeitung am Anfang des 20. Jh. erschienen Anzeige war es auf die Kalibrierung von Kompassen in metallischen schiffen spezialisiert. Es wurde 1962 teilweise von BEN (Bianchetti Electronique Nautique) übernommen.



Foto Jaypee


Datenblatt
SEITENANFANG

- C -

CASELLA

Steckbrief: Britischer Hersteller (mehr Informationen HIER)


Casella-Katalog (1876)

Casellas Katalog, Schiffskompasse.

Foto Michael Curtis
(Zum Vergrößern, Bild anklicken - Achtung: lange Ladezeit wegen Übergröße)
SEITENANFANG

CHETWYND

Steckbrief : Kapitän Louis Wentworth Pakington Chetwynd (15. Dez. 1866 - 18 April 1914, wohnhaft in Coombe Neville, Kingston-on-Thames, Surrey) war Superintendent of Compasses bei der britischen Admiralität am Anfang des 20. Jh. Er führte zu Ende die Entwicklung eines Kompasssystemes und löste dabei das Problem der Verstellung der Rose infolge der Bewegung der Flüssigkeit bei schnellen Kursänderungen (swirl error). 1912 wurde er managing director von Dent & Co. and Johnson Ltd.
S.a. Marsch- und Armbandkompasse sowie WBT.



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)


Datenblatt
..

Zeichnungen links: A. Schück, Der Kompass (1911)
SEITENANFANG

CHINA

Steckbrief: Chinesischer Kompass (XIX. Jh.).
Beschreibung gemäß Klaproth (Lettre à M. le Baron A. de Humboldt, 1834, S. 103 ff., online abrufbar HIER):
"Die 24 Steuerrichtungen (Tcheou) setzen sich zusammen aus den zwölf Zeichen des 12er-Zyklus*, aus acht des 10er Zyklus (s.u.) und vier der acht kua." (Trigramme - s. Kompasstypen/Religion - Chinesische Tradition).
* (auf japanischen Kompassen üblich)



Foto Jaypee - Musée de la Marine, Paris
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
Abmessungen

- Durchmesser: ca. 150 mm
- Höhe: ca. 100 mm
- Teilungen: 24 Tcheou

(s.a. VERSCHIEDENES/
Himmelsrichtungen-China und Chinesische Tradition)


Tabelle: die 24 Tcheou.
(J. Klaproth, Lettre à M. le Baron A. de Humboldt in der Übersetzung von Dr. Wittstein)


Die zehn Himmelszeichen
(Anhang A.III zu ...)
SEITENANFANG

CLARKE, Clement

Steckbrief: Clement Clarke war ein berühmter britischer Optiker, der Mikroskope und zahlreiche andere Diagnosegeräte fertigte. Das UNternehmen wurde 1917 gegründet (Wigmore Street, London). Clarke signierte am Ende des 1. Weltkriegs auch Taschenkompasse* vom Typ Mark VI, die allerdings wahrscheinlich von F. Barker & Son oder einem anderen Kompasshersteller wie z.B.Dennison gefertigt wurden. Das erfolgreiche Unternehmen wurde 1986 von Boots Plc und 1989 vom Schweizer Haag-Streit AG (Bern) übernommen.
* Siehe www.compasscollector.com



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
Abmessungen: ca. 150 x 150 x 70 mm
Instrumente:
- Visiersystem: zwei senkrechte Laschen mit je einem kleinem Loch, vorn in den Seitenwänden, ein zweiteiliger Faltteleskop, zwei Röhrchenlibellen, ein Lineal an der Frontseite. Clinometer.

