- A -

Steckbrief:
Das
Air Ministry
(s. Logo rechts) war
früher
eine Abteilung der britischen Regierung, die mit den Angelegenheiten
der Royal Air Force (RAF) befasst war. Es existierte von 1918 bis 1964.
In seinem Auftrag wurden
verschiedene Kompasstypen gebaut. Der Präfix deutet auf die
Verwendung: P für Pilot (Führerkompass) und
O
für Observer (Navigator).
Die von der RAF verwendeten Kompasse
waren sogenannte aperiodische Kompasse, d.h. dass sie nach
einem Kurvenmanöver auf den wahren Kurs ohne zu
überkompensieren einpendelten. Dies konnte nur dank
spezieller Merkmale erreicht werden, nämlich eines
hohen magnetischen Moments, einer geringen Trägheit
und einer hohen Dämpfung. Weitere Informationen über
die Navigation mit diesen Kompassen in den Flugzeugen der RAF und die
Technik der aperiodischen Kompasse kann man auf der Website
cairdpublications lesen
(in englischer Sprache).
Wir zeigen
nachstehen beispielsweise das Modell 06A, einen sogenannten
"landing compass", der am
ausgestreckten Arm gehalten wird. (moderne Versionen: SESTREL,
SAURA).
Die folgenden Angaben über die Chronologie der
P-Modelle
wurden uns von einem aufmerksamen Besucher übermittelt.
Weitere
Ergänzungen sind willkommen:
Foto rechts Malmcolm Goosey: der
AM P12 (zum Vergrößern, Bild anklicken)
- Die früheste Variante, die ich kenne, ist der P3.
Es
handelte sich um einen Kompass mit vertikaler Rose aus
den 1930er
Jahren. Ich vermute, ohne es jedoch Belegen zu
können, dass
die Bezeichnungen P1 und P2 für RFC- (
Royal Flying
Corps, Vorgänger der RAF) Kompasse
aus dem 1.
Weltkrieg, vergeben wurden, die auch nach der Gründung
des Air Ministry verwendet wurden.
- Der P4 war ein Kompass der Mitte der 1930er Jahre und wurde
in größeren Flugzeugen wie die
Hawker Hart,
Sunderland
und den frühen viermotorigen Bombern verwendet. Ihm
folgte
der P10, der gleich groß war, aber ein
Vierdraht-Fadenkreuz besaß anstelle eines
zweidraht-Fadenkreuzes. Einige auf Vierdraht-Fadenkreuz
umgerüstete P4
wurden P4A bezeichnet. Die
Lancaster waren
eher mit P10- als mit P4-Modellen ausgestattet, aber
P4-Kompasse wurden zweifellos bei Bedarf auch eingesetzt.
- Es liegen keine Informationen über die P5-Version.
- Der P6 wurde in kleineren Flugzeugen eingebaut. Ihm folgte der P8 mit
etwas größerer Lünette.
- Der P7 war eine umgedrehte Version des P6 und er wurde durch
den P9 ersetzt, der ein umgedrehter P8 war.
- Der P8 war ab ca. 1937 in den
Spitfire, Hurricane, Tiger Moth
allgemein
verwendet und wurde durch den P11 ersetzt. Es gab auch
ein P8M genanntes Modell, wobei mir der Suffix M nicht klar
ist (Marine?). Einige P8 und P8M wurden auf
Vierdraht-Fadenkreuz umgerüstet.

-
Der P9 war ein umgedrehter P8 und ähnelte
dem P7.
- Der P10 war eine verbesserte Version des P4 mit Vierdraht-Fadenkreuz.
- Der P11 war eine verbesserte Version des P8 mit Vierdraht-Fadenkreuz.
- Der P12 war eine umgedrehte Version des P11 mit einem Spiegel unter
der Lünette.
ACHTUNG
GEFAHR - RADIOAKTIVE STRAHLUNG
Die
Himmelsrichtungen (N-E-S-W) sowie die 10-Grad
Markierungen
bestehen aus einer radiaktiven Mischung aus Radium und Zinksulfit. Die
Farbe leuchtet nicht mehr, aber das Radium strahlt immer noch
sehr
stark. In 50 cm Abstand beträgt die gemessene
Gammastrahlung 0,35 µSv/h (microsieverts/Stunde).
Die
natürliche Hintergrundstrahlung der Umwelt beträgt
ca. 0,10
µSv/h. Die Schwelle für gefährliche
Strahlung wird mit
0.30 angegeben.
Bild rechts zum
Vergrößern anklicken
DIESE GERÄTE
NICHT ÖFFNEN. NICHT MIT DEN EINZELTEILEN HANTIEREN.
NICHT IN DER NÄHE EINES HÄUFIG BESUCHTEN STANDORTS
(SCHREIBTISCH, BETT usw.) LAGERN.

