GEOLOGEN- & ARTILLERIEKOMPASSE (Forts.)

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- L -

LADOIS

Steckbrief : früheres französisches Unternehmen (Constructeur des Instruments de l’Ecole Spéciale Militaire - 69, rue Gambetta, Malakoff / Paris) am Ende des 19. Jh. wurde anscheinend von Doignon übernommen (über dieses Unternehmen liegen uns noch keine weiteren Daten vor).

Unten und rechts: die modernisierte runde Metall-Version (1887) des berühmten Systems vom französischen General Paul PEIGNÉ. Die Wochenzeitschr. Revue du Cercle Militaire (RCM, Ausg. 8. Jan. 1888 - 3 S., Kopien können bestellt werden) schreibt, dass General Peigné diesen Kompass bei LADOIS fertigen ließ. In diesem Artikel ist eine Beschreibung und eine Gebrauchsanweisung (einschl. 4 Abb.). Dieser kompass wurde von der Artillerie-Akademie in Saint Maixent ausgewählt.
Zeichng r.: Auszug aus dem Artikel in der RCM (zum Vergrößern, Bild anklicken)

LADOIS hat auch die quadratische Holzversion davon sowie Taschenkompasse produziert oder zumindest vertrieben.
Unten: Peignés modernisiertes System und ein Tacheometer.



Dieses ältere Modell ist leider in schlechtem Zustand: Der Spiegel im Deckel fehlt ebenso wie eins der beiden Klapp-Lineale. Er weist außerdem die für die PEIGNÉ-Kompasse typische, in der Schraubverriegelung integrierte Bremse der Magnetnadel nicht auf, sondern lediglich einen einfachen seitlichen Verriegelungshebel.

(Verwendung von Kopien der Fotos durch den eBay-Verkäufer cl1663 genehmigt)


Datenblatt
- Durchmesser: ca. 85 mm
- Höhe: ca. 25 mm
- Teilung: 360 Grad
- Steigungsmesser: nicht sichtbar
- Gewicht: ca. 350 g




TACHÉOMÈTRE (ca. 1890)
Datenblatt
(...)

Unterschrift: "Ladois-Froment à Paris"



(Photos Moshe Fogel)
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LAGUNA

Steckbrief : Spanisches Unternehmen (Saragossa), das 1880 als Werkstatt für Präzisionsinstrumente von Amado Laguna der Rins gegründet wurde und 1920 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt wurde. Die Aktien sind im Familienbesitz. LAGUNA hat in den 1930er J. ein modernisiertes Modell vom BÜCHI-Kompass Modell II produziert. Es sind zahlreiche Landvermessungsinstrumente (z.B. Theodoliten) sowie ein Geologenkompass mit Holzgehäuse von diesem Hersteller bekannt.
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LAMB

Steckbrief: Anthony Lamb lernte den Beruf bei einem Londoner Instrumentenmacher. Er geriet auf die schiefe Bahn und wurde der Komplize eines bekannten Einbrechers. Er wurde gefasst und in die damaligen Kolonien (d.h. die zukünftigen USA) verbannt. Nach beendigung seiner Strafe etablierte er sich als einer der ersten Instrumentenmacher jenseits des Atlantiks. Dieser Kompass wurde noch vor dem Unabhängigkeitskrieg angefertigt. Sein Sohn spielte auch eine Rolle in der Geschichte der USA: er diente unter General Washington während dieses Krieges.



Fotos Brian/surveyantiques.com
Zum Vergrößern, Bilder anklicken

Datenblatt
Länge:380 mm
Durch.: 134 mm
Nadellänge: 115 mm
Höhe Diopter: 152 mm
Gewicht: ca. 2 kg
Herstellungsdatum: c. 1740
Hersteller-Unterschrift: ALamb N York


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Landkarten (Wehrmacht, III. Reich)

Anm.: Die britischen Karten aus Seide, die den abgeschossen Besatzungen auf der Flucht helfen sollten, werden in der Abteilung Fluchtkompasse behandelt.

Die Wehrmachtsoldaten des 2. WK bekamen eine sogenannte Tornisterschrift über das jeweilige Einsatzgebiet, die für das Oberkommando der Wehrmacht (OkW) gedruckt wurde. Diese Karten waren Teil einer umfangreichen Sammlung von Unterlagen, die ursprünglich für den Unterricht und den Tourismus bestimmt und mit speziellen Vermerken versehen waren. Herausgeger war das Bibliografische Institut in Leipzig. Sie trugen alle den Titel Schlag nach und den Namen der abgebildeten Region. Diese hier zeigt die Anrainerstaaten rund ums Mittelmeer, u.a. Nordafrika, wo Marschall Rommel den britischen Truppen unterlag.

Die Mittelmeerländer ca. 1940


Die Länder oder Teile davon sind mit einem roten Vermerk versehen (z.B. "FRANZÖSISCH" bei den Départements, Protektoraten oder Kolonien Frankreichs wie Algerien, Marokko, Tunesien und Syrien). Griechenland und Bulgarien bilden eine Einheit. Italie, Lybien und Albanien auch (Vermerk In Personalunion). Ägypten, Palästina, Malta, Transjordanien, Zypern waren auf der (feindlichen) britischen Seite. 
Deckblatt der gefalteten Karte



(Zum Vergrößern, Bilde anklicken)

Datenblatt
- Abm.: 46 x 111 cm
- Scale: 1:4.500.000
- Ausg.: 1939/40 - 1. Jahrgang - Heft Nr. 11

Die einzigen militärisch relevanten Informationen sind rote Dreiecke zur Anzeige der politischen Zugehörigkeit von Hafenanlagen: einfache Dreiecke für befreundete bzw. doppelte Dreiecke für feindliche Häfen wie z.B. La Valetta auf der zu Großbritannien gehörenden Insel Malta südl. von Sizilien (zu den Achsenmächten gehörig):

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Landvermesserkompass

Dieses in französischen Katalogen boussole d'arpenteur (Beispiel: MORIN, 1930) genannte Kompass ist leider unsigniert. Man findet zahlreiche Ausführungen, die während weit über 100 Jahre produziert wurden. Die Windrose dieses Exemplar ist jedoch äußerst bemerkenswert: ein "Amor" (Liebesengel) zielt mit Pfeil und Bogen auf den Buchstaben der Himmelsrichtung NORD. Hier ist wohlbemerkt nicht die übliche heraldische Lilie (fleur de lys) verwendet worden (wie in diesem Beispiel - Foto hotel_des_ventes), sondern eine besondere Typographie des Buchstabens, die stark an die Schreibweise des N von Kaiser Napoleon Bonaparte erinnert, was möglicherweise kein Zufall ist, da die Lilie auch das Symbol der französischen Könige war. Die Strahlen der weiteren Haupthimmelsrichtungen sind mittels eines Merkurstabs in einem schwarzen Dreieck dargestellt.