Anmerkung: Bei diesem Exponat handelt es sich um einen Peilkompass. Allerdings ist es quasi unmöglich, dass Clarke jemals ein solches Gerät gebaut haben könnte, da dieses primitive System zum Zeitpunkt der Firmengründung längst überholt war (das Design stammt aus dem 19. Jh.). Dieses Instrument is eine (plumpe und billige) Reproduktion. Dies ist an der roten Magnetnadel und am grünen Stein des Hütchens zu erkennen. Auch der Zeiger des Clinometers sieht sehr "unprofessionell" aus.
(Siehe auch unter VERSCHIEDENES / Imitationen).
SEITENANFANG

CREAK

Steckbrief: Captain Ettrick William Creak war Superintendent of Compasses bei der Admiralty der Royal Navy. Er entwickelte in den 1880er Jahren einen flüssigkeitsgedämpften Kompass, der in vieler Hinsicht dem trockenen System von William Thomson (Kelvin) war. Er konnte sich jedoch nicht durchsetzen beim Versuch ihn als Standard-Kompass für die Flotte akzeptieren zu lassen infolge der starken pro-Thomson-Lobby. Dieses Kompasssystem wurde schließlich von Chetwynd patentiert und in die Navy eingeführt.

CROW

Steckbrief: Francis Crow war ein Uhrmacher und Silberschmied aus Faversham (Kent, GB). Er erhielt 1813 ein Patent (Nr. 3644) für einen flüssigkeitsgedämpften Kompass, in dem die Kompassrose auf einem linsenförmigen Schwimmer gemalt war. Seine revolutionäre Erfindung wurde nicht wahr genommen und erst ca. 50 J. später von Ritchie verwirklicht.



CROWs Flüssigkeitskompass
Bild und Beschreibung gemäß Patent

 (Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
A - Kupferwanne mit Alkohol
B - Schwimmer aus Kupfer. Die Oberseite ist mit der Kompassrose bemalt.
C - Magnetnadel
D - Glasabdeckung
E - Zentrierring aus Kupfer
F - Gewicht: Hält den Schwimmer waagerecht und begrenzt den Auftrieb bzw. den Druck gegen die Drehspitze auf ca.   36 gr. (24 grains troy)
G - Steuermarke
H - Anschluss der kardanischen Aufhängung
I - Konische Einkerbung
J - Drehspitze, in einer Scheibe eingefasst, welche an der Glasabdeckung geklebt ist.
SEITENANFANG

- D -

D.C.

Steckbrief: Logo die Anfangsbuchstaben : D C (= Dent & Co. ?) auf beiden Seiten eines Ankers

 

DENT 

Steckbrief: Britisches Unternehmen, das von Edward John Dent & Co. im J. 1814 gegründet wurde. Ist heute vor allem wegen der Uhrenproduktion bekannt (www.dentlondon.com). S. a. den Flugzeugkompass Pattern 259 nach dem Konzept von Capt. Creagh-Osborne.

Das Muster (Pattern) 24 ist eines der ältesten und stammt aus den J. 1890/1900. Es handelt sich um das erste Modell eines Kompasses mit flüssigkeitsgedämpfter Kompassrose, das von der Royal Navy für die Ausstattung der Schiffe angenommen wurde. Es wurde in die frühen turbinenbetriebenen "torpedo boats" dieser Epoche eingebaut. Das Pattern 24 ist insofern bedeutend, weil es das de facto Monopol brachn das die "trockene" Kelvin-Kompassrose für viele Jahre besessen hatte.

Das Pattern 182 ist ein Kleinschiffskompass und älter als Pattern 24, aber nicht seine Form, die die kleinere von Chetwynd geänderte Kompassrose enthielt. Datum: auch ca. 1900.

Der 3. Kompass ist  auch ein Kleinschiffskompass und datiert in etwa aus dem J. 1870. 