Kompass Typ 06A
(Beschaffungs-Nr. 6A/I.248)
(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken) |

Allgemeine Beschreibung und Längsschnitt
Auszug aus dem Dokument
AIR PUBLICATION 1275 |
Datenblatt
- Durchmesser: 95 mm
- Gesamtlänge: 190 mm
- Gewicht: ca. 1 kg
- Serien-Nr.: 38899H.
Das logo des Air Ministry war eine Krone:

Die geflügelte Nord-Marke auf der Kompassrose (gespiegelt
dargestellt):

|
Kompass Typ P4, P6 bzw.
P8
(Beschaffungs-Nr. 6A/O.227 bzw. 6A/O.367)

(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken) |
Auszug aus
AIR
PUBLICATION 1275
Allgemeine Beschreibung und Längsschnitt
(Kopien auf
Anfrage erhältlich)

 |
Datenblatt
P4
- Durchmesser: 7 1/4 in.
- Gewicht: 5 lb. 14 oz (ca. 3 kg)
- 4 Magnete
P6
- Durchmesser: 5 3/8 in.
- Gewicht: 2 lb. 4 oz (ca. 1,12 kg)
- 2 Magnete
P8 (eingebaut in Spitfire)
- Durchm.: 136 mm
- Höhe: 77 mm
- Weight: 0,821 kg
|
P6 Kompass
Explosivzeichnung
(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken) |
Seitenansicht

Der Kompass allein (oben) und eingebaut in einem
Lancaster-Bomber-Cockpit (unten)
(Cockpit-Foto: www.spitfirespares.com)
|
Der Kompass in
seiner Transportkiste
|
Kompass Typ P7
(Beschaffungs-Nr. 6A/O.430)

(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken) |
Auszug aus
AIR
PUBLICATION 1275
Allgemeine Beschreibung und Längsschnitt
(Kopien auf
Anfrage erhältlich)
 |
Datenblatt
Wie P6, zusätzlich mit Spiegel für die
Beobachtung von
unten. Diese Anordnung ermöglicht die Unterbringung des
Kompasses
in Augenhöhe und fern von den im unteren
Flugzeugteil befindlichen metallischen Massen.
- Durchmesser: 5 1/2 in.
- Höhe: 8 in (20 cm)
- Gewicht: 4 lb. 8 oz (ca. 2,240 kg)
|
Kompass Typ 02 with azimuth circle
(Beschaffungs-Nr. 6A/O.380)

(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken) |
Auszug aus
AIR
PUBLICATION 1275
Allgemeine Beschreibung und Längsschnitt
(Kopien auf
Anfrage erhältlich)
 |
Datenblatt
- Durchmesser: 6 1/4 in.
- Gewicht: 6 lb. 2 oz (ca. 3,06 kg)
Azimutkreis
(Beschaffungs-Nr. 6A/O.411)
|
Bomb
Sight Type D
(Beschaffungs-Nr. 6E/O.276)

Dieses Instrument war dafür konzipiert, zusammen mit einem
Visiergerät für Bombenabwurf Mk VII A, B
oder C
verwendet zu werden.
(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken)
|
Auszug aus
AIR
PUBLICATION 1275
Allgemeine Beschreibung und Längsschnitt
(Kopien auf
Anfrage erhältlich)
 |
Datenblatt
- Durchm.: 10cm.
- Gewicht: 1 lb. 11 oz (ca. 750 gr)
|
Steckbrief: Joachim Richter, Am Wald 2, Ende Erzbergerstr. 75 Karlsruhe
31. Diverses Luftfahrtmaterial.
Uhrmacher (Automatik-Uhr
Modell
Military 08/15 -
Foto
Maistero/Watch Lounge). Er fertigte auch zumindest bis
1945
Fliegerbrillen (Foto
profifilm.de,
Modell 1935).
Model FK
16 (Führerkompass)