Zum Vergrößern, Bilder anklicken



Doppeldiopter
(Okular und Korn)
Datenblatt
- Abmessungen. : 205 x 192 mm
- Teilung: 360°, Genauigkeit ½ Grad
- Einschiebdeckel
- Holzgehäuse, Doppeldiopter, vertikal drehbar
- Fertigung : ca. 1810
 

L.A.T. - Les Accessoires Topographiques

Steckbrief : früheres französisches Unternehmen (Anschrift: 44, rue Etienne DOLET - 94230 CACHAN). Es wurde vom Sohn des Leiters der Fa. SECRETAN gegründet und von MORIN übernommen und firmierte fortan unter dem Namen MORIN-SECRETAN und später SRPI MORIN. Werbung für topographisches Material HIER.
Über dieses Unternehmen liegen noch keine weiteren Daten vor.
Links: Das Logo von L.A.T.
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LAVAUZELLE

Steckbrief: Lavauzelle ist ein französisches Unternehmen (Druckerzeugnisse, Büromaterial). Es wurde 1835 gegründet und belieferte viele Jahre das französische Kriegsministerium mt Landkarten, offiziellen Unterlagen, Fachliteratur usw.).
1 - Speziallineal zur Schätzung von Entfernungen für Offiziere (ca. 1. Weltkrieg) mit Tabelle der Neigungswinkel in Grad (vgl. mit der Tabelle auf dem Gehäuse des Kompasssystems von Général Peigné und mit dem kleinen Lineal ("Messplatte") des Bézard-Kompasses. Sein Benutzer hat das eine Ende mit einem Messer sorgfältig gekürzt - vermutlich damit das Lineal in eine Tasche seiner Uniform passte, die mit einer Klappe schloss.



Gebrauchsanweisung (aus "Précis de Topographie", Col. Mathieu, Ausg. 1939)
Datenblatt
1 - Beschreibung (s.o.)

Abmessungen: 150 x 30 mm
Streckenmesser: Rädchen Typ Gaumet
Entsprechungstabelle für britische und russische Längenmaße
Ein Ende war mit eine Lupe versehen.


2 - Spezialwinkelmesser mit Strich-Teilung. Es sollte zusammen mit dem Boussole Directrice genannten Kompass (s. MORIN, S-L).
Abb. links : Französische Armee-Unterlage über Kompasse (Note technique du Ministère de la Guerre)
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LAWES RABJOHNS Ltd.

Steckbrief: ehemaliges britisches Vertriebsunternehmen. Die Gebr. Lawes Brothers begannen mit ihrem Geschäft 1919. Die Dacres Rabjohns begannen 1922. 1936 gründeten sie ein Gemeinschaftsunternehmen (joint marketing company) mit der Bezeichnung Associated Drawing Materials and Equipment Ltd (Admel). 1947 fusionierten Lawes Brothers und Dacres Rabjohns und bildeten Lawes Rabjohns Ltd. Die Fa. wurde 1964 in Lawes Rabjohns Ltd umgenannt und hieß danach Admel International Ltd (Quelle: Gilai Collectibles).


Kompass vermutlich von F. BARKER hergestellt (s. Katalog weiter oben)
Geologenkompass, SCHMALCALDER-Typ, d.h. mit Prisma und Diopter.

.
Datenblatt
- Durchmesser: 86 mm
- Höhe (geschlossen, mit Deckel): 30 mm
- Höhe (Diopter aufgerichtet): 100 mm
- Gewicht: 265 g

LEMAIRE

Das französische Unternehmen LEMAIRE (s. Armband-, Taschen- und Marschkompasse) fertigte auch Artillerieinstrumente vom Typ Sitometer.
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LEUPOLD

Siehe Marschkompasse

LEZY

Steckbrief: (Marie) Gustave LEZY,  Präzisionsmechaniker (geb. in Brienne le Château am 27.03.1867 Nr. 7 rue Zacharie, Paris 5. Bez. - gestorben zu Hause 20 boulevard Jourdan, Paris 14. Bez. am le 11.02.1927) war ein französischer Hersteller elektrischer Apparate (u.a. Strahlentherapie). Die 1892 gegründete Werkstatt befand sich zuerst im Haus-Nr. 4 (1899) und später Nr. 17 (1910), in der früheren rue Maurice Meyer. Sie existiert zwar nicht mehr, aber laut Wikipedia befand sie sich im der Nähe der jetzigen rue de la Glacière im 13. Bezirk. Die Produktion endete vermutl. nach dem 1. W. , da er in den vorhandenen Urkunden als Rentner (rentier) bezeichnet wird (Heirat seiner Tochter 1926, eigene Sterbeurkunde).

Die einzigen bekannten Katalogen enthalten hauptsächlich Radiotherapie-Geräte.
Er hat um die Jahrhundertwende eine verbesserte Version des berühmten PEIGNÉ-Kompasssystems entwickelt. Im Dokument Note Technique sur les Boussoles 1931 (s. Bild r.) wird dieses Instrument als das Modèle LEZY bezeichnet und mit Peigné's version verglichen. Dieses Instrument unterscheidet sich durch einige Details wie eine runde Libelle und ein im Deckel integrierter Neigungsmesser. Das Anvisieren zur Messung von Höhenwinkeln erfolgt mithilfe einer Nut in der Gehäuseseite gegenüber der 150 mm-Anlegekante. Die zwei kleinen Bohrungen in einem Metallteil am Declel, die Visiereinrichtung dienen, bilden zusammen mit zwei Riegelstiften im Gehäuse den Verschluss. Die typische, an der Außenseite aufgeklebte Peigné-eigene Bedienungsanweisung entfällt (Eigentum von Delagrave).

Das Museum besitzt ein weiteres Instrument (s. Tabelle, 2. Bilderreihe): ein zyl. Winkelkopf mit zusätzlichem Zeiger und elektr. Beleuchtung. Er war für die Artillerie bestimmt (6400er Strichteilung), aber seine geringe Genauigkeit hat seinen kommerziellen Erfolg verhindert.



Vorn unten, die beiden Gleitstifte und oben der Verschluss

Markierung im Zemtrum:
G. LEZY / PARIS - Modèle déposé

(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)


Oben: die Skala
Datenblatt
- Abmessungen (geschl.): 93 x 85 x 30 mm
- Teilung: 360°, rechtsläufig
- Neigungsmesser-Skala ("PENTES"): +/- 80 deg
- Zeitraum: Spätes 19. bis frühes 20. Jh. bzw. 1. WK.
- Nadelverriegelung: keine
-Visierschöitze: zwei in 90° Winkel zueinander
Unten: Entriegelungsknopf und Visiernut


Herstellername auf dem schwenkbaren Lid:
Gve LÉZY À PARIS



Die beiden feststellbaren Schieberegler: der linke kann durch einen Schlitz nach oben geführt werden. Dadurch kann man die beiden Hälften trennen und zur Glühlampe zum Auswechseln gelangen. 

Der untere Stift (rechts) steuert den Kontaktschuh der Widerstandswicklung (Bild: AUS-stellung). In der Bildmitte: die Gewindebohrung für die Fassung der Glühlampe.



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
- Abm. (Durchm. x H): 70 x 90 mm
- Gewicht: 665 g
- Teilung: 6400 Strich, rechtsdrehend
- Kompassrose: lichtdurchlässig
- Winkelzeiger: per Hand von oben verstellbar
- Verriegelung: keine
- Visierschlitze: zwei in 90° Abstand
- Beleuchtung: mittels Glühlampe und Batterien im Stativadapter (s. ähnliches Instrument unten), Lichtstärke stufenlos einstellbar.

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LIETZ

Steckbrief: A. LIETZ war ein nordamerikanisches Unternehmen in San Francisco (mehr Details HIER).
Produkte: Geologeninstrumente, darunter dieser offizielle Kompass der U.S. Forstbehörde (vgl. mit Keuffel & Esser).
Bei diesem Kompass sind die Himmelsrichtungen Ost und West scheinbar vertauscht (links/rechts). Diese Darstellungsweise ist typisch für manche amerikanische Geologenkompasse mit Quadranten-Teilung: wenn man sich mit dem Kompass in der Hand umdreht, zeigt die Magnetnadel in die Richtung in die man schaut (s. "Quadrant" in VERSCHIEDENES / Terminologie).
Noch mehr Details (in englischer Sprache) in diesem Tutorial.
Weitere Produkte: siehe CHARVOZ



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)
STANDARD POCKET COMPASS - U.S. FOREST SERVICE

Datenblatt

- Abmessungen: 83 x 75 x 18 mm
- Gewicht: 190 g
- Teilung: 4 Quadrante
- Material: Aluminium, schwarze Farbe
- Libelle im Deckel (fehlt und ist im LIETZ-Katalog für das Jahr 1959 nicht eingebaut und wird auch nicht erwähnt)
- Inklinationskorrektur mittels Gegengewicht an der Südseite der Nadel.
- Einstellbereich für Missweisung: plus-minus 32,5 Grad (Einsatzbereich von der Ost- bis zur Westküste)
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LÜTTIG

Steckbrief: Der Name C. LÜTTIG (Berlin) erscheint auf einem Theodolit , der vermutlich um die Jahrhundertwende hergestellt wurde.
Zur Zeit liegen keine weitere Daten vor.