(Alle Fotos: Nick Godridge - Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Pattern 24



Bedienungsanweisungen im Deckel der Kiste



Datenblatt
- Kompassdurchm.:  mm
- Abm. Transportkiste: mm

Das Symbol der brit. Armee (Pfeilspitze) auf der Transportkiste



Pattern 182



Bedienunhhgsanweisungen hinter der Tür



Datenblatt
- Kompassdurchm.:  mm
- Abm. Kompasshaus: mm
Schiffskompass



Rückseite



Datenblatt
- Kompassdurchm.:  mm
- Abm. Kompasshaus: mm
SEITENANFANG

Deutsche Seewarte

Steckbrief: Die Deutsche Seewarte war im späten 19. und frühen 20. Jhdt. eine Anstalt der Admiralität der Kaiserlichen Marine (s.u. Kriegsmarine, für mehr Details, s. Wikipedia). Ihrer II. Abteilung (Instrumentenprüfung) oblag die Prüfung von Kompassen (u.a. Instrumenten) und entsprach somit dem Superintendent of Compasses der britischen Admiralty of the Royal Navy.

Das Buch Der Kompass an Bord (2. Ausg. 1906) enthält neben den Berechnungen für den Einbau von Kompassen in metallischen Schiffen eine ausführliche Beschreibung der damals üblichen Kompassysteme, stark angelehnt an den Eintrag Kompass in MEYER's Konversationslexikon:
Thomson (Lord Kelvin)
- Hechelmanns Variante der Thomson'schen Seidenfädenrose 
- Bambergs Fluidkompass
SEITENANFANG

DUCHEMIN

Steckbrief : Emile Marin DUCHEMIN (wohnhaft 11, rue de la Bienfaisance, Paris) hat 1874 eine Kompassrose entwickelt und sich patentieren lassen, die er BOUSSOLE CIRCULAIRE (kreisförmiger Kompass) nannte. (Es liegen keine weiteren Daten über ihn vor). Mehrere Tests auf hoher See wurden in einem Buch beschrieben. Es ist nicht bekannt, ob dieser Kompass vorübergehend einen kommerziellen Erfolg war, oder nur für Testzwecke in einigen Schiffen bei Weltumsegelungen mitgeführt wurde. Der Inventor hat keine Mühe gescheut, sein System von der französischen Marine annehmen zu lassen und hat zahlreiche positive Beurteilungen von Schiffsoffizieren vorgelegt. Es ist jedoch erstaunlich, dass ein so schwere Lösung angestrebt wurde, wo zur gleichen Zeit die britische und die deutsche Admiralitäten die leichtest-mögliche Kompassrosen bevorzugen (vgl. mit der Papierrose mit an Seidenfäden hängenden Magnets von Thomson, Hechelmann und C. Plath). Der Leitgedanke war, dass je größer und schwerer der Magnet war, desto stabiler die Kompassrose sein musste.
Anm.: Die nachstehenden Fotos zeigen ein stark entfremdetes Exemplar. Es handelt sich um eine Magnetnadel, die an einem marmornen Griff bzw. Ständer befestigt ist. Es könnte sich um eine behelfsmäßige Monstranz handeln. Es wurde von einem Antiquitätenhändler in Paris angeboten.



(Vergrößerte Ansicht der Zeichnung, Bild anklicken)
Die Beschreibung auf der Titelseite des Buchs lautet wie folgt:
"Ein äußerer Magnetring (A) ist mit einem inneren Magnetring (B) mittels eines Stabs (C) aus Aluminium oder einem anderen amagnetischen Metal verbunden. Die Magnetisierung ist an den Süd- und Nord-Enden maximal und nimmt in Richtung Ost bzw. West kontinuierlich ab (Linie n-n)."
Dieses Buch beschreibt die Messversuche auf hoher See.
(Kopie auf Wunsch erhältich)




Oben: Gravur beiderseits der Nord-Marke :
Boussole Duchemin Bté S.G.D.G.
Unten: Gravur am südl. Punkt: Dumoulin-Froment Constructeur)



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
- Durchmesser: ca. 250 mm
- Beschriftung an der Ost-Seite:
. innerer Ring: N° 1616 E.M.D.
. äußerer Ring: Emile Marin Duchemin - N° 1616

Patent-Nr. 101.992 (50 S. zus. mit Ergänzungen - Kopie auf Anfrage erhältlich)



(Bild anklicken um das Bild einer entsprechenden Abbildung aufzurufen)


Links: Die Magnetnadel.