Fotos Henri Note
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken) |

|
Datenblatt
- Durchm.: 57 mm
- Tiefe: 60 mm
- Gewicht: 206 gr
Der FK 16 ist ein LUDOLPH-Produkt. Er wird außerdem im
Navigationsgerät für Kampftaucher verwendet.
|
- B -
Steckbrief: Carl Bamberg war ein deutsches Familienunternehmen mit Sitz
in Friedenau bei Berlin.
(für mehr Informationen
HIER)
klicken.
Siehe auch Taschenkompasse.
Der
ARMEEKOMPAß III

Fotos Horst
Kahnt -
Zum Vergrößern, Bilder anklicken. |

|
Datenblatt
- Durchmesser: 115 mm
- Höhe: 84 mm
- Gewicht: ... g ?
Dieser Kompass wurden in folgenden Flugzeugen eingesetzt: (?)
Es existieren zahlreiche andere Modelle |
Steckbrief: PIONEER INSTRUMENT COMPANY wurde 1919 gegründet.
Die Fa. wurde 1928 von BENDIX Aviation Corporation, New Jersey
(N.Y.) aufgekauft. Mehr Infos in Wikipedia.

Die obere Blende verdeckt die Beleuchtungslampe.
Fotos: Tony KING -
Zum Vergrößen, Bilder anklicken) |

Rückseite (Steckverbinder) |
AIRCRAFT COMPASS
MARK VIII - Type 1822
Datenblatt
- Breite: 87 mm
- Höhe: 80 mm
- Gewicht: 883 g
Markierungen rückseitig: BU. AERO. U.S. NAVY
F.S.S.C. No. : 33-C-800
Herst.-Kz. (MFR'S Part No.): 1822-1-B
|
 |
Schnitt-Zchng. (Installation instr.)
|
PIONEER
VEHICLE COMPASS - TYPE 1829
Dieser Kompass wurde in allen möglichen Fahrzeugen verwendet
einschl. Kampfpanzer. Eine Verwendung in Flugzeugen ist nicht
nachgewiesen
(Installation Instr. liegen vor).
Fotos Privatsamml.
(Zum Vergrößen, Bilder anklicken) |
Dieses Fluginstrument ist trotz der
Bezeichnung "Radio compass" kein Funkkompass im eigentlichen Sinne,
sondern nur ein
elektrisch nachgeführter Kompassanzeiger. Der Zeiger ist mit
einem Synchromotor verbunden,
der (über den Steckbverbinder PL 118, Rücks.) an ein
Gerät angeschlossen ist, das wie ein Kompass auf das
Magnetfeld der
Erde reagiert (Magnetfeldsonde) und entsprechende elektrische Richtungsimpulse abgibt. Der Drehknopf oben rechts (VAR
/ E-W)
ermöglicht das Kalibrieren des Teilungsrings (360 Grad) in
Abhängigkeit von der örtlichen Missweisung. Die
Missweisung ist in den Flugkarten angegeben. Sie ist an jedem Ort der
Erde verschieden und variiert während des Fluges. Damit kann
der Pilot (bzw. der Navigator) die Anzeige während des Fluges
immer wieder korrigieren.

(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken) |
 |
Funkkompass
Signal indicator I-82-A
Signal Corps U.S. Army
Serien-Nr: : 4771
Bauzeit: 2. Weltkrieg
Datenblatt
- Durchmesser: 13 cm
- Tiefe: 9 cm
- Gewicht: 600 g |
- C -
Steckbrief: ...
Dem Internet
Kompassmuseum liegen keine Informationen über
diese Firma vor. Das Museum würde eine Zusammenarbeit mit der
Fa. COLLINS begrüßen.
Steckbrief: Kapitän Frank Osborne Creagh-Osborne (1867/1943)
war ein
britischer Kapitän und Erfinder, Leiter de Kompass-Abteilung (
Superintendent of Compasses)
bei der britischen Admiralität (s. sein Portrait
HIER).
Seine Kompasstypen wurden
produziert u.a. durch H. Hughes & Son Ltd, Dent & Co
& Johnson Ltd sowie Sperry (siehe
auch
Marsch-, Armband- sowie Luftfahrtkompasse).
Er veröffentlichte 1916 ein Büchlein (52 Seiten,
in
französischer Sprache vorliegend, Kopien auf Wunsch
erhältlich) über die Verwendung des
Kompasses an Bord
von Flugzeugen. Er behandelte darin nicht nur das im Instrumentenbrett
eingebaute Gerät, sondern auch den vom Beobachter ggf.
benutzten Armbandkompass (s. a. Marsch- und Armbandkompasse).
- D -
Steckbrief: Gaston-Jules DALOZ (wohnhaft
in Ramerupt,
Département Aube, Frankreich) ließ im
August 1910
ein System patentieren (Nr. 419.682), das es
ermöglichte, das
Vorbeidefilieren der Landschaftsmerkmale (Bäume usw.) durch
eine
transparente Kompassrose (Glimmerblatt) zu beobachten. Der Kompass
besaß einen (am Boden vor dem Start) einstellbaren Kurszeiger
sowie eine Optik, die das Bild der Außenwelt am Boden auf die
Kompassrose fokussierte. Das Verfahren bestand darin, die Bewegung der
Landschaft entlang des Zeigers zu prüfen. Bereits im November
1910
wurde es durch einen Zusatz ergänzt, in dem
präzisiert wude,
dass der Zeiger durch parallele Linien auf der Kompassrose ersetzt
werden konnte.
Diese Vorrichtung wurde dann im Mai 1911 von Abel-Louis
DOIGNON*
verbessert
(Patent Nr. 431.275, Flüsigkeitsämpfung,
Schnelleinstellung
usw.). Trotz der eingebauten Mechanik ermöglichte das
Gerät
lediglich die Einstellung eines Kurses gegenüber einem
magnetischen Grundgerüst, aber die Rose wies keine
Himmelsrichtungen auf, so dass der pilot auch über einen
Notkompass verfügen musste.
* Siehe Doignon's Marschkompass

