MARINEKOMPASSE

Die allgemeine Entwicklung des Kompasses wird im Kapitel Verschiedenes/Geschichte kurz erläutert. Für ausführlichere Erläuterungen über die spezielle Entwicklung des Schiffskompasses verweisen wir auf das hervorragende Buch "Der KOMPASS" von Alan Gurney. Allgemeine informationen über Schiffskompasse findet man HIER (ABC-Segelkurs, ab Kap. 9).
Die Entwicklung des Kompasses für Schiffe mit metallischem Rumpf in England im 19. Jh. wird in Steady as she goes (A. E. Fanning, 1986) ausführlich beschrieben (Geschichte der Kompassabteilung der britischen Admiralität).
A
Ablenkungstabelle
ADMIRALTY
AIRGUIDE
ASKANIA
B
BAMBERG
BARKER
BAUDUF
B.E.N.
BIANCHETTI
C
CARAC
CASELLA
CHETWYND
CHINA
CLARKE, Clement
CREAK
CROW

D
D.C.
DENT
DUCHEMIN

E - F
Flindersstange
G H
HOULLIOT

I - J
K
KADLEC
Kardanische Aufhängung
KELVIN HUGHES (Kelvite-Kompass)
Kompasssäule, -stand
Kriegsmarine
Kreiselkompass

L
LE ROY
LUDOLPH
LYTH
M
MAGNAGHI
McGREGOR
MORIN

N
NEGRETTI & ZAMBRA

O
OBSERVATOR

P
Pinnkompass
PLASTIMO
PLATH


R
RITCHIE
ROUX
S
SAURA
SESTREL
SIMMS
SISTECO
STEWARD
SUUNTO

T
Telltale Compass (Überkopfkompass)
THOMSON William
U
Überkopfkompass (s. Telltale)
THOMSON
V
VION
W
WILKIE
X - Y - Z

- A -

Ablenkungstabelle

Seitdem es Schiffe mit Metallrumpf gibt, d.h. seit etwa der Mitte des 19. Jh., wird eine spezielle Tabelle zur Korrektur der durch die Metallmassen verursachten Ablenkung erforderlich.
Antiques Beispiel: Gemäß der ergänzten Kompassrose (Abb. r.) sollte der Steuermann nach SW am Kompass steuern um einen magnetischen Kurs nach WSW einzuhalten (Quelle: Alan Gurner, Der Kompass).
Abbildungen moderner Tabellen HIER.
Für mehr Informationen empfehlen wir die Website ABC-Fernkurs, Kap. 1.11 - Die Deviation.
Zum Vergrößern, Bild anklicken

ADMIRALTY / Admiralität der Royal Navy (GB)

Steckbrief: Frühere Abteilung der britischen Kriegsmarine (Royal Navy). Die Admiralty hatte eine eigene Kompassabteilung. Ihre Geschichte ist im Werk Steady as she goes(A. E. Fanning, 1986) in allen Details zusammengefasst. Sie war im März 1842 gegründet worden. Der leiter dieser Abteilung ist der Superintendent of Compasses. Berühmte Leiter waren u.a. Creak, Chetwynd, Creagh-Osborne usw. Diese Abtlg. war außerdem zuständig für die Flugzeugkompasse z.Z. des 1. Weltkrieges. Das Direktorium (Board of Admiralty) wurde 1964 aufgelöst und seine Aufgaben dem Ministry of Defence übertragen.

AIRGUIDE

Steckbrief: Ehemaliges US-Unternehmen (mehr Informationen HIER).
S.a. Taschen- und Armband & Ansteckkompass



(Zum Vergrößern,
Bild oben anklicken)

Fotos J. Houcke

Modell Nr. 92

Course Monitor (1958) - Datenblatt
- Abmessungen (Höhe x Durchmesser Sockel): 13 x 11 cm
- Gewicht: ca. 500 g
- Serien-Nr. der beiden Teile: P-4549 bzw. P-4551
- Teilung: keine Teilstriche und Himmelsrichtungen, sondern nur sechs Buchstaben im Abstand von je 60°: ABCXYZ. Der Buchstabe Y zeigt nach dem magnetischen Norden.
Der Zeiger kann um +/-30° verstellt werden. Am Sockel sind die Nord-Süd- und die Ost-West-Achse durch Abkürzungen (NS bzw. EW) angegeben.
Der normale Kompass hieß NAUTILUS (Nr. 90).
Gebrauchsanweiung und Werbung auf Wunsch lieferbar.

