MARSCHKOMPASSE (Forts.)

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- K -

Kasper & Richter  (s. K&R)

KERN

Steckbrief: Schweizerisches Unternehmen aus Aarau (mehr Informationen HIER).




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Modellbezeichnung (?)
Datenblatt:
- Abmessungen : 73 x 65 x 19 mm
- Gewicht: 162 g
- Teilung: 6400 Strich (Schweizer Armee?),
- Material: Aluminium
- Flüssigkeitsdämpfung, Leuchtmarken,
keine Möglichkeit zur Anpassung der Missweisung.
- Anlegekante: 1:50.000 (6 km)
- Produktionsjahr: vermutlich 1940er J.

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K.M.32

Marschkompass der polnischen Streitkräfte (Wojsko Polskie, W.P.), der vermutlich auf der Basis des französischen Modèle 1922 entwickelt wurde.
Die Buchstaben K und M sind die Anfangsbuchstaben des Namens seines Erfinders, Oberst Mikołaj Kulwieć, der an einer militärischen Mission in Frankreich als Hauptmann teilgenommen hatte.
Diese Kompasse wurden zuerst von G. GERLACH und später von Z. JEZNACKI in Warschau produziert. Die ca. ersten 4000 Stück waren noch M.K. 32 genannt. Möglicherweise um eine Verwechslung mit dem deutschen Begriff MK = Marschkompass (vielleicht auch wegen des deutschen Herstellers Max KOHL) zu vermeiden wurden die Buchstaben vertauscht.

Erst 1938 führte man für den Dienstgebrauch eine Bedienungsanleitung ein: "Busola kierunkowa wzór K.M. Opis i uźycie", d.h. Richtungskompass Modell K.M. - Beschreibung und Handhabung.
Die Vorteile dieses Kompasses waren sein großer Durchmesser und die einfache Handhabung. Die Nachteile waren eine fehlende Gradeinteilung (er ist nur in 6400 Strich geteilt) und sein beträchtliches Gewicht (200 g). Zum Vergleich: das Gewicht eines "großen" Bézard-Kompasses betrug 160 g und das eines kleinen sog. polnischen Bézard nur 95 g. Unter den Kompassen aus anderen Ländern wog nur der britische Kompass MK III mehr, nämlich 260 g (Beispiel: s. T. G. Co. Ltd. London).


GERLACH


Unten: die frühe Version M.K. 32:
 
(Foto A. Andersen)
Das Reflexionsvermögen der Innenfläche der originalen GERLACH-Kompasse (Bild unten, links) war wesentlich höher als beim späteren Modell von JEZNACKI (rechts).



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Datenblatt
- Abmessungen: 80 x 72 x 17 mm
- Gewicht: 200 g
- Serien-Nr.: GERLACH von 0001 bis ca. 9000 und danach JEZNACKI bis etwa 20.000)
- Spiegel: polierte Innenfläche des Deckels. Er besaß in der Mitte eine aus zwei sich teilweise überschneidenden Kreisen gebildete Öffnung, sodass die dadurch entstehenden Spitzen eine gedachte Verlängerung der eingravierten Visierlinie bildeten.
JEZNACKI

Bedienungsanleitung (1938)

 



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KOEHN, Ed.

Steckbrief: Ed. KOEHN war ein schweizerischer Uhrmacher.
(Leider liegen momentan keine weiteren Infos vor - Schreiben Sie uns, wenn Sie zu diesem Artikel beitragen können.
Ed. KOEHN hat Kompasse vom Typ Verner's pattern Mk VII gefertigt (vgl. mit dem Kompasstyp Verner Mk VIII von French Limited, F-L).
Ein Faksimile der Original-Gebrauchsanweisung kann bestellt werden - Bild:
HIER klicken.

Bild rechts: Werbung in der französischen Originalfassung von P. Dériaz' Handbuch Guide de poche pour l'emploi de la boussole sur terre (1917), das in der englischen Übersetzung und erweiterten Fassung unter dem Titel The prismatic compass and how to use it wesentlich bekannter ist (siehe weiter unten Prismenkompass)
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Mark VII Modell
Datenblatt
- Durchmesser: 54 mm
- Höhe: 21 mm
- Gewicht: 150 gr
- Material Kompassrose: Perlmutt
- Datum: 1915


Die Kompassrose muss per Hand verriegelt werden.
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KOHL, Max (MK, hap)

Steckbrief: Die Max KOHL AG war ein deutsches Unternehmen (mehr Informationen HIER). Sein industrieller Code während des 2. Weltkriegs war hap. Die Abkürzung kann auch als MK = Marschkompass gelesen werden...