Deckblatt des
Urpatents
(240 x 315 mm) |
Abb.: Originalversion des DALOZ-Systems
|

Weiterentwicklung (DOIGNON)
|
Steckbrief: Deperdussin war ein französisches
Flugzeugbau-Unternehmen (s. Wikipedia) mit Sitz 19, rue
des Entrepreneurs, Paris.
Dieses sehr ungewöhnliche Instrument wurde 1912
von Gaston Emile Colombel (wohnhaft 50, rue de Moscou, Paris)
erfunden (s. Patent, engl. Fassung Nr. 26.282). Damit waren die
nachstehend aufgelisteten Flugzeuge bei den ersten
Überflügen
des Ärmelkanals ausgerüstet, Drei davon fanden im
Nebel
statt. Der Pilot Biélovucie flog mit einer
Hanriot-Maschine,
Moineau
mit
Bréguet,
Prévost mit
Deperdussin,
Guillaux mit
Clément).
Die Katalog-Broschüre (13 S., Französisch,
Fotokopie auf Wunsch
erhältlich)
enthält auch Auszüge aus Briefen erfolgreicher
Piloten:
- Überquerung der Alpen durch Biélovucie
1913.
- Pommery-Pokal (1.129 km), gewonnen von Guillaux im April
1913.
- Rennen Paris-Amiens-Paris und
Circuit
Forézien
(400 km) gewonnen von Molla. Letzterer erzielte auch die beste Zeit auf
der ersten Hälfte des Rennens mit Flugbooten von
St. Malo nach Jersey und zurück trotz
starken Nebels
(
Brief vom Feb. 1913).
A. Védrines bedankte sich beim Erfinder Colombel im
Namen der Piloten der serbischen Luftwaffe.
Modèle MONODEP 1912
Schwingungsdämpfung mittels Federn.
|
Modèle MONODEP 1914
Kardanische Aufhängung, Teilkreis in Strich
(1/4 des Umfangs = 1600')
Fotos M. Collignon
(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken) |
Datenblatt -
Funktionsweise (Abb.
gem.
Patent)
Die Magnetscheibe ist in der Schale eingebaut.
Die senkrecht angeordnete Kompassscheibe
wird über ein Umlenkgetriebe
angetrieben (das Patent beschreibt eine horizontal angeordnete
Scheibe). Sie weist nur die vier Himmelsrichtungen auf (roter Stern
für NORD).
Der zu fliegende Kurs wird mittels eines Zeigers am
äußeren Teilkreis eingestellt. Der volle
Teilkreis umfasst nur 90° (bzw. 1600
Strich).
Der Zeiger ist mit einer inneren Marke (roter Stern) über ein
Getriebe (Verhältnis 4:1) verbunden. Der Arm mit dem
roten Stern dient dazu, die Position der Nordreferenz der
Kompassscheibe (roter Stern) vorzugeben. Es sind vier volle Umdrehungen
des Zeigers am Teilkreis erforderlich, um
eine Umdrehung der Nordmarke zu bewirken.
Der zu erfliegende Kurs wird an einer Landkarte mit einem
Spezialwinkelmesser abgegriffen und auf den Teilkreis
übertragen. Der Pilot muss nur noch
beim Navigieren darauf achten, dass die beiden roten Sterne
übereinander liegen.
Modell 1914 besaß eine integrierte Beleuchung mittels einer
im Flug
austauschbaren Batterie (Lebensdauer 6 Stunden). Die Windrose war in
vier Viertel unterschiedlicher Farben unterteilt und hieß
nach dem Designer Capitaine
ROISIN.
Die Missweisung konnte ab Werk eingestellt werden. Das klingt
erstaunlich heute, aber die damaligen Flugzeuge flogen nicht so schnell
und so weit,
dass eine Anpassung im Fluge erforderlich gewesen wäre.
|
- F -
Ein Funkkompass zeigt die Richtung zu einer künstlichen
Referenz am Boden (Funkbake, VOR) anzeigen. An manchen Instrumenten
können gleichzeitig den Kurs des Flugzeugs bezogen auf
geographisch Nord und die Lage von VOR-Sendern dargestellt werden.
Beispiele: s.
BENDIX (USA),