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Datenblatt
Abmessungen:
- Verstellbereich der Drehfüsse: von 220- 270 mm
- Kompassdurchmesser: 161mm
- Nadellänge: 130 mm
- Visierfernrohr: Länge 250 mm x Durchm. 25 mm
- Durchmesser Libelle: 35 mm
- Teilung: 360° in 0,5°-Schritten 
Neigungsmesser: Eine Seite der Skala ist am Fernrohr, die andere an der Kompassdose befestigt
- Serien-Nr.: 1684
- Beschriftung auf dem Fernrohr: F. V. St. 139
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LUTZ

Steckbrief: Dieser aus Japan stammende Kompass ist identisch mit dem unter CHARVOZ vorgestellten Instrument, welches ebenfalls eine Kopie eines LIETZ -Erzeugnisses war. Der Name LUTZ wurde vermutlich wegen der Ähnlichkeit mit LIETZ gewählt.
Es liegen keine weiteren Daten vor.



Foto alantoda
(Click on images for enlarged views)

Datenblatt
- Abmessungen: 118 mm Seitenlänge
- Teilung: jeweils 4 x 90° am inneren Teilkreis und an der Lünette
- Neigungsmesser: +/- 90°
- Teilung der Anlegekanten
. einfach, in Zoll: 4 1/2
. doppelt, in Zoll mit Dezimalteilung: 0 - 4,50 und  4,50 - 90
- Anpassung der Missweisung mittels einer seitl. Schraube.
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- M -

M1 / M2

In der offiziellen Dokumentation der U.S. Army (Field Manual 21-26 App. G) wird ein M1 genannter Kompass erwähnt, der ein Vorläufer des M2 (s. Brunton) war.  Die Beschreibung lautet:
"One of the most important features of the M2 compass is that it is graduated in mils and does not require a conversion from degrees to mils as does the M1 compass."

Wir konnten bis dato kein Bild eines Kompasses finden, der dieser Definition entspricht. Auf vielen Websites wird der Standard Lensatic  compass (s. Cammenga) M1 genannt, aber dieses Instrument entspricht auch nicht der obigen Definition, da alle bekannten Modellle beide Teilungen (Grad und Strich/MILS) aufweisen.
Im Dokument FM 21-26, Ch. 9 wird der "lensatic marching compass" ausführlich beschrieben, aber an keiner Stelle M1 genannt.

M1918

Steckbrief: Prismenkompass - Prismenkompass, spätes 19. Jh. Ursprünglich aus Großbritannien, eine Weiterentwicklung des Hutchinson Modells (s. unter diesem Namen). Er konnte zusammen mit verschiedenen Geschützen verwendet werden, u.a. mit der französischen 155 mm Haubitze Typ M1918.
Das Bild links ist einem Barker-Katalog (1909) entnommen.
Die Dreiansichten-Zeichnung ist dem Wartungshandbuch TM 9-1595 aus dem 1. Weltkrieg entnommen, das vom US-amerikanischen Kriegsministerium im 2. Weltkrieg wieder aufgelegt wurde (französische Version liegt vor: Washington, 2. Juli 1943).

Abb. aus dem Barker-Katalog (1909)


Abb. aus der Gebrauchsanweisung
(Kopien in Franz. oder Englisch erhältlich)




Datenblatt
- Durchmesser: 100 mm (4")
- Höhe: .. mm
- Gewicht: ... g

Markscheider-Kompass

Steckbrief: Der Markscheider ist ein im Bergwerk tätiger Vermessungsingenieur, der eine Konzession und eine zusätzliche staatliche Ausbildung erhalten hat (s. Grubenkompass). Die Markscheidekunst wird im Handbuch der Erfindungen von Gabr. Christ. Benj. BUSCH (Eisenach, 1814, S. 449 & ff.) beschrieben.
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Maschinengewehr-Kompass

Steckbrief: Dieses Instrument wurde während des 1. Weltkriegs eingesetzt und wird in einer französischen Technischen Dienstvorschrift (Note Technique sur les Boussoles - Fotokopien erhältlich, s. Boutique) aus dem Jahr 1931 als ein bereits veralteter Spezialkompass für Maschinengewehr- (Scharfschützen)- Abteilungen beschrieben (boussole spéciale pour compagnies de mitrailleuses). Eine ausführliche Beschreibung der unterschiedlichen Zusammensetzung dieser MG-Abteilungen kann in französischer Sprachen nachlesen werden auf der Website Pages d'histoire 14-18. Die in den deutschen Maschinengewehr- Scharfschützen- Abteilungen verwendeten Kompasse werden in den Artikeln VOIGTLÄNDER und PESSLER beschrieben.

 


(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Abb. aus der Beschreibung in der
Note technique sur les boussoles (1931)


Datenblatt
- Abm.: 80 x 80 x 25 mm
- Gewicht: 150 g
- Teilung: 6400 Strich, rechtsdr.
- Hersteller unbekannt
- Himmelsrichtungen: französisch, Radiumfarbe mit schwarzem Rand
- Magnetnadel-Verriegelung: federbeslatet


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MaschPriborIntOrg (Машприборинторг auf Russisch)

Steckbrief: Name eines Unternehmens der ehemaligen Sowjet-Union in Moskau (s. GK-2).

MEISSNER, A.

Steckbrief : ehem. deutsches Unetrnehmen gegründet in Berlin 1820.
Von dieser Fa. ist ein Katalog für das Jahr 1910 bekannt: "Illustrirter Katalog und Preis-Verzeichniss über geodätische Instrumente, Messgeräthe, Reisszeuge etc: Erzeugnisse der mechanischen Werkstätte für wissenschaftliche Präcisions-Instrumente von A. Meissner (Inhaber: H. Müller & F. Reinecke) Mechaniker und Optiker Berlin W., gegründet 1820."



 Fotos E. Horsfield
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)



Datenblatt
- Abm.: ? mm
- Teilung : 360° linksdrehend
- Magnetnadel: zwei parallel angeordnete Barren treiben einen Kreis an.
Quadratisches Gehäuse wie mit versenkbaren Visier SPRENGER mais la capsule contient un liquide amortissant les oscillations et le fond est ondulé comme une capsule de baromètre pour tenir compte des variations de volume du liquide en fonction de la température et de la pression atmosphérique.

MEOPTA

Steckbrief: Ehem. tschechoslowakisches Unternehmen, aus Prag (Praha). MEOPTAs geheimes Herstellercode während der kommunistischen Ära war xbk (Link zu einem Instrument).