Wehrmacht-Marschkompass

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Datenblatt
- Durchmesser: 54 mm
- Höhe: 17 mm
- Gewicht: 60 g
- Gehäuse: Nickel
- Deckel: Aluminium mit "breiter Nase" und 4 Nieten am Scharnier
- Ring: Messing
- Lineal: 60 mm, klappbar

Anm.: siehe Vergleich der Deckelformen unter BREITHAUPT

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Marschkompass, 2. Weltkrieg
Datenblatt
- Abmessungen: 75 x 55 x 20 mm
- Gewicht: 80 g
- Gehäuse: Bakelit
- Lineal: 50 mm

Bedienungsanweisung (s. Breithaupt)

Repaturanweisung in der Boutique erhältlich


Export - Katalog (ca. 1920-1930)


Das Werk


Eine Aktie aus dem Jahr 1940
(Foto copyright Benecke & Rehse)
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K&R (Kasper & Richter)

Steckbrief: K&R ist ein deutsches Unternehmen (mehr Informationen HIER).
Als Nachfolger von WILKIE fertigt K&R die gleichen Kompasse sehr hoher Qualität und beliefert namhafte Firmen wie z.B. Eschenbach. Die aktuelle Produktpalette von K&R umfasst zahlreiche moderne Systeme (siehe die firmeneigene Website).

K&R bietet zur Zeit außerdem eine militärische Version als Marschkompass (ohne Neigungsmesser) mit fluoreszierenden Kompassscheibe und Außenring an. Es ist als Nachfolger für das bisherige K&R-Modell, das die Armee der Niederlande verwendet, gedacht.

Siehe auch Geologen- und Artilleriekompasse.

K&Rs Website enthält auch ein  Kompetenzzentrum. Dort finden Sie alle Antworten auf technische Fragen zum Umgang mit dem Kompass:

 

(Zugang: Bild oben anklicken)



Modell M1 (ca. 1980er J.)
Datenblatt
- Abmessungen: 75 x 57 x 20 mm
- Gewicht: 58 g
- Teilung: 360 Grad rechtsdrehend
- Flüssigkeitsdämpfung


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Modell ALPIN
(aus dem aktuellen Programm)

Datenblatt - (siehe K&Rs Website)
Der Drehring besteht aus einem äußeren und einem inneren Ring, die zur Einstellung der Deklination gegeneinander verdreht werden können.
Sonderausführung des MERIDIAN PRO-Modells für die holländischen Streitkräfte (vgl. mit Eschenbach)



(Fotos: K&R)

Das Anpeilen eines Ziels bleibt noch bis zu vier Stunden nach Eintritt der Dunkelheit möglich.




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KRÖPLIN

Steckbrief: Deutsches Unternehmen (mehr Informationen HIER).

Mit dem von H. C. Kröplin 1925 patentierten System sollte es möglich sein, die Marschrichtung an einem Kompass einzustellen, ohne dass die Karte hierzu eingenordet sein noch waagerecht liegen musste, beispielsweise an einer Wandkarte. Zu diesem Zweck konnte der Marschrichtungseinschub herausgenommen und separat eingestellt werden.
Dieser Kompass wurde in einer kleinen Serie gefertigt und teilweise von Mitgliedern der Jugend-Freizeitorganisation die Wandervögel eingesetzt. Diese 1901gegründete Organisation verschwand allerdings im Zuge der Gleichschaltung aller Freizeitorganisationen durch die NSDAP ab 1933.
(Siehe auch Prototyp und Patent in der Kategorie TASCHENKOMPASSE).

Modell ORION

(Zum Vergrößern, Bild anklicken)



Der ausziehbare Einschub mit Marschrichtungszeiger, Himmelsrichtungen und Rasterlinien der späteren ORION-Version. Der ältere Einschub weist nur ein einfaches, aus drei Linien bestehendes Gitter und die Himmelsrichtungen N und S auf, da Ost und West ähnlich wie beim Prototyp-Taschenkompass auf dem oberen Deckblech eingraviert sind. Die Missweisung kann angepasst werden: hierzu muss das obere Deckblech abmontiert werden, um die Glasscheibe mit dem kleinen Zeiger so zu drehen, dass dieser gegenüber dem entsprechenden am Deckblech eingravierten Wert steht.