UGR-4 (Sowjet-Union)
- H -
Steckbrief: Dieses Unternehmen ist mit dem
(gegenwärtig
in Hamilton Sunstrand aufgegangenen) US-amerikanischen Unternehmen
HAMILTON STANDARD COMPANY nicht verwandt. Letzteres wurde in den 20er
J. durch den
Luftfahrtpionier Thomas Foster Hamilton (28. Juli 1894 – 12
August 1969) gegründet.
Uns wurde folgende Information übermittelt (s. die
Originalversion im englischsprachigen Teil des Kompassmuseums):
'Der Hamilton HI-400 Vertical Card Compass wurde nicht von Hamilton
Standard hergestellt. Es wurde von "Ham" Hamilton erfunden der am Hobby
Airport in Houston, Texas am Anfang der 1970er Jahre tätig
war. Er betrieb dort eine kleine Reparaturwerkstatt für
Flugzeuginstrumente, die den Namen Hamilton Instruments trug. Ich
kannte "Ham" zu dieser zeit, da ich bei Associated Radio Service
Company (ebenfalls auf Hobby Airport ansäßig) als
Avioniker arbeitete. "Ham" brachte uns seinen Prototyp zur
Begutachtung. Es war einfach genial. Die Modellbezeichnung "HI-400"
steht für
Hamilton
Instruments-400.
Hamilton verkaufte später seine Erfindung an die Fa. Precision
Airmotive, die sich auch auf Hobby Airport befand. Diese Kompasse
werden weiterhin hergestellt, aber ich weiß nicht von wem.
Ich vermute, dass "Ham" entweder schon sehr alt oder bereits verstorben
ist.'
(Zum
Vergrößern, Bild anklicken) |
 |
Datenblatt
- Abmessungen: 70 x 60 x 50 mm.
- Gewicht: 270 g
Die Kompensation zur Korrektur
der Anzeige erfolgt über die beiden Schrauben unten an der
Frontseite:
- die linke (grün, die obere auf dem Bild unten) für
die Ausrichtung der
Nord-Süd-Achse
- die rechte (gelb) für Ost-West.
|
- K -
Steckbrief: KEARFOTT ist ein nordamerikanisches Unternehmen, das
Fluginstrumente fertigt (mehr darüber
HIER).
Der hier gezeigte Kreiselkompass bildet einen Teil des
N-1 genannten Navigationssystems, das circa bereits 1948 entwickelt
wurde.
Dieses System erhöhte wesentlich die Genauigkeit der
Navigation
auf Langstreckenflügen, denn mit ihm konnten die vom Kreisel
gelieferten Positionsdaten um die Krümmung und
die Drehung der Erde korrigiert werden. Dadurch konnte man direkte
Flüge zwischen zwei Punkten auf der Erde entlang
eines
sogenannten Großkreises (sogenannnte
Gitternetznavigation)
durchführen.
Die Drehung der Erde bewirkt eine scheinbare Ablage von 0,5°
pro
Std. mal den Sinuswert der geografischen Breite. Um dies zu
berücksichtigen, werden die vom Kreisel gelieferten
Daten
mithilfe eines an der Frontseite des Instruments befindlichen
Potentiometers korrigiert und zwar um
einen entsprechenden Wert mit umgekehrten Vorzeichen.
Kearfott baute insgesamt ca. zehn tausend Einheiten davon für
die USAF und
die zivile Luftfahrt. Etwa 500 Anlagen sind noch heute (Juli
2009) beispielsweise in C-130
Hercules der USAF
eingebaut bzw. als Ersatzteile auf Lager verfügbar.
(Diese Daten wurden uns
freundlicherweise durch ASTRONAUTICS Corp. of America
übermittelt).
Die äußere Skala zeigt den Kurs, die
innere Skala
die
Position zw. Äquator und Nord- bzw. Südpol. Die Skala
für die
nördl. Hemisphäre ist links, die südl.
rechts.
(Zum
Vergrößern, Bild anklicken)
Kurs: 32°
Position: 38° Nord
Einstellknöpfe:
- Oben:
LATITUDE CORRECTION N-S
- Unten:
SYNCHRONIZER
|