 Fotos Houcke
 (Zum Vergrößern, Bilder anklicken)

Logo und Fenster des Neigungsmessers



Anlegekante und Peilhilfen

Datenblatt
- Abmessungen: 130 x 10 x 65 mm
- Runde Libelle
- Teilung: 360° rechtsdrehend sowie 24 Std. linksdrehend. Himmelsrichtungen: N.W.S.E spiegelbildlich gedruckt
- Neigungsmesser: +/-110°, Entriegelung mittels Druckknopf an der rechten Seite
- Höhenwinkelmessung mittels einfahrbarer Kimme- und Korn-förmigen Visierhilfen an den Enden der Anlegekante
- Rückseite: rundes Fenster zweck Beleuchtung der Kompassskala von unten
- Anlegekante: 10 cm bzw. 1:1000 Skala rechts
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MERIDIAN

Steckbrief: ehemaliges schweizerisches Unternehmen (für mehr Informationen HIER klicken).
Nicht zu verwechseln mit dem MERIDIAN-Kompass-Modell der früheren deutschen Firma WILKIE (heute K&R).
S.a. Marschkompasse.
(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)



Modell MK-2001


Datenblatt
- Abmessungen (gefaltet):
   65 x 50 x 18 mm
- Gewicht: 80 g
- Teilung: 400 gon


Der Kompass auf einem Stativ (Katalog-Bild)
Modell Oulianoff MG-3002




Bild anklicken für eine Ansicht mit angebauter Anlegekante
Seitenansicht: im vertikalen Teil befinden sich die Okulare des Neigungs- und des Entfernungsmessers. Dieses System ist identisch mit einem Projekt von BÜCHI für ein Patent, das nicht beantragt bzw. erteilt wurde.



(Zum vergrößern, Bilder anklicken
)
Bild aus einem Meridian-Katalog

Eine zusätzliche seitl. Anlenkung ermöglichte das Messen der Neigung von Gesteinsschichten (vgl. mit FPM).
Datenblatt
- Abmessungen (gefaltet): 75 x 55 x 35 mm
- Gewicht: 340/175 g
- Teilung: 360°/400 Gon (Neugrad)
- Pendel-Neigungsmesser:
. obere Skala (grob): +/- 90°
. untere Skala (gedehnt): +/-15°
- Doppelter Entfernungs- und Neigungsmesser (Abb. s. u. Link 'Umrechnungstabelle'):
. linke seite: 0 (horizontal) bis 90° nach oben
. rechte Seite: (dto. nach unten)

(Zur Darstellung der Bauteile, die Links anklicken )
Umrechnungstabelle (Papier)
- Faltbare Anlegekante (dreiteilig)
- Tragetasche

Gebrauchsanweisung (8 S.) erhältlich
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Messtisch (Planchette)

Diese Vorrichtung besteht aus einer kleinen Unterlage für Messmittel und Papiere, die auf einem Dreifuß befestigt ist. Das Bild links stellt einen Messtisch aus einem MORIN Katalog (1930er Jahre) dar. Auf ihm sind ein Peigné-Kompass und ein Visiersystem aufgestellt. Beim Messtisch konnte es sich auch um ein kleines Brettchen handel, das um den Hals gehängt wurde. Ein französischer Katalog von Ponthus & Therrode (ca. 1910) zeigt einen Soldaten beim Peilen mit einem Peigné-Kompass.

Das französische Wort planchette (Brettchen) wurde auch in einem alten deutschen Katalog verwendet (s. Bild r. für kompl. Beschreibung bitte anklicken). Allerdings handelt es sich hier um einen Irrtum. Gemeint ist hier die Befestigungslasche deren Enden überstehen. Diese werden in einem vergleichbaren französischen Katalog ailettes (Flügelchen) genannt. Diese Kompasse konnten am Messtisch mittels Schrauben oder Stecknadeln befestigt werden (ihre richtige Bezeichnung ist Kastenbussole). Wir besitzen einen davon von Houlliot (Bild: russische Modelle) und man kann auch einen ähnlichen mit Himmelsrichtungen in der alten russischen Schreibweise in einem Stockert-Katalog aus dem Jahr 1910 sehen.

Wir präsentieren in der Tabelle einen quadratischen Messtisch mit eingebauten Kompass und Libellen. Ein Visiersystem konnte angeschraubt werden.
In der 2. Reihe der Tabelle: quadratischer DELCROIX-Kompass mit vier Bohrungen im Aluminiumgehäuse zwecks Befestigung mittels Steckstifte. Teilung: 400 gon. Visiersystem: Korn (gelocht) und Kimme sowie rechtwinklig dazu noch zwei Körner. Sie wurde in einer Holzschachtel verstaut, die außen mit Leder und innen mit Seide und Samt ausgelegt war. Die Messingkapsel dreht sich frei im Gehäuse. Der Drehstift der Magnetnadel ist auf dem Glasboden aufgeklebt.


Datenblatt
- Abm.: 300 x 300 mm
- Kompass-Ø: 80 mm
- Teilung: 2 x 90°
Fertigung: nach dem 2. WK

Boussole directrice (eigentlich Marschkompass) von Capitaine Delcroix (1895)

Modell von VION  (s. Beschr. dort) bestückt mit einem vorschriftsmäßigen Soldatenkompass (360°, Radium-Marken, 1. WK)


Kleine, tragbare Vorrichtungen

Es hat auch kleine Systeme gegeben, die jedoch alle Hilfsmittel für die topografische Arbeit besaßen. Unser erstes Beispiel ist das vom französischen Hauptmann Henri HUEL entwickelte Holzmäppchen.





Der Holzkasten war vermutlich mit Leder oder Tuch überzogen, um die Bleistifte in den Rillen festzuhalten. Der Deckel ist hohl und enthält einen Winkelmesser.
Datenblatt
- Abmessungen (aufgeklappt) : 260 x 250 mm
- Kompassdurchm.:60 mm
- Teilung: vier Quadrante à 100 Gon

Bedienungsanweisung: Dieses Gerät ermöglichte es, die Arbeit beim Reiten auszuführen (s. a. das DELCROIX-System).



(Bild anklicken zw. Darstellung des kompletten Handbuchs)
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Britischer Messtisch Mark IV

Dieser Kompass steckt in einem Brett dessen Seiten abgesägt wurden. Lediglich die Reste zweier Begriffe bleiben sichtbar links: (LI)NE OF bzw. rechts: DIR(ECTION). Der einzige Hinweis auf seine britische Herkunft ist die Mk.IV. (Mark IV) Angabe an der Rückseite, der das Symbol der British Army  vorausgeht, nämlich der Dreizack mit der Spitze nach oben, der offiziell arrow (Pfeil) aber auch seiner Form wegen crow foot (Krähenfuss) genannt wird.
Die nachstehende Infomation wurde uns durch einen aufmerksamen Besucher übermittelt:
Dieser Kompass war in einem tragbaren Messtisch eingebaut. Der Messtischtyp war am Unterarm mit einem Lederriemen befestigt. Es wurde vom späten 19. Jh. bis zum 1. Wk. verwendet.

Bild einer kompletten Einrichtung
 
Foto Nick Godridge


Zum Vergrößern, Bild anklicken


Fotos Mary Jones
Datenblatt

- Abmessungen: 50 x 50 mm
- Tiefe: 15 mm
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Endlos-Messtisch der Firma CHAIX
Die französische Firma CHAIX (TOPOCHAIX) hatte diese technische Lösung ebenfalls zugrunde gelegt.



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Links: Tragbarer Messtisch mit Wickelzeichenrolle
Beschreibung (Auszug aus der Gebrauchsanweisung:
Das Gestell (A) setzt sich zusammen aus:
1. einer gleitenden Unterlage (B) mit einem drehbar gelagerten Winkelmesser (C);
2. zwei Rollen (D) für einen Streifen transparentes Papier (F) auf dem gezeichnet wird
.