Das 40 mm Lineal ist an der hinteren Seite angebracht.



Ansicht Schutzwicklung geschlossen
Datenblatt
- Abmessungen: 55 x 50 x 15 mm
- Gewicht: 70 g
- Feststellung der Nadel durch Hebel, links über dem Einschub
- Material: Holzgehäuse mit Metallummantelung, Schutzwicklung aus Lederimitation, Einschub aus Zelluloid.
- Teilung der Kompassrose: 360 Grad rechtsdrehend, Zahlen nur bei 0, 90, 180 und 270 Grad

Detailansicht der Rückseite:
Es ist nicht klar, ob die Zahl 1 unter dem Wort ORION auf eine erste Version hinweist oder eine Seriennummer ist. Auf jeden Fall handelt es sich um ein extrem seltenes Exemplar, vielleicht sogar um ein Unikat. Auf manchen Exemplaren steht nur 'Gesetzlich geschützt'.
Militärisches Modell
(ohne bezeichnung)
Zusätzlich zum ORION-Zivilmodell mit Spiegel und drehbarer Lünette ausgestattet

.
Datenblatt
- Abmessungen: 55 x 50 x 20 mm
- Gewicht: 87 g
- Teilung von Kompassrose und Einschub: 6400 Strich linksdrehend
- Anpeilen: über Korn und Kimme
- Lineal: seitlich angebracht

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KÜHRT

Steckbrief: Kührt ist der Name einer früheren kleinen deutschen Firma aus Nürnberg (mehr Informationen HIER). Hugo und Arno Kührt hatten 1939 ein Patent bezüglich der Verwendung eines Gitternetzes am Kompass angemeldet. Kührt wurde nach dem zweiten Weltkieg von PASTO übernommen, das einen baugleichen -wenn auch noch kleineren- Kompass baute.
Bekannt ist lediglich ein Modell in zwei verschiedenen Ausführungen jeweils mit folgender Beschriftung auf dem Deckel: "Kührt DRP" und "Kührt II DRP".



Patent von Hugo und Arno Kührt Nr. 682777 (1939)




Datenblatt
- Gehäuse: Bakelit
- Abmessungen: 90 x 77 x 18 mm
- Lineal: 70 mm
- Gewicht: 115 g
- Teilung innere Skala: 6400 Strich, linksdrehend
- Teilung äußere Skala: 360 Grad, rechtsdrehend
Modell KÜHRT II

Datenblatt
- Gehäuse: Bakelit
- Abmessungen: 80 x 50 x 18 mm
- Lineal: 70 mm
- Gewicht: 80 g
- Teilung innere Skala: 6400 Strich, linksdrehend
- Teilung äußere Skala: 360 Grad, rechtsdrehend

Das Handbuch (Kopie erhältlich):

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KULVIEC

M. Kulviec war ein polnischer Offizier, der den Kompass M.K.32 (bzw. K.M.32) entwickelte (für mehr Information über Mikołaj Kulwieć HIER klicken).

- L -

LEGH (Major)

Steckbrief - Major Gilbert LEGH (21. April 1858 - 23. Dez. 1939) war ein britischer Offizier (Grenadier Guards) und Erfinder. Er entwickelte ein System, das er sich 1896 patentieren ließ, mit welchem in der Dunkelheit Peilwinkel auf einen Grad genau gemessen werden konnten (Patent Nr. 19.600 - Abb. HIERklicken. Vollständige Kopie auf Wunsch erhältlich). Das Prinzip beruhte auf der Überlagerung einer leuchtenden Scheibe und einer perforierten Vorrichtung. Letztere bestand aus einem sternförmigen Streifen, der am Kompassboden verschraubt war. Dieser schwarze Stern wies 36 Spitzen auf und der Abstand zwischen den Spitzen bestand aus einem V-förmigen "Tal" mit 10 Löchern, die jeweils einen Grad darstellten. Das Anpeilen erfolgte mithilfe einer Kerbe im Tragring und eines Schlitzes im Deckel dessen Rändern ebenfalls mit Leuchtfarbe versehen waren. Die Kompasskapsel besaß einen Drehring und ein Glas mit gemaltem Marschrichtungsstrich. Die Prismen-Variante von Lawrence & Mayo., 87 Chancery Lane, London wies ein fadenkreuzförmigen Schlitz auf.
Dieses Muster wurde später beim Magnapole-Kompass wieder verwendet.