Anmerkung: Dieser Kompass sollte ergänzend zum normalen Schiffskompass verwendet werden. Sobald das Schiff auf Kurs war, konnte der Zeiger auf den nächsten Buchstaben gestellt werden. Das war die sich einfach zu merkende Kursvorgabe. War wohl kein Supererfolg...
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ASKANIA

Steckbrief: Deutsches Unternehmen (more information HIER).
Siehe auch Armband- sowie Marschkompasse



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)




 Fotos Holger "beutelbuch*de"

PEILDIOPTER, PEILAUFSATZ

Datenblatt

- Abmessungen (L x H): ca. 20 x 20
- Durchmesser Peilscheibe: 15 cm
- Gewicht: ?
- Hersteller: Askania VEB (DDR) zw. 1948-1954
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- B -

BAMBERG

Steckbrief: Carl Bamberg war ein deutsches Familienunternehmen mit Sitz in Friedenau bei Berlin (für mehr Informationen HIER) klicken.
Siehe auch Taschen- sowie Luftfahrtkompasse.



Modell 1903 Schnittzeichnung

(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)


Beschreibung

Quelle: Library of the University of Michigan (via Googlebooks)

Den kompletten Vortrag kann man HIER lesen.
Datenblatt
- Abmessungen (L x H): ca. x mm
- Durchmesser: mm
- Gewicht: ?


Dieser Kompass weist eine einfache M-Nummer gedruckt auf der Rose auf. Der gleiche Kompass existiert mit der kaiserl. Krone eingraviert auf der Achse der kardanischen Aufhängung (s. Kriegsmarine unten). Er wurde daher nach dem 1. Weltkrieg in der Handelsmarine wieder verwendet.


Fotos Ian Bell
Zum Vergrößern, Bilder anklicken
Datenblatt
- Höhe:
- Durchmesser:
- Gewicht:
- Teilung: 360° für direktes Ablesen sowie in Spiegelschrift zwecks Ablesung mittels Prisma (s. PLATHs Peilaufsatz).

Der Name der Werkes "Berlin-Friedenau". Der Name des Herstellers und sein Logo sind auf der Rose gedruckt (s. Bild links)

   
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BARKER (Francis BARKER & Son)

Steckbrief: ehem. Britisches Unternehmen (für mehr Informationen HIER klicken. s. a. unsere LINKS).
Siehe auch Marsch-, Taschen-,  Geologen- und Armbandkompasse.



Katalog für das Jahr 1930

Fotos TRADEMARKLONDON (TML).


Kommentar zum obigen Foto: Dieser Kompass ist möglicherweise ein Unikum. Er wurde von Francis Barker mit 15 Jahren während seiner Lehrzeit hergestellt. Man kann noch seine Unterschrift und sogar seine Fingerabdrücke im Auswuchtwachs an der Rückseite der Kompassrose sehen.


Schiffskompass
1. Hälfte des 19. Jh.
Datenblatt
- Schale und kardanische Aufhängung: Messing
- Drehzapfen: Stahl oder Iridium
- Drehlager: Saphir oder Achat
- Durchmesser (Rose): ca. 75 bis 200 mm
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BAUDUF, J. Pierre

Steckbrief: ehem. französischer Kompassmacher aus Marseille.



Foto Jaypee - Musée de la Marine, Marseille


Detailansicht der Kompassrose

(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
Fertigungszeitraum: Mitte 18. Jh.
- Teilung der Windrose: s. HIMMELSRICHTUNGEN
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B.E.N.

Steckbrief: .Französisches Unternehmen, jetzt Teil von AMESYS. s. Bianchetti

BIANCHETTI

Steckbrief: Früheres französisches Unternehmen, gegründet 1826 in Marseille.
Laut der in einer Zeitung am Anfang des 20. Jh. erschienen Anzeige war es auf die Kalibrierung von Kompassen in metallischen schiffen spezialisiert. Es wurde 1962 teilweise von BEN (Bianchetti Electronique Nautique) übernommen.



Foto Jaypee


Datenblatt
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- C -

CASELLA

Steckbrief: Britischer Hersteller (mehr Informationen HIER)


Casella-Katalog (1876)

Casellas Katalog, Schiffskompasse.