Rechts: Taschen-Messtisch

(Kopien der Gebrauchsanweisungen können bestellt werden)


(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
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Tavoletta di Monticolo

Ein anderes System wurde in Italien von A. Monticolo, einem Ingenieur bei der Firma 'Officine Galileo', vermutlich gegen Ende des 19. Jh. entwickelt. Das Gerät wurde 'Tavoletta di Campagna' (di Monticolo) genannt und von ca. 1908 bis nach dem 2. Weltkrieg produziert.

Eine ausführliche Beschreibung der Funktionen kann man auf den folgenden Websites (in italienischer Sprache) lesen:
- Nottolini
- Arxiv-Papers (page 72)




Datenblatt
- Abmessungen: 130 x 180 mm
- Kompass-/Neigungsmesser-Durchm.: 70 mm
- Kompass und Neigungsmesser: zwei Fenster im runden Anzeigegerät
- Entfernungsmesser (mit Prisma)
- Verkleinerungstabellen (an der Rückseite befestigt)


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MORIN

Steckbrief : früheres französisches Unternehmen (für mehr Informationen HIER klicken). Morin hatte seit dem späten 19. Jh. Vermessungeräte für die staatlichen Dienststellen und die Industrie geliefert. Dem Katalog aus den frühen 30er Jahren (s. Foto r.) kann man einen Überblick über das Angebot an Kompassen entnehmen. Spezialisiert war das Unternehmen auf hochpräzise Geodäsie-Instrument:
Die verschiedenen Kompasstypen werden hier neben der jeweiligen Abbildung aus dem Katalog präsentiert.
Das älteste uns bekannte Instrument (Link zu einem Foto - copyright D. M. Farrioli) erscheint in einem Buch über die Zeichnung der Isoklinenkarte Spaniens (Magnetismo Terrestre, Madrid 1919).
Siehe auch die Kategorien Marsch-, Marine- und Taschenkompasse.



Datenblatt
- Durchmesser: 80 mm
- Dicke (geschlossen): 27 mm
- Höhe: (Diopter aufgerichtet): 60 mm
- Gewicht: 300 g

Datenblatt
- Durchmesser: 80 mm
- Höhe: 12 mm
- Gewicht: 110 g
Dieser Kompass besitzt einen Neigungsmesser, dessen Nullpunkt sich auf einer Tangente befindet, die durch das Ende eines ausziehbaren Hebels definiert wird.
Die Magnetnadel wird mittels eines durch den Ringbeschlag geführten Schieber festgestellt (frei beweglich wenn gezogen).
Beispiel: s. Collignon-Houlliot
Datenblatt:
- Durchmesser: 62 mm
- Höhe: 17 mm
- Gewicht: 115 g

Ein ähnliches Modell existiert mit dem Namen des italienischen Optikinstrumenten-Hersteller SALMOIRAGHI.

Luxuriöse Ausgabe in einem Kasten
aus Holz, Leder und Samt


Datenblatt
- Durchm. (Kompass): 90 mm
- Dicke (geschl.): 30 mm
- Höhe: (Diopter aufgerichtet): 75 mm
- Gewicht: 200 g
- Himmelsrichtungen in Englisch
Datenblatt
- Abm.: 70 x 70 x 15 mm
- Gewicht: 50 g
Kastenbussole

Datenblatt: (...)
Anm.: Das Kompassmuseum besitzt diesen Kompass nicht. (das Bild wurde uns freundlicherweise von einem Besucher zur Verfügung gestellt), dafür aber andere: siehe RICHER, SECRETAN, STEWARD und zwei unidentifizierte, (siehe KASTENBUSSOLE), davon einer der zu einem militärischen Theodoliten gehörte.
Planzeiger

... Siehe Sondereintrag PLANZEIGER (weiter unten)
Grubenkompass
Spezialkompass zur Vermessung von Bergwerkstollen. Siehe Beschreibung und Exponate von SECRÉTAN sowie FPM.

Datenblatt
- ...
Prismatischer Kompass des Herrn Berget
Morin-Katalog-Nr. 9925



Der Kompasss, leider ohne die Optik (Prisma) - Vgl. mit dem unter Houlliot beschriebenen Instrument.

(Zum Vergrößern, Bild anklicken)


Datenblatt
- Abmessungen (über alles) : 110 x 85 mm
- Kompassdurchm.: 40 mm
- Teilung: 400 Gon
- Gewicht: 85 g
MORIN baute auch zusammen mit SRPI eine moderne Version des Peigné-Systems (s. weiter unten).
Gehäusematerial: Aluminium

(Fotos Jaypee - Privatsammlung)
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- N -

Niederlande - Staatsbetrieb für Artilleriematerial

Steckbrief: Kompass für Geschützbatterie. Hersteller: Staatsbedrijf der Artillerie-Inrichtingen.

Anvisiert wird durch einen Schlitz und einen Faden. Die Winkelwerte werden im kleinen quadratischen Spiegel abgelesen.



(Zum Vergrößern, Bilder anklicken)
Fotos M. Langner


Er wurde zusammen mit Fernrohr und Stativ verwendet. Die Bedeutung der Buchstaben (DFHLN) ist noch unklar. Jeder Kompass weist eine andere Buchstabenfolge auf.



Über der äußeren Strichteilung befindet eine seitlich schräg eingravierte Skala mit Korrektions- koeffizienten (s. Foto unten. Zeichnung der vollst. Skala bitte HIER klicken. Vielen Dank für jeden Hinweis bezügl. ihrer Verwendung.)









Datenblatt
- Länge, aufgeklappt: 210 mm; L. gefaltet: 128 mm
- Durchm. (Gehäuse): 83 mm;
(Kompassrose): 52 mm
- Teilung: 6400 Strich
- Gewicht: ca. 480 g

Beschreibung in holländischer Spr. (Foto T. Brink):



Übers. von Teeken: Vorzeichen (plus/minus)
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- O -

O'GRADY HALY

Steckbrief: Richard Hebden O'GRADY HALY* war ein britischer Offizier (geb. am 22. Febr. 1841, gest. am 8. Juli 1911 im Grad eines General Major). Er war auch Landvermesser und erfand ein Kompasssystem mit Neigungsmesser, das von ELLIOTT Bros. gebaut wurde und nach ihm benannt ist.
*  Lebenslauf und Portrait: bitte HIER klicken.

OSTOYA

Steckbrief: G. Ostoya war ein (k&k-Offizier?) und Erfinder. Er ließ dieses System bei E. Kraft in Wien anfertigen. Siehe Original-Abb. des Beitrags "Eine neue Handboussole von G. Ostoya" im Polytechnischen Journal (Jahrgang 1877) auf der Website der Deutschen Forschungsgemeinschaft der Alexander von Humbodt Universität Berlin HIER.


Bildigitalisate A. v. Humboldt-Univ.
Zum Vergrößern, Bild anlicken
Datenblatt
- Abmessungen: Es liegen keine Informationen vor

- Technik: Das Gerät ist eine Präzisions-Kastenbussole. Die Nadel pendelt nur zwischen zwei kl. Kästchen (F). Die Messung beim Anpeilen erfolgt mithilfe des Kopfes (T) des Getriebes. Der genaue Winkelwert (angebl. Präzision 20 Bogenminuten) wird rechts außen am Nonius abgelesen.