Anm.: Ein Foto eines im Pariser Musée de la Marine kompletten Kompasses befindet sich im Buch L'Instrument de Marine (Jean Randier, 2006).
SEITENANFANG

E - F

FLINDERS-Stange

Eine Flindersstange ist eine Stange aus weichem Eisen, die senkrecht vor dem Kompassgehäuse angebracht wird, um die Beeinflussung  des Kompasses durch die an Bord befindlichen Metallmassen zu kompensieren.
Der Erfinder des physikalischen Prinzips war der englische Offizier Matthew Flinders (1774-1814), der seine Beobachtungen und Lösungsvorschläge in einem Bericht an die britische Admiralität darlegte. Die komplette Geschichte ist im Buch Der Kompass von Alan Gurney, 2004/2010, beschrieben.
Bild rechts: eine Flinders-Stange vor einem KELVIN-Kompassgehäuse.  

FLINT

Steckbrief: Thomas Flint war Mathematical instrument maker, Nautical instrument maker, Optical instrument maker. Anschriften: 9 High Street (1826-31), dann später 31 Whitefriars Gate, und 34 Whitefriars Gate (1835-48) in Hull, England. Während bei den meisten Kompassen aus dieser Epoche die Himmelsrichtung OST zusätzlich ausgeschmückt (Link zu einem speziellen Artikel) war, ist es bei diesem Exemplar unüblicherweise der WESTEN. Ein mögliche Erklärung wäre die Verwendung im Indischen Ozean, wo Jerusalem im Westen liegt.
Bild rechts: Überkopf- oder "tell-tale" Kompass (Foto J. Spence)    
SEITENANFANG

- G -

GRW

(siehe ASKANIA)

- H -

HECHELMANN, Georg

Steckbrief: Ehem. deutscher Kompasshersteller aus Hamburg, der eine verbesserte Variante (D.R.P. 23.503, 1874) des Seidenfädenkompasses von Thomson (Kelvin) entwickelte (s. Bild u.). Er produzierte in der eigenen Werkstatt ab 1.10.1878 bis vermutl. 1905 (Quelle: Feinmechanik und Optik in Hamburg, Gert Behnke, 2011). Eine genaue Beschreibung mit Abbildungen findet man im Eintrag Kompass im MEYER's Konversationslexikon. Erwähnt wird er ebenfalls in den Werken Der Kompass an Bord (Deutsche Seewarte, 1906) und in Der Kompass (Schück, 1911). Da sein System von der Dt. Seewarte angeblich besonders empfohlen wurde, kämpfte C. PLATH um die Anerkennung seiner eigenen Patentrose durch die Admiralität der Kaiserl. Marine.


(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
Durchmesser der Windrose: ca. 10 cm 
Zeitgenössischer Kompass der Brigg Ausguste* , die in Wismar 1840 gebaut wurde.
Beschriftung im Zentrum: Georg Hechelmann Nachf. Vorsetzen 15 (Anschrift in Hamburg, am Hafen).

* Modell: Museum der Stadt Wismar - Foto Jaypee

Das Logo 'G.H.' in der Lilie
(Foto D. Hölber)


Abb. aus dem Patent
SEITENANFANG

HOULLIOT

Steckbrief: Ehem. französisches Unternehmen (mehr infos HIER). Henri Isidore Houlliot und VION waren befreundet und beschlossen, sich gegenseitig keine Konkurrenz zu machen: VION baute die großen Schiffskompasse und Houlliot die Kleineren.
Siehe Taschenkompasse sowie DESOMBRE.