Rückseite:
Steckverbinder und Anschlussplan
|
(Zum
Vergrößern, Bild anklicken)
Funktionschema des N-1-Systems. Das (große
und schwere) ausgestellte Gerät enthält Kreisel und
Anzeigegerät. |
Datenblatt
- Abmessungen: 120 x 120 x 220 mm
- Gewicht: 4,5 kg
- Baujahr: ca. 1950?
- Typenschild:
(Zum
Vergrößern, Bild anklicken)
|
Beschreibung: Normalerweise ist der kleine Zeiger auf der
Latitude-Skala (Breitengrade) für den Betrieb mit
automatischer Nachführung
durch das Erdmagnetfeld auf "off" gestellt. Wenn der Pilot in der
Betriebsart "free gyro" fliegt, wird der kleine Zeiger auf den
ungefähren momentan erflogenen Breitengrad eingestellt.
Dadurch
wird der Kreisel um die aus der Erddrehung resultierenden
Präzession korrigiert (die Betriebsart 'Free
Gyro' ist die
normale Betriebsart in arktischen und antarktischen Regionen).
Der Latitude-Zeiger wird durch den Navigator eingestellt und gibt keine
Positionsinformation an. Oft haben Navigatoren in der Antarktis die
falsche Erdhemisphäre gewählt (N anstatt S)
und
infolgedessen gravierende Kursabweichungen erfahren.
Der ganz kleine Zeiger (L / R Anzeige) wird von den Signalen aus der
(beispielsweise am Flügelende eingebauten) Magnetfeldsonde
angesteuert. Er bewegt sich ständig in Abhängigkeit
von
diesem Signal.
(Erläuterungen
übermittelt durch Breckinridge S. Smith - Major, USAF
ret.)
- L -
Steckbrief: Das Unternehmen Société des
établissements HENRY-LEPAUTE (11, rue
Desnouettes, Paris XVe) produzierte Uhren seit dem
19. Jh. Danach umfasste die Produktion viele elektrische und optische
Instrumente.
Dieser Kompasstyp wurde 1910 patentiert (Nr. 407.416). Er
zeichnet sich dadurch aus, dass die Scheibe zwischen zwei Drehspitzen
rotiert, wobei die obere in der Höhe verstellbar ist (siehe
Abb. aus dem Patent u. r.).
Steckbrief: Die W. LUDOLPH GmbH & Co. KG (Bremerhaven) ist ein
deutsches Unternehmen. Es produziert Schiffs- und Fluzeugkompasse.
Für mehr Informationen
HIER
klicken.
Siehe auch MARINE-Kompasse.
Am Anfang des 20. Jh. begann LUDOLPH zusätzlich mit dem Bau
von Luftfahrtkompassen. 1906 baute sie als erstes deutsches Unternehmen
Kompasse für die Zeppelin-Luftschiffe. LUDOLPH baute Kompasse
für diverse zivile und militärische Flugzeuge bis
1945 (
Dornier
Do X,
Junkers
Ju 52,
Focke-Wulff
Fw 200). Ludolphs Dreibuchstaben-Code während des 2.
Weltkrieges war ...?
Nach den durch die Kriegshandlungen bedingten
Zerstörungen und der Zwangspause der Nachkriegszeit wurde die
Produktion von Luftfahrtkompassen 1959 wiederaufgenommen.
Beispiele: Führerkompass FK 6, FK 10, FK 13 (Führer
bedeutet hier Flugzeugführer, d.h. Pilot).
|

(Fotos
www.spitfirespares.com) |
Modell FK 10/32
Datenblatt
- Kompass der Junkers
52