(Mehr Details auf der o.g. Website)

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- P -

PARKES

Steckbrief: James Parkes war ein britischer Hersteller von wissenschaftlichen Instrumenten (Firmengründung 1839). Sein Sohn leitete nach ihm die in James Parkes & Son umgenannte Firma (1843 – 1862). Der Firmensitz war 5, St. Mary’s Row, Birmingham). Wir vermuten, aber dies bedarf des Nachweises, dass sie Nachkommen eines gewissen Robert Parkes waren, der bereits um 1590 herum Teleskope fertigte und in Simon Formans Buch Longitude erwähnt wird. 
Beschreibung der Produktpalette im Katalog für das Jahr 1848:
"Measuring tapes, land chains, mathematical instruments, miners' & mariners' compasses, watchkeys, seals etc."  (Maßbänder, Landvermesserketten, Mathematische Instrumente, Kompasse für Bergwerk und Nautik, Uhrenaufziehschlüssel, Siegel, etc.)
Parkes' Schutzmarke war ein offenes, linkes menschliches Auge mit Augenbraue.  Diese Schutzmarke erscheint auf beiden Seiten des britischen Wappens auf einem Katalog für das Jahr 1867.
(siehe Foto rechts - zum Vergrößern, Bild anklicken).




Kompass offen mit aufgerichtetem Diopter (vgl. mit den Instrumenten von FENNEL BROWN und MORIN, oben).
Datenblatt
- Durchmesser (Diopter gefaltet): 60 mm
- Durchmesser (Diopter aufgerichtet): 70 mm
- Höhe (geschl. mit Deckel): 21 mm
- Gewicht: 120 g

(Fotos: TRADEMARKLONDON)

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PEIGNÉ (General)

Steckbrief: Paul PEIGNÉ (Paris 1841 – 1919) war ein französischer Offizier (mehr Informationen HIER).
Er gab einem Kompasstyp seinen Namen. Allerdings hat er möglicherweise nur ein Vorläufermodell weiterentwickelt, das in den Grundzügen von einem gewissen Fräulein (Mademoiselle / Mlle) DUPUY erfunden worden war, indem er den Höhenwinkelmesser in die Kompasskapsel integrierte und ein Kurzhandbuch auf die Seiten klebte. S. a. LEZY.

Dieser Kompass wurde von mehreren Firmen hergestellt (s. MORIN, LADOIS usw.). Die erste Version des Kurzhandbuchs wurde von Delagrave et Cie gedruckt.

Bild rechts: Beschreibung im Handbuch für französische Offiziere und Unteroffiziere der Infanterie (1914/15) in dem das Instrument noch als Kompass des "Capitaine Peigné" bezeichnet wird!

Tragbarer militärischer Kompass mit einem Diopter, das sowohl für die Messung von Azimut- als auch von Höhenwinkeln verwendet werden konnte. Die Beschriftung der Skala des Neigungsmessers ist spiegelverkehrt gedruckt, um im Spiegel direkt abgelesen werden zu können. Ein kurzes Bedienungshandbuch ist auf den Außenseiten geklebt. Die Einschwingdauer der Kompassnadel kann mittels eines Stiftes abgebremst werden, welcher durch die Feststellschraube der Kompassnadel gleitet.



Der PEIGNE-Kompass im MORIN-Katalog (Bild anklicken für kompletten Katalog-Eintrag)
Zivile Version (360 Grad) vom damals noch Colonel (Oberst) Peigné, 1897.
Die älteste bekannte Version trägt die Angabe des Dienstgrades Lieutenant- Colonel (Oberstleutnant, ab 1883).



Der vermerk Général Peigné erscheint erst nachdem er zum General befördert wurde (1898).  Quelle Militärarchiv.
Militärische Version (6400 Strich) mit der Unterschrift "Gal Peigné", 1916

  






(s.a  Bakelit-Ausführung: S-L)
Die am Gehäuse aufgeklebte Kurzfassung des Handbuchs



Datenblatt
- Abmessungen: 92 x 90 x 35 mm
- Durchm. (Kompassrose): 70 mm
- Teilung: 6400 Strich, rechtsdrehend
- Steigungen: 0-1000 (?) nach oben und unten.
- Gewicht: 200 g
- Seitl. Lineal (aufgeklappt): 160 mm

Das komplette Handbuch: (auch einzeln als Kopie erhältlich - siehe in der BOUTIQUE)

 

Kartenleser mit Rändelmutter für fünf Maßstäbe (1:50.000, 1:80.000, 1:100.000, 1:200.000 und 1:320.000) und stilisierte Unterschrift
So genannte Saint-Maixent* Ausführung
(s. a. LADOIS oben)
* Berühmte Militärakademie

Datenblatt
- Durchmesser: 83 mm
- Höhe: 26 mm
- Teilung: 6400 Strich, rechtsdrehend
- Steigungen: keine getrennte Skala
- Gewicht: 320 g
- Gehäuse: Messing, geschwärzt
- Lineal aufklappbar: 70 mm



Vergleichbares Modell ohne Herstellerangabe. Das Zifferblatt ist aus Metall und vermutl. von Houlliot. Die Teilungen sind eingraviert und nicht auf Papier gedruckt (360° rechtsdrehend, Neigungsmesser: +/- 30°). Die Haken sind viel solider. Die Aussparung im Deckel (Visier) weist abgerundete Enden auf.

Datenblatt
- Abm.: 930 x 930 x 31 mm
- Anlegekante: keine

In der Gebrauchsanweisung rückseitig wird auf eine tragbare Tabelle von MARTEL verwiesen, über die uns noch keine Infos vorliegen.


Version der Fa. Houlliot
Datenblatt

- Abm.: 87 x 87 x 33 mm
- Gew.: 150 g
- Gehäuse: Mahagony
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PESSLER & SOHN (P & S)

Steckbrief: Ehem. deutsches Unternehmen aus Freiberg (Sachsen). Gegründet am Anfang des 20. Jh. Astronomische und Geodätische Instrumente.  Die Fa. wurde 1951 verstaatlicht und ging in dem Kombinat VEB Freiberger Präzisionsmechanik auf (heute FPM).



Foto Jaypee Privat Sammlung


Foto feltfedora
Zum Vergrößern, Bilder anklicken



Datenblatt (schwarzer Kompass)
Abm.: 100 x 80 x 15 mm,
Kompass-Ø: 65 mm
Mit dem ähnlichen Kompass von Voigtländer vergleichen.

PEST / BUDAPEST / Hongrie

Steckbrief : Der Hersteller-Name ist noch nicht entziffert (S. Weirant?), aber seine Heimatstadt ist PEST (Quelle: Dorotheum, Wien).
Die Einheitsgemeinde Budapest entstand 1873 durch die Zusammenlegung der zuvor selbstständigen Städte Buda (deutsch Ofen), Obuda (Alt-Ofen) und Pest.



Fotos Hönigsberger




Zum Vergrößern, Bilder anklicken



Vergoldete Prägung der Schatulle: umlaufende Arabesken und Röslein am Rand und Äskulapstab-ähnliche Motive in den vier Ecken.
Datenblatt
Abm.: 100 x 100 x 22 mm,
Kompass-Ø: 90 mm
Schatulle: 120 x 120 x 33 mm
Teilkreis: vier Quadranten à 90°, jeweils mit den Buchstaben A, B, C und D im Uhrzeigersinn um die Windrose gekennzeichnet.
Himmelsrichtungen: Lateinisch (s. Menü:  Versch./Himmelsrtg.)
Fertigungsdatum: ca. 1790-1820

PHYSICA

Steckbrief: Ehem. finnisches Unternehmen mit Sitz in Helsinki. Die Fa. gab es möglicherweise nur kurze Zeit. Die einzigen uns bekannten Instrumente  sind der vorliegende Kompass, der anscheinend beim finischen Forstamt  (Metsähallitus) verwendet wurde sowie ein Armbandkompass, den wir im Artikel über die Fa. SUUNTO zeigen. Beide Instrumente wurden in den 1930er Jahren produziert.
Foto r.: Hersteller-Schild am nachstehend abgebildeten Kompass
 Bei diesem Kompass dienen die Bohrungen am Visiersystem der groben Schätzung eines Neigungswinkels.