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Drei verschiedene Versionen von Major Leghs "luminous compass":
- Grundversion mit kleiner Kompass- kapsel und Kompassscheibe (links) bzw. mit großer Magnetnadel (oben)
- Die Marschrichtung konnte durch Drehen der Kompasskapsel verstellt werden. Letztere war durch Anheben eines Glasdeckels zugänglich.

- Rechts: Prismenversion mit Fadenkreuz-förmigem Visiersystem.

Fotos Nick Godridge


Datenblatt
(Patent-Version)
- Abm. (Durchm.).: 90 mm
- Teilung, 360°, jedes Loch in dem sternförmigen Teil stellt einen Grad dar.

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LEMAIRE

Steckbrief: Ehemaliges französisches Unternehmen, Teil der Firmengruppe BAILLE-LEMAIRE. Der Firmensitz war 26, rue Oberkampf, Paris 11. Die Firma existierte von ... ? bis ca. 1955. LEMAIRE produzierte ähnlich wie andere Firmen den so genannten Modèle 1922-Kompass. Etwa 10 J. nach dem 2. Weltkrieg und kurz vor ihrem Verschwinden produzierte sie auch eine modernisierte, "Mle 22/54" (d.h. 1954) genannte Version davon mit durchsichtiger Kapsel und flüssikeitsgedämpfter Nadel. Etwa um diese Zeit führte die französische Armee das deutsche Modell Bézard-Kompass ein. LEMAIRE meldete 1953 ein Patent für eine Modèle 49 genannte Version mit angelenktem Spiegel ähnlich dem schweizer RECTA-System an.

Siehe auch Armbandkompasse.



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Datenblatt
- Abmessungen und Gewicht: siehe Modèle 1922
- Teilung: 400 gon, rechtsdrehend
Die LEMAIRE-Version wies als einzige eine Anzugsschraube für die Scharnierachse des Deckels auf:



(Fotos Jaypee, Privatsammlung)


Den gleichen Kapseltyp hat Lemaire auch bei einem Armbandkompass verwendet (SILVA-Patent).




Lemaires Logo war eine Biene

Datenblatt
- Modell 22/54 mit flüssigkeitsgedämpfter Magnetnadel (Markierung: Mle 22/54)
- Abmessungen und Gewicht: wie oben
- Teilung: 6400 Strich, rechtsdrehend

S.a. Baille-Lemaire. Es wurde unter diesem Namen eine Version mit Prismenoptik und Flüssigkeitsdämpfung angeboten (Abb.: Katalog, Genauigkeit: 0,5 Grad). Es handelte sich vermutlich um einen vergeblichen Versuch, der franz. Armee eine Alternative zum britischen Mk1 anzubieten.


Modèle 49 
(s. Baille-Lemaire-Patente)



Fotos Jean Houcke
Dieses System mit durchsichtiger Kompasskapsel und hängendem Spiegel ä das Prinzip der schweizer Instrumente von RECTA (DP) und BÜCHI (Il). Anvisieren mithilfe von Korn (am Teilkreis, mit Leuchtfarbe) und Kimme (Kerbe am Gehäuserand).

Datenblatt
- Teilung: 6400 Strich
- Markierung auf dem Deckel: M.G. (Ministère de la Guerre = Kriegsministerium)



Ansicht der Kapsel-Unterseite:
HIER klicken.
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LEUPOLD

Steckbrief: LEUPOLD ist ein nordamerikanischer Hersteller von Zielfernrohren (mehr darüber HIER). Laut eigener Darstellung (siehe seine Website www.leupold.com) hat dieses Unternehmen in den 50er Jahren auch Kompasse gefertigt. Auf dem ersten Blick ähnelten sie den berühmten Instrumenten der U.S. Forstbehörde (Forest Service compasses, siehe Keuffel & Esser und LIETZ), aber sie besaßen zusätzlich eine Tabelle, die bereits auf dem RECON-Modell von K&E existierte und die Einteilung der neu erfassten Grundstücke darstellte (s. die Website des US-amerikanischen Grundbuchamtes). Außerdem war die Vorrichtung zur Anpassung an die lokale Missweisung modernisiert worden. Diese instrumente wurden von LEUPOLD & STEVENS INSTRUMENTS, INC. (Portland 13 Oregon) gefertigt. Es gab zwei Ausführungen: das Modell SPORTSMAN (s.u.) und das größere und schwerere Modell CRUISER, das auch von Warren-Knight gebaut wurde.
LEUPOLD bot außerdem einen Schmalkalder-Kompass an, der auf einem Stativ gefestigt werden konnte (auch von Warren-Knight ?).
Foto rechts: LEUPOLD-Prospekt (Ende der 1950er J.).