Typenschild |
- N -
Dies ist ein sehr weites Feld und wir möchten hier nur einige
Aspekte kurz erwähnen.
So wie auf hoher See ist beim Fliegen der Kompass nur eines
der Instrumente, die die Navigation ermöglichen. Zwar konnten
frühere Flugzeugnavigatoren wie ein
Schiffskapitän ihre Lage (geographische
Länge und Breite) mithilfe eines hochgenauen Chronometers
und durch Beobachtung der Himmelsgestirne ermitteln.
Langstrecken-Flugzeuge waren mit Geräten ausgestattet, die
einen Blick auf
die Gestirne durch eine Öffnung an der Oberseite der
Flugzeugzelle ermöglichten. Wegen der
ungleich höheren Geschwindigkeiten jedoch mussten die
Berechnungen in viel kürzerer Zeit
als auf See erfolgen. Bevor moderne elektronische
Navigationsrechner diese
Aufgaben
übernahmen (vom
GPS
soll hier gar keine Rede sein), verwendete man hierzu
unterschiedliche Hilfsmittel.
Für Überlandflüge dienen
künstliche, am Boden installierte Referenzsysteme der
Orientierung
(Funkbaken, VOR -
siehe
Wikipedia). Es handelt sich um
Funksender, deren Signale mittels
Funkkompasse ausgewertet
werden (Beispiele:
Bendix
(USA),
UGR-4
(Sowjet-Union).
Wegen der raschen Veränderung der relativen Lage des
Magnetfeldes
durch die eigene Bewegung und um die Beeinflussung des
Anzeigegerätes
durch die mitgeführten Metallmassen wie Triebwerk, Bewaffnung
usw. zu
umgehen, wird das Erdmagnetfeld mittels einer
Magnetfeldsonde
(
flux valve or gate)
gemessen und an einen
Kurs-Kreiselkompass
weitergeleitet
(Beispiele:
Siemens &
Halske,
Kearfott).
Für den Fall,
dass diese elektrotechnischen bzw. elektronischen Hilfsmittel
ausfallen, verfügt jedes Luftfahrzeug
außerdem über
einen konventionellen
Notkompass, dessen Genauigkeit
jedoch äußerst niedrig ist (s.a.
Hamilton Instr.).
Seitenwinde können ein Flugzeug vom Kurs
abbringen. Beispiele von Instrumenten zur
Berechnung der
Drift in Abhängigkeit von Windstärke und
-geschwindigkeit:
Dreiecksrechner
DR3 Tp (Wehrmacht 1943), Gerät xxxx im "
Knieplanchet"
NPL und yyyyyy (Kreissektorförmig, UdSSR),
Rechenschieber (NVA/DDR).
(Wenn nicht
anders angegeben, alle Fotos von K. Pätzold - Zum
Vergrößern, Bilder anklicken)
Dreiecksrechner Model DR-3
Tp, Wehrmacht
(1943)

Hersteller: Dennert & Pape. Ein anderes Modell war das
von K.
E. Tröger (Foto M. Dick)
|
Dreiecksrechner Model NPL
(UdSSR) im Oberschenkeltablett (Knieplanchet)
integriert


|
Driftberechnungsgerät
(Rote Armee / UdSSR)
mit Bedienungsanleitung
|
Rechenschieber
zur
Driftberechnung
(NVA / DDR) und Bedienungsanleitung
|
 |
Hersteller unbekannt
– Stempelaufdruck: APR 82. Die Korrektur der Anzeige erfolgt
mittels zweier Schrauben (hinter der unteren Frontplatte, auf dem Bild
nicht sichtbar): die linke für die Ausrichtung der
Nord-Süd-Achse, die rechte für Ost-West.
Datenblatt
- Abmessungen: 70 x 60 x 60 mm.
- Gewicht: 240 g |
- P -
PIONEER
(Keine Daten verfügbar)
- R -
Radioaktivität
Die für die Ziffern und Markierungen der zwischen ca. 1915 und
1950 gebauten Geräte verwendete selbstleuchtende Farbe
enthielt
Radium. Für mehr Details über die aus der
radioaktiven
Strahlung dieses Material herrührende Gefährdung
bitte
HIER
klicken.
- S -
Steckbrief: Siemens & Halske war ein deutsches Unternehmen, das
1847 unter der Leitung von
Werner
von Siemens und
Johann
Georg Halske
als „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens &
Halske“ in Berlin gegründet wurde.
Kurskreisel Lku4, S & H, Baujahr 1943-1945. Dieses
Gerät
wurde in den blindflugtauglichen Junkers Ju 52 und Ju 88 verwendet.
Auszug aus der Siemens-Gerätevorschrift "D.(Luft)T.5404",
Ausgabe Januar 1943: "
Die
obere Skala ist die Kursgeberrose; an ihr
wird der gewünschte Kurs (Sollkurs) durch den von einem
Richtungsgeber gesteuerten Kursmotor eingestellt. Die untere Rose ist
die mit dem Kreiselsystem verbundene Kursrose."