Draufsicht:
Teilkreis mit Nonius 

Visiersystem mit fünf Bohrungen
 Datenblatt
- Höhe 50mm
- Durchm.: 150mm
- Höhe Visier: 50mm
- Abstand zw. den Bohrungen: 12 mm, entspr. Höhenwinkeln von
- Gewicht: 2 kg
- Magnetnadel: Rautenförmig mit einer langen weißen Linie auf der Nordseite, Flüssigkeitsgedämpft
Fotos: G. Plumb - Oben: die Ledertasche

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PLANZEIGER

Der Planzeiger dient dazu, die Lage eines Punktes auf einer Karte für einen anderen Benutzer der gleichen Karte exakt zu beschreiben. Ein Planzeiger gilt immer für den Maßstab, für den er gedacht ist. Die Bundeswehr verwendet ein eigenes Modell (s. Bild links - Beim Anklicken erscheint eine detaillierte Darstellung zusammen mit einer beilspielhaften Anwendung: Lage der Keltenschanze bei Buchendorf). Ältere Modelle bestanden aus einem rechteckigen, oft quadratischen und in der Mitte ausgeschnittenen Rahmen. Auf den Schenkeln sind Maßstäbe eingezeichnet. Mit dem horizontalen Schenkel wird der Abstand von dem zu messenden Punkt zur nächsten auf der Karte in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Meridian-Gitterlinie gemessen (Rechtswert). Mit dem vertikalen Schenkel wird analog dazu der Abstand zur nächsten auf der Karte in Ost-West-Richtung verlaufenden Breitengrad-Gitterlinie gemessen (Hochwert). Die genaue Verwendung des Instruments bei der Artillerie der Wehrmacht wurde im Handbuch Dienstunterricht im Heere - Ausgabe für den Kanonier (Ausg. 1940) erläutert. Eine gute zeitgenössische Beschreibung des Verfahrens in deutscher Sprache kann man HIER lesen (pdf-Datei, S. 4-5, UTM-Projektion).

In den 1930er J, gab es für die Wehrsportgruppen eine Anleitung auf leichter Pappe für verschiedene Geräte (den Planzeiger und ihren berühmten Marschkompass sowie Fernglas und Messwinkel), die sogenannte Wehrsporttafel Nr. 12. Der eigentliche Planzeiger war auszuschneiden (Faksimile-Druck auf Anfrage erhältlich). Darin wird auch Werbung für die Kompasstypen der Fa. BUSCH gemacht.
Moderne Marschkompasse (z.B. das Modell ALPIN von K&R und das von der British Army verwendete Modell Expedition 54 von SILVA) sind mit eingravierten Planzeigern ausgestattet. Britische topogr. Karten im Maßstab 1:36360 weisen ein Gitternetz auf, bei dem 1 Zoll = 1 Meile (s. Bild HIER).
Beispiel-Exponate:
- Antiques System: siehe MORIN weiter oben
- Pöferlein (Marschkompasse)
- Moderne Instrumente: siehe Google-Suchergebnis.
Die US-Army wendet ein unpräzises System an: grobe Schätzung von Rechts- und Hochwert in 1/10 (s. Faltheft in Lensatic / Training):
Read UP-RIGHT, "4/10 the distance between 11 and 12 is read 114".



Wehrsporttafel 12
Bedienungsanweisung für Planzeiger und Messwinkel


Wehrsporttafel 12 (S. 5): der Planzeiger und der Messwinkel zum Ausschneiden.
( Zum Vergrößern, Bild anklicken)


Verwendung des Planzeigers gemäß dem
Handbuch für Kanoniere (1940)
WINTERER-Version (Ende 1930er J.)



(Zum Vergrößern, Bild anklicken)

Die kl. Löcherreihen bilden Winkel von jeweils 45°, 30/60° und 40/50°.

Bild der italienischen Version (WWII) mit taktischen Symbolen HIER
BÉZARD-Version (s. Bézard / Tech. Dok.)






Planzeiger für 3 Maßstäbe
(Wehrmacht, 2. WK)

- Abmessungen: 86 x 86 mm
- Material: Aluminium
- Gewicht: 2 g
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- R -

RICHER, L'HERMITE, LEJARD et Cie

Steckbrief: L'HERMITE & LEJARD, 13, rue de la Cerisaie (nahe La Bastille), Schüler und Nachf. von RICHER, GUYARD & CANARY - ehem. ICHER, GUYARD, CANARY & Cie, gegründet 1780 war ein französischer Hersteller von geodätischen Messinstrumenten.
Auszug aus dem Katalog-Vorwort:
"Das Unternehmen wurde 1780 von RICHER gegründet, dem dessen Sohn Emile Richer nahfolgte. 1870 beteiligte er zwei Schüler seines Vaters als Compagnons, die Herren Guyard und Canary, welche seine Nachfolger wurden. 1890 folgten diese Herren dem Beispiel ihres ehemaligen Chefs und beteiligten zwei ihrer Schüler, die Herren L'Hermite und Lejard, die gegenwärtig die Eigentümer des Unternehmens sind."
(Quelle: Katalog - übermittelt von der Urenkelin Antonin L'Hermites)

Kastenbussole

Datenblatt
- Abmessungen: 120 x 44 x 15 mm
- Material: Holz, Elfenbein
- Gewicht: 40 g
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RICHTBUSSOLE

Im älteren Sprachgebrauch wurde in Österreich das Wort Bussole anstelle von Kompass verwendet. Beispiele: s. Bézard und Winterer. Militärisch einsetzbare Kompasse zum Ausrichten eines Geschützes hießen folgerichtig Richtbussolen. Beispiele: GANSER und GOERZ.

RICHTER, O. (Рихтеръ auf Russisch)

Steckbrief: Oskar Richter war ein Hersteller und Verkäufer von wissenschaftlichen Instrumenten in Petrograd bzw. Sankt-Petersburg (Петроградъ / Санкт-Петербургъ) bis 1878.  Die einzigen Informationen über ihn fanden wir auf der Website der Stadt Dresden. Es heißt dort, dass "der Kaufmann Oskar Richter in St. Petersburg durch den Handel mit optischen Geräten und Messinstrumenten zu erheblichem Wohlstand gekommen war. Richter und seine Frau Hulda, welche sich 1878 in Blasewitz niedergelassen hatten, stifteten 1880 13.000 Mark für den Erwerb des Grundstückes und trugen auch später durch großzügige Schenkungen zu Bau und Ausstattung der Kirche bei."




Foto (anonym)


Foto sieur25


Foto M. V. Berdyev
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Richtkreis

BESCHREIBUNG: Französisches Handbuch (gedruckt 1956) der militärischen Akademie in Saint-Maixent.
Darin werden zwei ähnliche Instrumente beschrieben: ein französisches und ein US-System.
Anm.: Dieses Instrument wird im Englischen Aiming Circle bzw. im Französischen goniomètre-boussole genannt (s. Abk. G.B.!).





Detailansichten des Zeichnungen: Abb. anklicken (Achtung: lange Ladezeit wg. Übergröße)
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RITTENHOUSE

Steckbrief : David RITTENHOUSE war ein nordamerikanischer Hersteller des 18. Jh. Er ist heute dafür berühmt, dem Präsidenten George Washington topographisches Material geliefert zu haben. Das Bild zeigt einen Kompass mit der Gravur "Go. Washington / Mt Vernon" nach dem Namen seines Landsitzes. Das Zifferblatt ist signiert Rittenhouse & Potts. Das Museum der Smithsonian Institution zeigt ein ähnliches Exemplar.
Bild rechts: Das Foto dieses Kompass wurde anlässlich der Weltausstellung 1939 in New York geschossen (zum Vergrößern, Bild anklicken).