Liste der Produkte im Katalog der französischen Unternehmen für Präzisionsinstrumente
(Ausg. 1901-1902)




Großformatige "Visitenkarte" (130 x 84 mm)
(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Kabinenkompass
Erschien u.a. im Katalog der Fa. Sté des Lunetiers (S-L), 1932

Datenblatt
- Durchmesser der Rose: Zahlreiche Modelle von 30 bis 120 mm
- Logo: ein feiner Anker (Vgl. mit dem Taschenkompass "Houlliot")



SEITENANFANG

- I -

IMRAY Laurie Norie & Wilson Ltd London

Steckbrief: Dieser Hersteller fertigt heute nur noch Seekarten. Seine Geschichte hat Susanna Fisher in ihrem Buch The Makers of the Blueback Charts: A History of Imray Laurie Norie & Wilson Ltd (2001) zusammengestellt. Website: IMRAY


Fotos Menno Koper (zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Datenblatt
Abm.:

- Durchm. Kompassrose:  mm

Alter: Mitte 19. Jhdt.

 

SEITENANFANG

- J - K -

Kardanische Aufhängung

Steckbrief : Girolamo Cardano (Padua 1501 - Rom gegen 1570) war ein italienischer Arzt und Ingenieur (u.a.), dem die Erfindung einer Anlenkung mit zwei konzentrischen Ringen zugeschrieben, mithilfe derer ein Instrument unabhängig von den Stampf- und Rollbewegungen eines Trägerfahrzeugs (Schiff bzw. Flugzeug) stets waagerecht bleibt (mehr darüber in Wikipedia). Kleine Kompasse mit einer solchen Aufhängung wurden auch für andere Anwendungen hergestellt. Beispiele: Taschenkompass (N & Z), Schiffskompass (Steward),  Buchsenkompass (N & Z), Grubenkompass (Secrétan), Schmuck (Anhänger, s. Foto rechts).
Foto TML - Zum Vergrößern, Bild anklicken.
Datenblatt: Durchm. kugelförm. Gehäuse: 19,5 mm; Durchm. Perlmutt-Kompassrose: 11,5 mm; Gew.: 12 g.
SEITENANFANG

KELVIN / THOMSON

Steckbrief: Die Fa. Kelvin Hughes Ltd entstand 1947 durch die Fusion der Hersteller wissenschaftlicher Instrumente Henry Hughes & Son Ltd, London, England und Kelvin Bottomley & Baird Ltd, Glasgow, Schottland. Das Logo einer der Vorgängerfirmen (White, Bottomley, Thomson) zeigte die drei Anfangsbuchstaben auf dem Yin-Yang-Symbol (s. Bild r. sowie WBT in der Kat. Armbandkompasse)
(Komplette Geschichte: s. in Wikipedia - "Kelvin Hughes" und  www.kelvinhughes.com).

William Thomson Lord Kelvin of Largs war ein Physiker. Er war an mehreren Firmen beteiligt, die seine Erfindungen bauten. Er ist insbesondere für eine Kompassrose berühmt, die auf allen Schiffen der Royal Navy verwendet wurde, obwohl nachgewiesen war, dass Kompasse mit flüssigeitsgedämpfter Schwimmrose zuverlässiger und bei der U.S. Navy eingeführt worden waren (man lese die ausführliche Geschichte in Der Kompass, A. Gurney, 2004). Dieses System wurde in Deutschland jeweils von C. PLATH und von G. HECHELMANN weiterentwickelt.
Texte auf Englisch:
- Thomson wrote a document entitled Terrestrial Magnetism and the Mariner's Compass.
Instructions for the adjustment of Lord KELVIN'S PATENT COMPASS (36 S., Fotokopie erhältlich)

Die Kompassrose war in der Mitte ausgeschnitten und am Drehpunkt über 32 Schnüre (S) aufgehängt. Die Basisversion besaß acht Magnetstäbchen (Bild Mitte, links). Die verbesserte Version besaß 14 (Bild Mitte r.), um die durch das Abfeuern der Kanonen und den starken Seegang verursachten Störungen auszugleichen. Für mehr Details und Fotos s. Land & Sea Collection.