Foto Michael Curtis
(Zum Vergrößern, Bild anklicken - Achtung: lange Ladezeit wegen Übergröße)
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CHETWYND

Steckbrief : Kapitän Louis Wentworth Pakington Chetwynd (15. Dez. 1866 - 18 April 1914, wohnhaft in Coombe Neville, Kingston-on-Thames, Surrey) war Superintendent of Compasses bei der britischen Admiralität am Anfang des 20. Jh. Er führte zu Ende die Entwicklung eines Kompasssystemes und löste dabei das Problem der Verstellung der Rose infolge der Bewegung der Flüssigkeit bei schnellen Kursänderungen (swirl error). 1912 wurde er managing director von Dent & Co. and Johnson Ltd.
S.a. Armbandkompasse.



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)


Datenblatt
..

Zeichnungen links: A. Schück, Der Kompass (1911)
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CHINA

Steckbrief: Chinesischer Kompass (XIX. Jh.).
Beschreibung gemäß Klaproth (Lettre à M. le Baron A. de Humboldt, 1834, S. 103 ff., online abrufbar HIER):
"Die 24 Steuerrichtungen (Tcheou) setzen sich zusammen aus den zwölf Zeichen des 12er-Zyklus*, aus acht des 10er Zyklus** (s.u.) und vier der acht kua." (Trigramme - s. Kompasstypen/Religion - Chinesische Tradition).
* (auf japanischen Kompassen üblich)
** Anm.: Klaproth hat sie mit einem Stern versehen (s. Tab. u.). Die beiden nicht benutzten Zeichen sind Ki (...?) und Wu (...?).



Foto Jaypee - Musée de la Marine, Paris
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
Abmessungen

- Durchmesser: ca. 150 mm
- Höhe: ca. 100 mm
- Teilungen: 24 Tcheou

(s.a. VERSCHIEDENES/
Himmelsrichtungen-China und Chinesische Tradition)


Tabelle: die 24 Tcheou.
(J. Klaproth, Lettre à M. le Baron A. de Humboldt)


Die zehn Himmelszeichen
(Anhang A.III zu ...)
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CLARKE, Clement

Steckbrief: Clement Clarke war ein berühmter britischer Optiker, der Mikroskope und zahlreiche andere Diagnosegeräte fertigte. Das UNternehmen wurde 1917 gegründet (Wigmore Street, London). Clarke signierte am Ende des 1. Weltkriegs auch Taschenkompasse* vom Typ Mark VI, die allerdings wahrscheinlich von F. Barker & Son oder einem anderen Kompasshersteller wie z.B.Dennison gefertigt wurden. Das erfolgreiche Unternehmen wurde 1986 von Boots Plc und 1989 vom Schweizer Haag-Streit AG (Bern) übernommen.
* Siehe www.compasscollector.com



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
Abmessungen: ca. 150 x 150 x 70 mm
Instrumente:
- Visiersystem: zwei senkrechte Laschen mit je einem kleinem Loch, vorn in den Seitenwänden, ein zweiteiliger Faltteleskop, zwei Röhrchenlibellen, ein Lineal an der Frontseite. Clinometer.

Anmerkung: Bei diesem Exponat handelt es sich um einen Peilkompass. Allerdings ist es quasi unmöglich, dass Clarke jemals ein solches Gerät gebaut haben könnte, da dieses primitive System zum Zeitpunkt der Firmengründung längst überholt war (das Design stammt aus dem 19. Jh.). Dieses Instrument is eine (plumpe und billige) Reproduktion. Dies ist an der roten Magnetnadel und am grünen Stein des Hütchens zu erkennen. Auch der Zeiger des Clinometers sieht sehr "unprofessionell" aus.
(Siehe auch unter VERSCHIEDENES / Imitationen).
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CREAK

Steckbrief: Captain Ettrick William Creak war Superintendent of Compasses bei der Admiralty der Royal Navy. Er entwickelte in den 1880er Jahren einen flüssigkeitsgedämpften Kompass, der in vieler Hinsicht dem trockenen System von William Thomson (Kelvin) war. Er konnte sich jedoch nicht durchsetzen beim Versuch ihn als Standard-Kompass für die Flotte akzeptieren zu lassen infolge der starken pro-Thomson-Lobby. Dieses Kompasssystem wurde schließlich von Chetwynd patentiert und in die Navy eingeführt.

CROW

Steckbrief: Francis Crow war ein Uhrmacher und Silberschmied aus Faversham (Kent, GB). Er erhielt 1813 ein Patent (Nr. 3644) für einen flüssigkeitsgedämpften Kompass, in dem die Kompassrose auf einem linsenförmigen Schwimmer gemalt war. Seine revolutionäre Erfindung wurde nicht wahr genommen und erst ca. 50 J. später von Ritchie verwirklicht.