RODE

Steckbrief: K. Rode war ein Hersteller in Sankt-Petersburg (Gravur auf Russisch К. Роде, Санкт-Петербургъ - Foto M. W. Berdyev). Das werk bestand von 1815 bis zur "Oktober"-Revolution im November 1917.
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ROSPINI

Steckbrief: Rospini ist der Name zweier Brüder, Andreas Carl (1811-1867) und Carl Joseph (1816-1887), die Messinstrumente in Graz, Österreich, fertigten (bis zum Anfang des 20. Jh. Gratz geschrieben). Nach Andreas Tod betrieb Carl ein Geschäft in Wien (s. Foto rechts). Mehr darüber HIER.
In den Bergwerken deutschsprachiger Länder (Kaiserreich Österreich-Ungarn, Sachsen usw.), wurden zu dieser Zeit die Winkel in Brüchen von Stunden gemessen, 1/4, 1/8 oder sogar 1/16 (s. STUDER und BREITHAUPT). Der in der ersten Reihe gezeigte Kompass ist der älteste und wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gefertigt. Er weist noch Himmelsrichtungen in lateinischer Sprache auf.
Der zweite Kompass (ca. 1860?) ist insofern außergewöhnlich, als er zusätzlich zum Pendel-Neigungsmesser (vgl. FENNEL und MORIN) einen Teilkreis mit 360 Grad UND 24 Stunden geteilt in 15 fünfzehnteln (entspr. genau 1 Grad je) aufweist.

Grubenkompass (auch Markscheider- Kompass genannt), der an einem Seil in geneigten Bergwerkstollen aufgehängt werden kann (vgl. mit SECRÉTAN).
   

Der Deckel der Schatulle ist mit Girlanden und Blumenmotiven umrandet (Bild oben links für Detailansicht anklicken).
Das Aufhängungssystem ist faltbar und wird in einer separaten Mulde verstaut.
Datenblatt
- Abm. (Durchm. x Dicke): 93 x 13 mm
- Gewicht (Kompass): 300 g
- Teilung: 24 Std. geteilt in Achteln (etw. 2 Grad), linksdrehend (Detailansicht des Teilkreises HIER)
- Himmelsrichtungen: Latein (s. Menüpunkt VERSCHIEDENES / Himmelsrichtungen)
- Magnetnadel-Verriegelung: versenkter Riegel an der Unterseite der Gehäuses
- Schatulle aus Holz, außen mit gemustertem dunklen Leder, innen mit Fensterleder überzogen.




Fotos D. Geras
Datenblatt
- Neigungsmesser mit ausfahrbarem Stützhebel
- Teilung: 360 Grad und 24 Std. (in 16tel unterteilt), linksdrehend
- Abm. (Durchm. x Dicke): 67 x 10 mm
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ROSSIGNOL

Steckbrief: Camille Rossignol war ein französischer Offizier (mehr Informationen HIER).
Er erfand einen Kompass und ließ das System patentieren (Nr. 167.980 vom 14.10.1885, Boussole militaire devant servir à diriger les troupes et au levé des plans - Militärkompass zur Führung der Truppen und zur topographischen Geländeaufnahme). Dieses eigenartige Kompasssystem besaß ein verlängertes Visier (Kornträger). Dieser Teil ist auf seiner rechten Seite mit einer Skala versehen (1:80.000). Die linke Seite weist eine Millimeterteilung auf. Da der Nullpunkt beider Lineale mit dem Zentrum der Kompassdose zusammenfällt, sind auf dem Lineal nur die Zahlen von 40 bis 100 mm (links) bzw. von 3 bis 8 km (rechts) zu lesen. Die Kompassdose ist drehbar gelagert und mittels Rändelschraube feststellbar. Der Kompass wurde mit einer Weichledertasche und in einem Holzkästchen geliefert.
Bild rechts, Herstellerangaben:
C. ROSSIGNOL
Chef-Armurier (Büchsenmacher-Meister)
Bté SGDG (Patent angemeldet)



Oben: Ledertasche, Millimeterlineal

Unten: Holzkästchen



Manche Exemplare weisen eine aufgeraute Oberfläche auf: dies wurde für den operationellen Einsatz absichtlich gemacht, um zu verhindern, dass der verchromte Oberflächenschutz den Benutzer durch starke Lichtreflexe verrät.
Die Magnetnadel-Drehachse ist in der Mitte eines Kreuzes verschraubt. Einer der vier Arme des Kreuzes ist schwarz lackiert. An den Enden dieser Mittellinie ist am Boden der Kapsel beiderseits eine Gradteilung für die Missweisung angebracht. Beim Peilen soll mithilfe des Spiegels der schwarze Arm des Kreuzes unter die Nordspitze der Magnetnadel gedreht werden.



Serien-Nr.(auf der Kimme eingraviert)

Die Gradteilung:



Ebenfalls sichtbar: die Feder und der Nocken zum automatischen Arretieren des Spiegels in einem Winkel von 45 Grad.

Das Maßstablineal (der Nullpunkt befindet sich im Zentrum der Kompassdose): 1:80.000


Datenblatt
- Abmessungen:
140 x 55 x 18 mm
- Gewicht: 115 g
Materialien
- Kompassgehäuse: Edelstahl
- Kapselboden: Horn, durchsichtig
- Kompassskala: 360 Grad, rechtsdrehend
- Serien-Nr.: 168
- als Kopien erhältlich (s. BOUTIQUE) : Patent, 4-seitige Bedienungs­anweisungen, 6-seitiges Handbuch sowie das folgende Büchlein:



(Bild rechts anklicken: Detailansicht eines Kompassbildes)
Eine vermutlich sehr frühe und seltene unsignierte Version wies einen Neigungsmesser und eine seitl. Feststellschraube auf:



(Bild anklicken für Vergleichsansicht)









Datenblatt
(Unterschiede zum üblichen Modell)
- Gesamtlänge: 15,8 mm, Lineal: 12,5 mm auf der linken Seite, Maßstab 1:80.000 zum direkten Ablesen von Entfernungen bis 10 km auf Militärkarten auf der rechten Seite.
- Teilung (360°) am Kapselboden, Neigungsmesser mit pfeilförmigen Zeiger, rote Linien bei 45° zwischen den Balken des Mittelkreuzes.
- Kimme mit Schlitz und plane Auflage für Neigungsmesser.
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ROST, R. & A.

Steckbrief: R. & A. war ein österreichisches Unternehmen aus Wien


Foto cashinthetaesch2009


Teilung: 360 Grad und 24 Stunden (s. ROSPINI)
(Click on the pictures for enlarged views)


Russische Kompasshersteller - Russian Survey Compasses

Mehrere russische Kompasshersteller des 19. Jhdts. tragen typisch deutsche Namen (s. die jeweiligen Einträge: Geisler / ГЕЙСЛЕРЪ, Richter / Рихтеръ, Rode / Роде, Schwabe / ШВАБЕ, Sperling / Шперлингъ). Dies erklärt sich dadurch, dass die forcierte späte Industrialisierung des russischen Reichs zum größten Teil dank eingewanderter deutscher Spezialisten stattfand. Die Himmelsrichtungen waren auch oft in deutscher Sprache (N-O-S-W) auf Kompassen russischer Hersteller wie громовъ (Gromow) und Бр. СТОЛЯРОВЫ (Gebr. Stoliarowi) wobei die große Ähnlichkeit der Produkte vermuten lässt, dass die Gehäuse aus ein und demselben Hause stammen. Außerdem sind viele fachbezogene Begriffe Fremdwörter im Russischen. Beispiele: нивелир(Nivelliergerät), масштаб (Maßstab), Кипрегель (Kippregel), футляръ (Futterall).
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FORTSETZUNG