(Zum vergrößern, Bild anklicken)

Modell SPORTSMAN

(Kopien von Katalog und Handbuch auf Wunsch erhältlich)
Datenblatt
- Außendurchmesser: 615 mm
- Höhe: 12 mm
- Gewicht: 113 g
- Länge der Magnetnadel: 45 mm
- Material: Aluminium
- Die Berücksichtigung der lokalen Missweisung erfolgt mittels einer Schraube an der Unterseite des Gehauses, die mithilfe einer Münze bzw. der Spitze einer Messerklinge gedreht werden kann (s. Bild unten).

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Linsenkompass - LENSATIC

Der im englischen Sprachraum lensatic bezeichnete Kompasstyp wurde höchstwahrscheinlich von F. Barker & Son im frühen 20. Jh. erfunden (Bilder: s. DOLLOND). Linsenkompasse zeichnen sich durch eine umklappbare Vergrößerungslinse aus. Davon gibt es zwei Typen: diejenigen, die im geschlossenen Zustand durch den Deckel geschützt sind und diejenigen, die über dem Deckel umgeklappt werden. Die Winkelwerte und Himmelsrichtungen sind so geschrieben, dass sie auch mit bloßem Auge gelesen werden - im Gegensatz zu den Prismenkompassen. Der Linsenhalter besitzt auch meistens eine Visiereinrichtung. Es handelt sich um eine Kerbe (Kimme) oder um ein kleines Loch, durch das das anvisierte Objekt entlang einer Visierlinie beobachtet werden kann. Der vordere Teil des Visiers ist entweder ein feiner, in einem Schlitz des Deckels gespannter Metalldraht oder eine feine im Deckelglas eingeritzte Linie (vgl. Prismen- und Spiegel-Kompass).

Manche Linsenkompasse besitzen eine seitlich angeordnete und manchmal auch einstellbare Vergrößerungslinse (Beispiele: Creagh Osborne, WILKIE (Meridian), unbekannter deutscher Armeekompass, GKS, usw.)
Anmerkung: Die geringe Genauigkeit auch des besten Linsenkompasses (ca. 2°) kommt nicht annähernd an diejenige eines Prismenkompasses wie z.B. WILKIE oder BARKER M-88 (ca. 05°).



F. Barker & Son - 1915
(Beschreibung s. DOLLOND)


LENSATIC
Originalversion (s. M-1938)


M-1938
(Geänderte Version 1940?)
(s. Gurley, Superior Magneto)

M-1950
(siehe Brunson, Cammenga, Stocker & Yale, Lionel Corp., Fee & Stemwedel, Union Instruments, Miller, Waltham etc.)

TRAINING
Foto links: Großes Holzmodell (Durchm.: 58,5 cm), das vermutlich in einer Schulklasse eines Trainingszentrums wie  z.B. Camp Lejeune verwendet wurde.
(Zum Vergrößern, Bild anklicken).


Für das Üben des Umgangs mit dem Kompass verwendete die US-Army Broschüren mit einer Kompass-Attrappe aus Pappe. Sie wurden vermutlich von einer militärischen Behörde angefertigt. Die gelb-schwarze Broschüre weist keinen Herstellernamen und kein Datum auf. Der einzige Hinweis auf das Alter ist der Stil der "Witze" in Versform, der dem (aus heutiger Sicht peinlichen) deutschen Stil der 30er-50er Jahre entspricht (s. "S"/C. Stockert, Schachteldeckel).
Beispiele: 
    To be "ORIENTED" you don't become a JAP*
    Simply find your position on ground and map.
(* Abk. für Japaner - siehe WIKIPEDIA, Pazifikkrieg)
Weitere Schmankerl: An AZIMUTH is not something you sit on.
(basierend auf der Ähnlichkeit der Laute von AZ... und ass = Hintern)
Sowie: Like ham and eggs your map and your compass go together.
Siehe einen anderen Übungskompass unter SILVA.
Beschreibung eines beliebigen Punktes in einer Karte (unten weißes Heft, read RIGHT-UP): vgl. mit dem viel präziseren deutschen System des Planzeigers.