CROWs Flüssigkeitskompass
Bild und Beschreibung gemäß Patent

 (Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
A - Kupferwanne mit Alkohol
B - Schwimmer aus Kupfer. Die Oberseite ist mit der Kompassrose bemalt.
C - Magnetnadel
D - Glasabdeckung
E - Zentrierring aus Kupfer
F - Gewicht: Hält den Schwimmer waagerecht und begrenzt den Auftrieb bzw. den Druck gegen die Drehspitze auf ca.   36 gr. (24 grains troy)
G - Steuermarke
H - Anschluss der kardanischen Aufhängung
I - Konische Einkerbung
J - Drehspitze, in einer Scheibe eingefasst, welche an der Glasabdeckung geklebt ist.
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- D -

D.C.

Steckbrief: D. C. ? Logo: ein Anker  und die Anfangsbuchstaben

 

DENT 

Steckbrief: Britisches Unternehmen, das von Edward John Dent & Co. im J. 1814 gegründet wurde. Ist heute vor allem wegen der Uhrenproduktion bekannt (www.dentlondon.com). S. a. den Flugzeugkompass Pattern 259 nach dem Konzept von Capt. Creagh-Osborne.

Das Muster (Pattern) 24 ist eines der ältesten und stammt aus den J. 1890/1900. Es handelt sich um das erste Modell eines Kompasses mit flüssigkeitsgedämpfter Kompassrose, das von der Royal Navy für die Ausstattung der Schiffe angenommen wurde. Es wurde in die frühen turbinenbetriebenen "torpedo boats" dieser Epoche eingebaut. Das Pattern 24 ist insofern bedeutend, weil es das de facto Monopol brachn das die "trockene" Kelvin-Kompassrose für viele Jahre besessen hatte.

Das Pattern 182 ist ein Kleinschiffskompass und älter als Pattern 24, aber nicht seine Form, die die kleinere von Chetwynd geänderte Kompassrose enthielt. Datum: auch ca. 1900.

Der 3. Kompass ist  auch ein Kleinschiffskompass und datiert in etwa aus dem J. 1870. 

(Alle Fotos: Nick Godridge - Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Pattern 24



Bedienungsanweisungen im Deckel der Kiste



Datenblatt
- Kompassdurchm.:  mm
- Abm. Transportkiste: mm

Das Symbol der brit. Armee (Pfeilspitze) auf der Transportkiste



Pattern 182



Bedienunhhgsanweisungen hinter der Tür



Datenblatt
- Kompassdurchm.:  mm
- Abm. Kompasshaus: mm
Schiffskompass



Rückseite



Datenblatt
- Kompassdurchm.:  mm
- Abm. Kompasshaus: mm
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DUCHEMIN

Steckbrief : Emile Marin DUCHEMIN (wohnhaft 11, rue de la Bienfaisance, Paris) hat 1874 ein Kompasssystem entwickelt und sich patentieren lassen, das er BOUSSOLE CIRCULAIRE (kreisförmiger Kompass) nannte. (Es liegen keine weiteren Daten über ihn vor).

Die Tests auf hoher See wurden in einem Buch beschrieben, von dem es mehrere Ausgaben gab. Es ist nicht bekannt, ob dieser Kompass vorübergehend einen kommerziellen Erfolg war, oder nur für Testzwecke in einigen Schiffen bei Weltumsegelungen mitgeführt wurde.
Anm.: Die nachstehenden Fotos zeigen ein stark entfremdetes Exemplar. Es handelt sich um eine Magnetnadel, die an einem marmornen Griff bzw. Ständer befestigt ist. Es könnte sich um eine behelfsmäßige Monstranz handeln. Es wurde von einem Antiquitätenhändler in Paris angeboten.