Kompassanlage mit verstellbaren Weicheisenkugeln
Foto Jaypee in Musée de la Marine, Paris (Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Kompassscheiben mit 8 bzw. 14 Magnetstäben

           
Zeichnung links aus Der Kompass, A. Schück, 1911
Der Thomson-Kompasstyp wurde später von Kelvin & White Ltd. (1900-1913) hergestellt und nach dem daraus resultierenden Akronym Kelvite genannt.
Bild unten: Zusammenbau der Scheiben durch Einfädeln der Magneten an Seidenfäden:

 
Foto Churchman cigarettes collectors cards, 1936

Kompasssäule, Kompassstand

Aus unmagnetischen Materialien (Holz, Messing, Aluminium etc.) gefertigter, etwa 1,5 m hoher Stand für Schiffskompasse.
Das erste und berühmteste System war das von W. Thomson (Lord Kelvin). Beispiele: s. DENT, KELVIN, PLATH.
SEITENANFANG

Kreiselkompass

Ein Kreiselkompass ist ein ...(Beispiel: Anschütz)
dispositif à mouvement gyroscopique servant à conserver à un système indicateur de direction (rose des vents) une position stable malgré les mouvements du véhicule porteur (navire, aéronef, etc.). Certains gyrocompas peuvent être asservis à un signal émis par un senseur de champ magnétique terrestre (vanne de flux). Ces systèmes ne font pas l'objet du présent musée qui est uniquement consacré aux systèmes purement magnétiques.

KRIEGSMARINE

Dieser Begriff bezeichnet die deutschen Seestreitkäfte zwischen 1935* und 1945. Nach der Reichsgründung 1871 hießen sie Kaiserliche Marine.  Die verwendeten Kompasse waren mit Hilfe eines Symbols für den Staat (kaiserliche Krone bzw. Adler mit Hakenkreuz) und des Buchstabens M für diese Waffengattung gekennzeichnet. Die Zahl darunter ist die Artikelnummer im Ausrüstungskatalog entspr. dem NATO Stock Number von heute.
*  Nach dem Zusammenbruch des Reichs 1918 durfte Deutschland keine militärische Marine besitzen und unterhalten.

Übersicht der Kennzeichnungen:

Kaiserliche Marine 1871-1919: Krone über Buchstabe M und Registriernummer
Reichsmarine 1919-1935: Reichsadler über M, teilweise mit Registriernummer [Reichsadler ähnlich heutigem Bundesadler]
Kriegsmarine 1935-1945:
Hoheitsadler über M, teilweise auch über "Kriegsmarine", manchmal auch mit dreistelliger Buchstaben-Herstellerkennung und Registriernummer
Nationale Volksmarine (DDR) 1956-1990: Aufschrift: "Eigentum der NVA" [Nationale Volksarmee]
Bundesmarine und Deutsche Marine seit 1956: Aufschrift: "Bundeseigentum", teilweise auch mit Herstellerangabe und 12-stelliger NATO-Versorgungsnummer.

 

1871-1919: Kaiserliche Krone
über einem Wappen, bestehend aus dem Reichsadler und einem Schiffsanker (s. r.)
Technik: s. BAMBERG oben

(Zum Vergrößern, Bilder anklicken

 Foto Atlantikpirat/guntherprien47)
Prägung auf der Rückseite eines Taschenkompasses, der möglicherweise zur Ausrüstung eines Zeppelin Flugkapitäns im 1. Weltkrieg gehörte (s. Taschenkompass von BAMBERG).

 

(Foto rechts Andrew N.)
 

1933-1945: Hoheitssymbole des III. Reichs*  und Logo des Herstellers (Fa. PLATH): ein Seemann beim "Sterneschießen" mit einem Sextant. Kompassbeschreibung: s. PLATH

* S. a. Anschütz

(Foto Leonardo Signirole)
SEITENANFANG
FORTSETZUNG