(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Die Symbole für die Himmelsrichtungen sind jeweils ein Eisbär (Norden), ein Cowboy (Westen), eine Palme (Süden) und eine lachende aufgehende Sonne (Osten). Datenblatt
- Abmessungen: 110 x 125 mm
- Anzahl der Seiten: 6
- Kompassteilung: 360 Grad, rechtsdrehend
- Datum: 2. Weltkrieg
- Konventionelle Symbole für Wander- und Armeekarten

Der abgebildete Kompass auf dem Deckblatt (Links, 1. Reihe, r.) ist ein Modell 1938 (s. Superior Magneto und Gurley).





(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Diese Kompass-Attrappe weist alle Merkmale des Modells M-1950 auf.
Nachfolgemodell (1968): der Stil ist nüchtern geworden.
Datenblatt
- Abmessungen: 159 x 108 mm
- Anzahl der Seiten: 6
- Kompassteilung: 360 Grad, 6400 Strich
- Datum: 1968 (Vietnam-krieg)



Auszug aus der Fußnote auf S. 6
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LIONEL

Steckbrief: LIONEL Corp. war ein U.S.-Unternehmen (1900-1967), das vor allem für Spielzeuge und Modelleisenbahnen berühmt war (s. die ausführliche Geschichte des Unternehmens in WIKIPEDIA - Engl.).



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
Linsenkompass M-1950


LONGINES

Steckbrief: Der Firmenname lautete am Anfang des 20. Jh. Fabrique des Longines, Francillon & Co. S.A. in St-Imier (siehe ausführliches Porträt in WIKIPEDIA).
Dieses Unternehmen meldete im August 1918 ein patent (Nr. 79671, Kopie erhältlich) an, in dem der berühmte Kompass, der von Plan Ltd, Cruchon & Emons gefertigt wurde, bis ins letzte Detail (Bedienungsanleitung inbegriffen) beschrieben war. Wir vermuten, dass Longines bis zu diesem Datum (Ende des 1. Weltkriegs) mit der Patentanmeldung gewartet hat, weil dieses militärische Instrument ein kriegsrelevantes Material war, das vom U.S. Corps of Engineers versorgt wurde, und daher vermutlich Geheimsache war (vgl. Abercrombie & Fitch).

Zeichnung: Longines-Patent, Abb. (Ansicht aller Abbildungen: Bild anklicken)

LUFFT

Steckbrief: Die heute nur noch Barometer produzierende deutsche Firma G. LUFFT (s. Bild rechts ein Höhenmesser aus den 1930er Jahren) war der Hersteller des berühmten BÉZARD-Kompasses. Sie verkaufte auch einige Taschenkompasse verschiedener Hersteller: s. BUSCH, HOULLIOT, Taucherkompass eines unbekannten Herstellers.
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LYTH

Steckbrief: Die Fa. A.B. (Aktie Bolaget = Aktienges.) LYTH ist ein schwedisches Unternehmen. Es wurde 1861 von Georg Wilhelm Lyth (site internet: www.lyth.se) gegründet. S. a. Marinekompasse.
Lyth produzierte in den Jahren 1920-1930 Marschkompasse für Schwedens Heer. Der Gründer von SILVA, Björn Kjellström, arbeitete zusammen mit Lyth, bevor er sein eigenes Unternehmen gründete. LYTH meldete 1931 ein Patent für einen flüssigkeitsgedämpften Kompass an, das zu einem Streit mit SILVA führte.
Mit den Modellen von SILVA und NIFE vergleichen.



Modell Lyth 1928, Nr. 465



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Datenblatt
- Abmessungen:
70 x 68 x 23 mm
- Teilung: 6300 Strich
- Trockene Kapsel
Foto links: Sihvonen Jarkko

Gravur: 
PATENT S. (S = beantragt auf Schwedisch?)
Mod. KJELLSTRÖM - LYTH

Dieses Modell wurde in Zusammenarbeit mit Lyth vor der Gründung von Silva durch  B. Kjellström gebaut.
- Teilung: 400 Gon,
- Flüssigkeitsdämpfung
- Durchsichtige Scheibe im Deckel mit Teilkreis und einem Lineal von 40 mm Länge.
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