Bild anklicken
für eine Großaufnahme von Front- und
Rückseite |

Das Bild zeigt die Führerkanzel der Junkers Ju 88. Der
Lku4 (in rot) befindet sich in der Mitte der Instrumententafel, oben.
(Zum
Vergrößern, Bild anklicken)
|

Datenblatt (März 1940)
- Abmessungen: 160 x 130 x 120 mm
- Gewicht: 2,6 kg |
Steckbrief: SPERRY GYROSCOPE.
- U -
Steckbrief: Russischer Funkkompass.

Fotos:
K. Pätzold
|

Typenschild: YGR-4 Yk Seria 3
(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken)
|
Datenblatt
- Durchmesser: mm
- Gewicht: kg
- Beschriftung: KURS - RP (?)
|
- V -
Steckbrief: Französisches Unternehmen (mehr Informationen
HIER).
Das Museum würde eine Zusammenarbeit mit dieser Firma bzw.
ihrem Nachfolger begrüßen.
In einem Handbuch für Kompasse mit
senkrecht
stehender Rose (rose verticale) aus dem Jahr (?) geht hervor,
dass VION solche Instrument in drei verschiedenen Varianten baute :
- Type V.31 (60 mm Durchm.) für Kampfflugzeuge, bzw.
T.31 für Sportmaschinen,
- Typ Q.S.C.V.29 (85 mm Durchm.) für
Aufklärungsflugzeuge und Bomber sowie für Post- und
Linienflugfeuge mittlerer Größe
- Type G.N.R.V.30 (120 mm Durchm.) für große Linien-
und Transportflugzeuge und schwere Bomber.

Flugzeugkompass - Modellbezeichnungen und Datum unbekannt
(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken) |

|
Datenblatt
- Durchmesser: 105 mm
- Höhe: 60 mm
- Gesamtabm.:155 mm (Durchm.) x 100 mm hoch.
- Gewicht: ca. 1,3 kg
- Markierungen: VION PARIS et AÉRONAUTIQUE MILITAIRE
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Flugzeugkompass-Patent aus dem Jahr 1928
Bild oben anklicken zum Vergrößern bzw. rechts
pdf-Dateien der einzelnen Abbildungen aufrufen. |
Abbildungen
aus dem Patent (pdf-Dateien):
Abb. 1
Abb. 2
Abb. 4
Abb. 3 & 6
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VION-Handbücher
(Fotokopien
können bestellt werden)
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Typ T.31

Abb.: Auszug aus der Dienstvorschrift
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken) |
Typ V.31

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Datenblatt
Einzelteile
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Typ Q.S.C.V. 29

(Zum
Vergrößern, Bilder anklicken) |
Typ G.N.R.V.* 30
(* Grande Navigation Rose Verticale)

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Datenblatt
Teilung: 360 Grad, linksdrehend
Abb.: Auszug aus der Dienstvorschrift
(Fotokopien auf
Wunsch erhältlich) |
Typ F 37 B

(Zum
Vergrößern Bilder anklicken) |
Seitenansicht
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Datenblatt
Markierung: Aéronautique militaire
(Fotos MOGLIA -
Privatsammlung) |
Typ QSC 27

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Datenblatt
Ansicht von unten: die Kompensationsmagnete

(Fotos Houcke -
Privatsamml.) |
Typ
PBA 60

Bild anklicken: Ansicht der Vorderseite ohne die
Abdeckplatte |
Seitenansicht

(Fotos
bieber231 - Privatsamml.) |
Datenblatt
Teilung: ... |
Typ H.A. 83
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Existierte auch
in einer Version mit 82 mm Durchmesser .
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Datenblatt
Die Zahl 83 steht für den Durchmesser in Millimetern
(Foto Jaypee -
Privatsammlung) |
- X -
Unbekannte
Flugzeugkompasse
Die folgenden Bilder zeigen Kompasse ohne Herstellernamen.

Fotos
A.Picker |

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