(Vergrößerte Ansicht der Zeichnung, Bild anklicken)
Die Beschreibung auf der Titelseite des Buchs lautet wie folgt:
"Ein äußerer Magnetring (A) ist mit einem inneren Magnetring (B) mittels eines Stabs (C) aus Aluminium oder einem anderen amagnetischen Metal verbunden. Die Magnetisierung ist an den Süd- und Nord-Enden maximal und nimmt in Richtung Ost bzw. West kontinuierlich ab (Linie n-n)."
Dieses Buch beschreibt die Messversuche auf hoher See.
(Kopie auf Wunsch erhältich)




Oben: Gravur beiderseits der Nord-Marke :
Boussole Duchemin Bté S.G.D.G.
Unten: Gravur am südl. Punkt: Dumoulin-Froment Constructeur)



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Datenblatt
- Durchmesser: ca. 250 mm
- Beschriftung an der Ost-Seite:
. innerer Ring: N° 1616 E.M.D.
. äußerer Ring: Emile Marin Duchemin - N° 1616

Patent-Nr. 101.992 (50 S. zus. mit Ergänzungen - Kopie auf Anfrage erhältlich)



(Bild anklicken um das Bild einer entsprechenden Abbildung aufzurufen)


Links: Die Magnetnadel.

Anm.: Ein Bild des kompletten Kompasses befindet sich im Buch L'instrument de Marine von Jean Randier.
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E - F

FLINDERS-Stange

Eine Flindersstange ist eine Stange aus weichem Eisen, die senkrecht vor dem Kompassgehäuse angebracht wird, um die Beeinflussung  des Kompasses durch die an Bord befindlichen Metallmassen zu kompensieren.
Der Erfinder des physikalischen Prinzips war der englische Offizier Matthew Flinders (1774-1814), der seine Beobachtungen und Lösungsvorschläge in einem Bericht an die britische Admiralität darlegte (die komplette Geschichte ist in dem Buch Der Kompass von Alan Gurney, 2004/2010, beschrieben).
Bild rechts: eine Flinfers-Stange vor einem KELVIN-Kompassgehäuse.
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G - H

HOULLIOT

Steckbrief: Ehem. französisches Unternehmen (mehr infos HIER). Henri Isidore Houlliot und VION waren befreundet und beschlossen, sich gegenseitig keine Konkurrenz zu machen: VION baute die großen Schiffskompasse und Houlliot die kleineren.
Siehe Taschenkompasse sowie DESOMBRE.



Liste der Produkte im Katalog der französischen Unternehmen für Präzisionsinstrumente
(Ausg. 1901-1902)




Großformatige "Visitenkarte" (130 x 84 mm)
(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Kabinenkompass
Erschien u.a. im Katalog der Fa. Sté des Lunetiers (S-L), 1932

Datenblatt
- Durchmesser der Rose: Zahlreiche Modelle von 30 bis 120 mm
- Logo: ein feiner Anker (Vgl. mit dem Taschenkompass "Houlliot")



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 I - J - K 

Kardanische Aufhängung

Steckbrief : Girolamo Cardano (Padua 1501 - Rom gegen 1570) war ein italienischer Arzt und Ingenieur (u.a.), dem die Erfindung einer Anlenkung mit zwei konzentrischen Ringen zugeschrieben, mithilfe derer ein Instrument unabhängig von den Stampf- und Rollbewegungen eines Trägerfahrzeugs (Schiff bzw. Flugzeug) stets waagerecht bleibt (mehr darüber in Wikipedia). Kleine Kompasse mit einer solchen Aufhängung wurden auch für andere Anwendungen hergestellt. Beispiele: Taschenkompass (N & Z), Schiffskompass (Steward),  Buchsenkompass (N & Z), Grubenkompass (Secrétan), Schmuck (Anhänger, s. Foto rechts).
Foto TML - Zum Vergrößern, Bild anklicken.
Datenblatt: Durchm. kugelförm. Gehäuse: 19,5 mm; Durchm. Perlmutt-Kompassrose: 11,5 mm; Gew.: 12 g.
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KELVIN

Steckbrief: Die Fa. Kelvin Hughes Ltd entstand 1947 durch die Fusion der Hersteller wissenschaftlicher Instrumente Henry Hughes & Son Ltd, London, England und KelvinBottomley & Baird Ltd, Glasgow, Schottland. Das Logo einer der Vorgängerfirmen (White, Bottomley, Thomson) zeigte die drei Anfangsbuchstaben auf dem Yin-Yang-Symbol (s. Bild r. sowie WBT in der Kat. Armbandkompasse)
(Komplette Geschichte: s. in Wikipedia - "Kelvin Hughes" und  www.kelvinhughes.com).

William Thomson Lord Kelvin of Largs war ein Physiker. Er war an mehreren Firmen beteiligt, die seine Erfindungen bauten. Er ist insbesondere für eine Kompassrose berühmt, die auf allen Schiffen der Royal Navy verwendet wurde, obwohl nachgewiesen war, dass Kompasse mit flüssigeitsgedämpfter Schwimmrose zuverlässiger und bei der U.S. Navy eingeführt worden waren (man lese die ausführliche Geschichte in Der Kompass von A. Gurney).
Texte auf Englisch:
- Thomson wrote a document entitled Terrestrial Magnetism and the Mariner's Compass.
Instructions for the adjustment of Lord KELVIN'S PATENT COMPASS (36 S., Fotokopie erhältlich)

Die Kompassrose war in der Mitte ausgeschnitten und am Drehpunkt über 32 Schnüre (S) aufgehängt. Die Basisversion besaß acht Magnetstäbchen (Bild Mitte, links). Die verbesserte Version besaß 14 (Bild r.), um die durch das Abfeuern der Kanonen und den starken Seegang verursachten Störungen auszugleichen. Für mehr Details und Fotos s. Land & Sea Collection.



Kompassanlage mit verstellbaren Weicheisenkugeln
Foto Jaypee - Marine-Museum, Paris 
(Zum Vergrößern, Bild anklicken
)
Kompassscheiben mit 8 bzw. 14 Magnetstäben
           
(Zeichnung links: A. Schück - Der Kompass)
Der Thomson-Kompasstyp wurde später von Kelvin & White Ltd. (1900-1913) hergestellt und nach dem daraus resultierenden Akronym Kelvite genannt.
Bild unten: Arbeiterinnen beim Zusammenbau der Scheiben.

 
(Foto Churchman cigarettes collectors cards, 1936 )

Kompasssäule, Kompassstand

Aus unmagnetischen Materialien (Holz, Messing, Aluminium etc.) gefertigter, etwa 1,5 m hoher Stand für Schiffskompasse.
Das erste und berühmteste System war das von W. Thomson (Lord Kelvin). Beispiele: s. DENT, KELVIN, PLATH.
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Kreiselkompass

Ein Kreiselkompass ist ein ...
dispositif à mouvement gyroscopique servant à conserver à un système indicateur de direction (rose des vents) une position stable malgré les mouvements du véhicule porteur (navire, aéronef, etc.). Certains gyrocompas peuvent être asservis à un signal émis par un senseur de champ magnétique terrestre (vanne de flux). Ces systèmes ne font pas l'objet du présent musée qui est uniquement consacré aux systèmes purement magnétiques.

KRIEGSMARINE

Dieser Begriff bezeichnet die deutschen Seestreitkäfte zwischen 1935* und 1945. Nach der Reichsgründung 1871 hießen sie Kaiserliche Marine.  Die verwendeten Kompasse waren mit Hilfe eines Symbols für den Staat (kaiserliche Krone bzw. Adler mit Hakenkreuz) und des Buchstabens M für diese Waffengattung gekennzeichnet. Die Zahl darunter ist die Artikelnummer im Ausrüstungskatalog entspr. dem NATO Stock Number von heute.
*  Nach dem Zusammenbruch des Reichs 1918 durfte Deutschland keine militärische Marine besitzen und unterhalten.

Übersicht der Kennzeichnungen:
Kaiserliche Marine 1871-1919: Krone über Buchstabe M und Registriernummer
Reichsmarine 1919-1935: Reichsadler über M, teilweise mit Registriernummer [Reichsadler ähnlich heutigem Bundesadler]
Kriegsmarine 1935-1945:
Hoheitsadler über M, teilweise auch über "Kriegsmarine", teilweise mit dreistelliger Buchstaben-Herstellerkennung und Registriernummer
Nationale Volksmarine (DDR) 1956-1990: Aufschrift: "Eigentum der NVA" [Nationale Volksarmee]
Bundesmarine und Deutsche Marine seit 1956: Aufschrift: "Bundeseigentum", teilweise auch mit Herstellerangabe und 12-stelliger NATO-Versorgungsnummer.

 

1871-1918: Kaiserliche Krone
Technik: s. BAMBERG oben

(Zum Vergrößern, Bilder anklicken

 Foto Atlantikpirat/guntherprien47)
Prägung auf der Rückseite eines Taschenkompasses, der möglicherweise zur Ausrüstung eines Zeppelin-Flugkapitäns im 1. Weltkrieg gehörte (s. Taschenkompass von BAMBERG).



(Foto Andrew N.)

1933-1945: Hoheitssymbole des III. Reichs und Logo des Herstellers (Fa. PLATH): ein Seemann beim "Sterneschießen" mit einem Sextant. Kompassbeschreibung: s. PLATH

(Foto Leonardo Signirole)
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